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10. Mai 2016 14:57 Uhr

Glück im Unglück

Männer stürzen beim Pinkeln von Freiburgs Kybfelsen ab – Bergwacht muss sie retten

Zwei junge Freiburger sind nachts vom Kybfelsen abgestürzt. Sie wollten pinkeln, fielen den Steilhang hinab und haben sich schwer verletzt. Die Bergwacht musste sie retten.

  1. Die Freiburger Bergwacht hat die Verletzten am Kybfelsen nachts gerettet, auch tags haben die Retter jetzt mehr zu tun. Foto: Ingo Schneider

  2. Foto: Joachim Röderer

Der eine liegt noch immer im Krankenhaus, der andere durfte zwar nach Hause, ist aber ebenfalls schwer mitgenommen: Zwei junge Männer sind nachts vom Kybfelsen abgestürzt, etwa 20 Meter fielen und schlitterten sie in die Tiefe.

Die Bergwacht rettete sie mit einer aufwändigen Aktion. Die auf unwegsames Gelände spezialisierten Einsatzkräfte müssen zurzeit wieder häufiger ausrücken. "Jetzt geht die Saison los", sagte am Dienstag David Vaulont, der Vorsitzende der Freiburger Bergretter.

"Die beiden hatten richtig Glück." Sprecher der Bergwacht
Die beiden Männer Mitte zwanzig wollten mit zwei anderen die Nacht auf Freitag auf dem Berg verbringen, sie hatten ein Zelt dabei. Irgendwann mussten die Studenten aus Freiburg mal austreten, erklärte Vaulont auf BZ-Anfrage. "Die beiden wollten vom Kybfelsen runterpinkeln." Doch in der Dunkelheit fielen sie über eine Felskante und den Steilhang hinunter – und zogen sich dabei zahlreiche Verletzungen zu wie Knochenbrüche, Prellungen, Gehirnerschütterung. "Die beiden hatten richtig Glück", sagte der Bergwachtsprecher. "Sie hätten sich lebensgefährlich verletzen können."

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Einsatz mitten in der Nacht

Der Rest der Gruppe hat gegen 2 Uhr nachts den Notruf gewählt, für den Einsatz am Schauinsland wurde die Bergwacht Schwarzwald mitalarmiert. Sie rückte mit zehn Mann in zwei Fahrzeugen aus. Die Helfer versorgten die beiden Verletzen erst einmal, brachten sie, gesichert an Seilen, mit Gebirgstragen aus dem Wald und zu zwei Rettungswagen, die auf dem nächsten Weg bereitstanden.

"Die Bergretter waren eine ganze Weile beschäftigt", sagte David Vaulont. Einsätze mit gleich zwei Verletzten im Dunkeln sind aufwändig – und selten. "Nachteinsätze haben wir im Schnitt einmal im Jahr, maximal zweimal." Einen Kommentar auf der Facebookseite der Bergwacht, dass die beiden Männer den Einsatz zahlen sollten, beschied ein Vereinsmitglied mit dem Hinweis, jeder könne mal stolpern. Nach BZ-Informationen sind die beiden Verletzten erst langsam dabei, den Unfall zu verarbeiten.

Saisonstart für Freiburgs Bergretter

Doch die Freiburger Bergretter hatten in den vergangenen Tagen nicht nur am Kybfelsen zu tun, sondern unter anderem auch schon auf den Mountainbikestrecken Canadian Trail und Borderline. "Wir haben zum Saisonbeginn mehr Einsätze", stellte Vaulont fest. Das merke die Bergwacht bei Bikern und Wanderern ähnlich wie der Rettungsdienst bei Motorradfahrern. Schönes Wetter und die Feiertage locken mehr Menschen in die Natur. Und so mancher Mountainbiker sei nach dem Winter nicht mehr so in der Übung.

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Autor: Simone Höhl