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22. April 2014 16:30 Uhr

Kriminalität

Ratsfraktionen zu Überfallserie: "Es darf keine No-go-Areas in Freiburg geben"

Die Diebstahl- und Überfallserie beunruhigt auch die Freiburger Gemeinderäte. Polizei und Stadtverwaltung müssten aktiv werden, es dürfe keine No-go-Areas in der Stadt geben, fordern einige.

  1. Im Bereich des Stühlinger Kirchplatzes gab es in Freiburg zuletzt zahlreiche Überfälle. Die Polizei rät, diesen nachts zu meiden. Foto: Michael Bamberger

Nach der Diebstahl- und Überfallserie in Freiburg fordern mehrere Fraktionen des Gemeinderates dringend Aufklärung von der Stadtverwaltung. "No-go-Areas" in Freiburg seien nicht hinnehmbar, erklären die CDU und die Grünen mit Blick auf den Stühlinger Kirchplatz. Die CDU-Räte Wendelin von Kageneck und Daniel Sander fordern von OB Dieter Salomon, dass Stadt und Polizei gemeinsam den Schutz für die Bürgerinnen und Bürger verstärken. Auch die SPD verlangt einen Sachstandsbericht wegen der Straftaten.

Die Badische Zeitung hatte publik gemacht, dass es zwischen einer Serie an Diebstählen im Bereich Bermuda-Dreieck, Kaiser-Joseph-Straße, Hauptbahnhof und Stühlinger Kirchplatz einen Zusammenhang gibt – und möglicherweise auch mit einigen, bislang ungeklärten Raubüberfällen. Als mögliche Täter sieht die Freiburger Polizei eine Reihe von zumeist minderjährigen Flüchtlingen aus Nordafrika, die in jüngster Zeit in größerer Zahl nach Freiburg gekommen sind. Ein erfahrener Ermittler der Polizei rät Bürgern, die alleine unterwegs sind, zu ihrer Sicherheit nachts den Stühlinger Kirchplatz zu meiden.

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Stadtverwaltung sprach von Entspannung der Situation

Diese Empfehlung sei unhaltbar, erklärt nun Grünen-Fraktionschefin Maria Viethen: "Es kann nicht sein, dass die Polizei sich nicht in der Lage sieht, diese Serie von Überfällen und Diebstählen in den Griff zu bekommen." Ein Vertreter der Freiburger Polizei solle wegen der Dringlichkeit der Sache schon am 5. Mai in die Sitzung des Hauptausschusses eingeladen werden, so Viethen. Das Thema "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" könnte dann nur einen Tag später der Kinder- und Jugendhilfeausschuss behandeln.

Die CDU-Fraktion fordert von der Stadtverwaltung auch die Aufklärung potentieller Opfer und damit einen Schutz durch Prävention. Gefragt wird auch nach der Betreuung der Flüchtlinge: "Uns erschreckt die Tatsache, dass beim nächtlichen Aufgreifen minderjähriger Täter niemand verantwortlich scheint", heißt es in der Anfrage. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Buchen will wissen, wie viele minderjährige Jugendliche sich derzeit in Obhut der Stadt befinden.Die SPD fragt auch, ob es stimmt, dass in der Region nur Freiburg unbegleitete Jugendliche in Obhut nehme.

Im vergangenen September habe Amt für Kinder, Jugend und Familie in einer Drucksache für den Gemeinderat berichtet, dass die Nachfrage nach stationären Angeboten für minderjährige Flüchtlinge gestiegen sei. Es sei aber eine zusätzliche Wohngruppe eingerichtet worden, so dass "mit einer Entspannung" zu rechnen sei. So die damalige Aussage der Verwaltung. Die SPD interessiert nun, welche Veränderungen seit dieser Einschätzung eingetreten sind.

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Autor: Joachim Röderer