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24. November 2017 13:02 Uhr

Polizeieinsatz

Polizei nimmt Mann mit Messer in der Freiburger Innenstadt fest

Am Freitagmittag ist ein Mann mit einem Messer durch die Bertoldstraße gelaufen. Die Polizei konnte ihn festnehmen – jedoch erst, nachdem Warnschüsse abgegeben wurden. Verletzte gab es offenbar nicht.

  1. Polizeiabsperrung am Cinemaxx: Der Einsatz blockierte den Tramverkehr in Freiburg. Fußgänger mussten Umwege gehen. Foto: Ingo Schneider

  2. Nach Angaben der Polizei war der Mann nach einer Kontrolle durch die Bundespolizei mit einem Messer in Richtung Stadt gelaufen. Foto: Ingo Schneider

  3. Polizisten befragen Zeugen. Foto: Ingo Schneider

  4. Viele Menschen waren auf der wichtigen Achse zwischen Hauptbahnhof und Bertoldsbrunnen unterwegs. Foto: Ingo Schneider

  5. Alles steht: Der Bereich war zweieinhalb Stunden abgesperrt, Straßenbahnen fuhren nicht. Foto: Ingo Schneider

Beamte der Bundespolizei wollten den Mann am Mittag im Bereich des Bahnhofs kontrollieren. Daraufhin flüchtete er mit gezücktem Messer über die Stadtbahnbrücke bis zum Cinemaxx.

Video: Festnahme in der Freiburger Fußgängerzone


Die Meldung ging bei der Polizei um 12.37 Uhr ein, fünf Minuten später meldeten die Beamten die Festnahme des Mannes, der mittlerweile aufs Polizeirevier Nord gebracht wurde. Es handelt sich nach Polizeiangaben um einen 35-Jährigen, der bereits vorher mit psychischen Problemen aufgefallen war. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei gab es keine Verletzten.

Polizisten geben Warnschüsse ab

Eine Augenzeugin vor Ort berichtete, dass ein Mann laut schreiend auf der Bertoldstraße vor dem Cinemaxx umhergelaufen sei. Ihr zufolge machte er einen verwirrten Eindruck, sei aggressiv und laut gewesen. Sie selbst sei dann ins Cinemaxx, der Mann hinterher. "Er hatte plötzlich ein Messer", sagt sie. Und sie habe Schüsse gehört.

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Dabei handelte es sich laut Polizei um Warnschüsse. Die hatten die Beamten laut Polizeisprecherin Laura Riske abgegeben, um die Passanten aufmerksam zu machen, weil der 35-Jährige mit Messer durch die Menschenmenge gelaufen sei. Riske spricht von einem "dicht gedrängten Passantenverkehr". Auch Pfefferspray wurde eingesetzt. Bei vier Beamten kam es dadurch zu Augenreizungen.

Geschäfte teils nicht erreichbar

Nach BZ-Informationen wurde der Mann im Restaurant Fil in der Karma-Passage festgenommen. Eine Augenzeugin berichtet von einem heftigen Gerangel: "Da ging es schon zur Sache." Die Bertoldstraße wurde mit rot-weißem Flatterband auf Höhe des Kinos abgeriegelt, Passanten mussten einen weiten Umweg gehen. Polizisten befragten Zeugen beispielsweise in der Karma-Passage. Mehrere Beamte liefen mit Blick auf dem Boden umher, laut Polizeisprecherin Laura Riske suchten sie nach den Patronenhülsen der Warnschüsse. Ein Polizist sprühte Farbe auf das Pflaster. Laut Riske markiert die Farbe zum einen die Fundstellen der Patronenhülsen, zum anderen dienen sie der Polizei als Fixpunkte, um die Tat zu rekonstruieren.

"Wir hatten erst Angst, es handelt sich um einen Bombenalarm", sagte eine Mitarbeiterin der "mm! leckerbar". Auf einmal sei die draußen großräumig abgesperrt worden und alles voller Polizei gewesen. Die Geschäfte in der Nachbarschaft wie das Einrichtungshaus Krämer sind derzeit nicht erreichbar. "Wir sind so abgeschottet wie Fort Knox", bestätigte Inhaber Norbert Heck am Telefon. Er selbst habe nichts mitbekommen, ein Mitarbeiter aber Schreie gehört und als er hinauslief von Ferne die Festnahme im Bereich der Passage zwischen Post und Karma gesehen. Darum, dass keine Kunden mehr ins Geschäft kamen, machte Heck sich keinen Kopf. Soweit er gehört hat, sei niemand verletzt: "Von dem her können wir zufrieden sein und der Polizei ein Dankeschön sagen."

Straßenbahnverkehr unterbrochen

Die Bertoldstraße war rund zweieinhalb Stunden abgeriegelt. Erst gegen 15 Uhr hob die Polizei die Absperrung auf. Auch der Straßenbahnverkehr konnte wieder Fahrt aufnehmen. Er war zwischen Rathaus im Stühlinger und Holzmarkt unterbrochen, alle Linien waren betroffen.

Im Stadttheater war gerade das Kinderstück "Das Dschungelbuch" zu Ende. Nach Anweisung der Polizei gab es laut Theatersprecher Tim Lucas eine Durchsage, dass die Türen noch geschlossen gehalten werden. "Wir haben die Lehrer und Kinder informiert", so Lucas. Alles sei ruhig abgelaufen. Kurze Zeit später konnten die Zuschauer das Gebäude nach Entwarnung der Polizei wieder verlassen.


Die Polizei bittet Zeugen um Fotos und Videos: mehr.bz/upload-fr17

Autor: Frank Zimmermann, Sina Schuler, Simone Höhl