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22. August 2015

Greenpeace bei Möbel Braun

Protestaktion gegen Möbel aus illegalem Teakholz

Aktivisten von Greenpeace treffen sich bei Möbel Braun / Chefetage des Einrichtungshauses äußert Unverständnis für Vorhaben.

Eine von Greenpeace geplante Protestaktion bei Möbel Braun sorgt in der Chefetage des Einrichtungshauses, das seinen Hauptsitz in Reutlingen hat, für Unverständnis. Aktivisten wollen sich am Samstag von 10 bis 13 Uhr vor der Freiburger Filiale in der Hermann-Mitsch-Straße treffen. In einer Mitteilung von Greenpeace Freiburg heißt es, es bestehe der Verdacht, dass bei Möbel Braun Gartenmöbel verkauft würden, deren unzertifiziertes Teakholz aus illegaler Urwaldzerstörung stammen könnte.

"Dies können wir nicht nachvollziehen, da unsere Firma ausschließlich Möbel von europäischen Lieferanten vertreibt", sagt Karl-Heinz Zirbs, Marketingleiter von Möbel Braun. Alle Holzerzeugnisse aus Ländern außerhalb der Europäischen Union würden aus legalen Holzlieferungen gefertigt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) habe Möbel Braun im vergangenen Jahr überprüft "und es wurde für alle importierten Holzmöbel die legale Lieferkette nachgewiesen". Auch die Vorlieferanten würden regelmäßig von der BLE überprüft. "Bei exotischen Hölzern müssen unsere Importeure nachweisen, dass die legale Lieferkette eingehalten wurde und ausschließlich zertifizierte Hölzer verarbeitet wurden", so Zirbs.

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Seit 2005 versucht Greenpeace Freiburg jedes Jahr zu rekonstruieren, woher das Holz für Freiburger Gartenmöbel stammt. Im Laufe der Jahre hätten dabei viele Möbelhäuser von der Wichtigkeit nachhaltig produzierter Gartenmöbel überzeugt werden können, heißt es in der Pressemitteilung. Obwohl Teakholz häufig aus Plantagen stamme, gebe es noch ausgedehnte natürliche Vorkommen in Myanmar (ehemals Burma). Raubbau und illegaler Holzeinschlag seien dort ein Problem. Bei Möbel Braun bestünden einige Gartenmöbel – Stand Frühjahr 2015 – aus nicht zertifiziertem Teakholz, behauptet Birgit Knipping von Greenpeace Freiburg und widerspricht damit den Angaben des Einrichtungshauses. Darüber hinaus sei ein Teil des Sortiments mit "Burma-Teak" beworben worden. Nur ein kleiner Teil der Gartenmöbel bei Braun sei FSC-zertifiziert und weise somit nachhaltige Forstwirtschaft nach.

Auch die Umweltorganisation WWF kritisierte 2014 neben vielen anderen Einrichtungshäusern Möbel Braun. Burma-Teak sei vor dem Hintergrund spannend, weil zwischen 2008 und 2011 ein EU-Importverbot für Holzprodukte aus Burma bestanden habe. Seit April 2014 bestehe ein Rundholz-Exportverbot aus Burma.

"Studien und Artikel sprechen von einem sehr hohen illegalen Holzanteil", heißt es in einem WWF-Bericht. Bei einem 2014 bei Möbel Braun gekauften Gartenmöbel habe die Untersuchung des Holzes ergeben, dass es sich erstens um Teak handle und zweitens, dass die Inhaltstoffe auf Naturwaldteak hindeuten, wie es in Burma typisch sei. Der Kunde erfahre bei Möbel Braun die Wahrheit über die Holzart. Was er aber nicht erfahre, so die Kritik: Das Risiko sei sehr hoch, dass das Holz aus Raubbau stammt.

Autor: Adrian Hoffmann