Drei Fragen an

Christine Kimpel über Wochenend-Papas, Rollenwandel und väterfreundliche Unternehmenspolitik

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 04. Mai 2018

Freiburg

DREI FRAGEN AN Christine Kimpel vom Freiburger Bündnis für Familie zu den Väter-Aktionstagen in Freiburg .

FREIBURG. "Papazeit": Fußballtrainingsnachmittag, Familienlesung und Väterberatung. Die Väter-Aktionstage, die vom 4. bis zum 18. Mai überall in der Stadt verteilt stattfinden, bieten ein vielseitiges Programm rund um das Thema Vatersein. Veranstalter ist das Freiburger Bündnis für Familie. Die Koordinatorin der Aktionstage, Christine Kimpel, sprach über Wochenend-Papas, Rollenwandel und väterfreundliche Unternehmenspolitik.

BZ: Fußball, Werken und Bogenschießen statt Fingerfarben, Puppentheater und Ballett? Sollen die Väter-Aktionstage Klischees von Männlichkeit erfüllen?

Christine Kimpel: Die Veranstaltung soll gerade nicht das Klischee "Wenn der Vater mit dem Sohne" erfüllen. Im Programm finden sich auch Angebote wie Basteln, Kochen, Lesungen und Kinofilme, Gesprächskreise und Beratungsangebote. Es geht uns darum, Veranstaltungen für Väter und ihre Kinder anzubieten, das bedeutet für ihre Söhne und Töchter. Wenn die ein oder andere Veranstaltung dabei ist, die gezielt Väter und ihre Söhne anspricht, liegt das nicht nur an uns. Wir konnten über 20 Kooperationspartner für die Aktionstage gewinnen, die ihre eigenen Vorschläge eingebracht haben. Für den Fußballtrainingsnachmittag haben sich aber beispielsweise auch bereits Väter mit ihren Töchtern angemeldet.

BZ: Warum braucht Freiburg die Väter-Aktionstage?

Kimpel: Man kann beobachten, dass ein Rollenwandel stattfindet. So wie Frauen am Erwerbsleben teilnehmen, wollen Männer eine aktive Rolle im Leben ihrer Kinder spielen und nicht nur der Wochenend-Papa sein. Da tut sich was. Wir wollen sichtbar machen, dass es bereits viele Angebote gibt und den Vätern den Zugang dazu ermöglichen. Ursprünglich waren die Aktionstage für zwei oder drei Tage angedacht, doch durch die breite Kooperation ist ein 14-tägiges Programm daraus geworden. Daran sieht man, dass ein großes Interesse für dieses Thema da ist.

BZ: "Väter. Eine gesellschaftliche Rolle im Wandel" lautet der Titel der Auftaktveranstaltung am 4. Mai. Sind wir bereits am Ziel oder ist noch mehr Veränderung nötig?

Kimpel: Wir sind noch nicht am Ziel. Es ist zwar ganz klar, das sich was getan hat, zum Beispiel sieht man viel mehr Väter mit ihren Kindern auf der Straße und es nehmen auch bedeutend mehr Väter Elternzeit. Aber da ist noch ganz viel Luft nach oben. Damit der Wandel weiter geht, braucht es Angebote und Strukturen für Mütter und Väter, die Erwerbsleben und Familie vereinbar machen. Und auch bei der Rollenverteilung im Haushalt bleibt noch einiges zu tun. Wir brauchen familien- und väterfreundliche Politik in Unternehmen. Da gibt es meiner Meinung nach noch sehr viel Spielraum, und nicht nur Spielraum, sondern konkreten Bedarf.