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21. Juli 2011

Nach dem Festival weiter Fragen offen

Veranstalter des Sea-of-Love-Festivals äußert sich zu den Vorwürfen von Stadt und Besuchern.

  1. Der Weg durch den Tunnel zu den Bussen Foto: dominic Rock

Nach der starken Kritik von Besuchern und Stadtverwaltung beziehen die Veranstalter der "Sea of Love" jetzt Stellung. Bela Gurath, einer der Geschäftsführer der "Mehr Seen GmbH", die das Festival ausgerichtet hat, äußerst sich in einem Interview mit der BZ. "Es war in dieser Form eine Nummer zu groß", räumt Gurath ein. Er will aber nicht alle Vorwürfe auf sich sitzen lassen. Nun gelte es die Vorkommnisse des Festivals aufzuarbeiten und den Dialog mit den Behörden zu suchen, so Gurath.

Ein großer Aufreger des Festivals war, das es kein kostenloses Trinkwasser auf dem Festivalgelände gab. Die Stadtverwaltung erließ dies aber als Auflage für das Festival. Auf dem Campingplatz auf dem Gelände der Messe Freiburg wurde Wasser bereitgestellt. Am Tunisee, wo die Konzerte stattfanden, jedoch nicht. Auf anderen großen Festivals, wie der Fusion in Berlin oder dem Southside in Neuhausen ob Eck, gibt es solche Trinkwasserstellen. Außerdem darf man auf vielen Festivals zumindest einen Tetrapack oder eine Plastikflasche mit Wasser mitnehmen. Am Tunisee gibt es laut Gurath aber keinen Wasseranschluss. Und die Auflage wurde erst zwei Tage vor Festivalbeginn schriftlich an die Veranstalter übergeben. Das Problem sei gewesen, in der kurzen Zeit einen Wassertank zu finden, der für die Versorgung von 25 000 Besuchern ausreicht. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war bei dem Festival 580 Mal im Einsatz, wie viele Menschen wegen Wassermangel versorgt werden mussten, konnte das DRK nicht auflisten.

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Für Ärger sorgte auch die Situation an der Autobahnunterführung bei Benzhausen. Hier kam es Samstagnacht kam es zu gefährlichen Szenen an der A5. Besucher, die mit dem Shuttlebus zur Messe fahren wollten, mussten unter der A5 durchgehen. Dabei gab es einen langen Rückstau und einige Festivalbesucher kletterten die Böschung auf die Autobahnbrücke empor und gelangten auf die Fahrspur. Die Polizei erwog kurzzeitig, die A5 zu aus Sicherheitsgründen zu sperren.

Polizei und Stadtverwaltung prüfen derzeit, inwiefern das Sicherheitskonzept nicht eingehalten wurde oder ob es nicht einfach ungeeignet war. Unter anderen Veranstaltern wird inzwischen eine Diskussion geführt, ob ein Festival dieser Größe direkt an der A5 überhaupt hätte genehmigt werden dürfen. "Dass nichts passiert ist – so viel Glück hat man nur einmal", sagt einer.

Die Sea of Love beschäftigt inzwischen auch die Kommunalpolitik. In einer Stellungnahme der CDU-Stadtratsfraktion heißt es, der Veranstalter müsse an den Einsatzkosten der Polizei beteiligt werden. Das Festival aber solle weiterhin stattfinden dürfen, der Veranstalter "sollte eine Chance bekommen, aus seinen Fehlern zu lernen." Auch die FDP -Fraktion setzt sich für einen Erhalt der Veranstaltung ein, allerdings in kleinerem Umfang. So sollte "das Festival zu seinen Wurzeln zurückgeführt werden".

Nachdem in Internetforen die Veranstaltung teilweise sehr scharf angegangen wurde, haben die Sea-of-Love-Macher reagiert. Auf ihrer Homepage finden sich inzwischen eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse, unter der Beschwerden entgegengenommen werden.

Autor: Sebastian Wolfrum