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03. Juli 2017

Nur noch kurz die Welt retten

Das Öko-Institut hat am Samstag seinen 40. Geburtstag mit Rückschau und Ausblick gefeiert.

  1. Einst Praktikant am Öko-Institut, heute Umweltminister: Franz Untersteller Foto: Rita Eggstein

Der Praktikant von einst erinnert sich noch gut, wie es damals war zu den Anfängen des Öko-Instituts: "Das war eine asbestbelastete Klitsche im Hinterhof der Schönauer Straße 3 mit Zugang über einen Schrottplatz", rekapitulierte er am Samstag. Der frühere Praktikant ist seit mittlerweile sechs Jahren grüner Umweltminister von Baden-Württemberg. Und in dieser Funktion hielt Franz Untersteller am Samstag denn auch die mit vielen Anekdoten gespickte Festrede zum 40. Geburtstag des Öko-Instituts.

Aus der Klitsche ist in den vier Jahrzehnten eine Einrichtung mit internationalem Renommee geworden – mit Sitz im Plusenergie-Sonnenschiff an der Merzhauser Straße. Von einer "Wahnsinnserfolgsgeschichte" sprach denn auch der Minister. Das Öko-Institut habe die Umweltdebatte und die Umweltpolitik entscheidend mitgeprägt. Untersteller blickte auf die Herausforderungen der Zukunft: "Das Öko-Institut ist heute unersetzlicher und relevanter denn je."

Es war eine Art Familientreffen der Freiburger Ökobewegung bei der Feier im Morat-Institut. Mit dabei war auch Anwalt Rainer Beeretz – einer von 27 Unterzeichnern, die 1977 das Öko-Institut e. V. gegründet hatten. Es ging um den Kampf gegen das Atomkraftwerk in Wyhl. Und es sollte ein wissenschaftliches Institut geschaffen werden, das offen für die Bürger ist, wie Michael Sailer, der Sprecher der Geschäftsführung berichtete. 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten heute für das Öko-Institut, verteilt auf die drei Standorte Freiburg, Darmstadt und Berlin. "Wir haben Dinge erreicht, die wir uns nie hätten träumen lassen", so Sailer. Man sei ein Stück weit in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

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Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon blickte auf Energiewende und Atomausstieg. "Wir sind mit dem Thema noch lange nicht durch", meinte er. Fessenheim liege genauso weit von Freiburg weg wie Wyhl. Auch der OB blickte auf die Anfänge des Instituts im Widerstand gegen das AKW am Kaiserstuhl. Auch Salomon hob die Erfolge hervor: Der unbescheidene Versuch, die Welt zu retten, der sei richtig, sagte er. Der Standort Freiburg sei in der DNA des Öko-Instituts: Die Einrichtung gehöre zu Freiburg und zur Freiburger Geschichte. Die Stadt sei stolz auf das Institut: "Wir geben mit euch an", so der OB.

Nach den Reden moderierten Rainer Grießhammer und Susanne Fröschl von der Geschäftsführung des Öko-Instituts zwei Talkrunden zu Vergangenheit und Zukunft der Umweltpolitik. Unter anderem mit dabei: SPD-Bundestagsabgeordneter Gernot Erler, der einst als Verlagsleiter Studien des Öko-Instituts veröffentlicht hat. Aus Hessen war Beatrix Tappesser gekommen. Auch die Staatssekretärin im Umweltministerium hatte einst für das Öko-Institut geforscht und gearbeitet.

Autor: Joachim Röderer