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03. März 2010

Sanieren für den Klimaschutz

Freiburger Gebäude im Wärmebild-Test: Es gibt noch viel Potenzial für bessere Wärmedämmung / CDU: Fördermittel aufstocken.

  1. Jörg Pohlhaus mit Wärmebildkamera in Freiburg. Foto: Ingo Schneider

  2. Die ehemalige Stadthalle, heute UB, im Wärmebild: Rot bedeutet, dass Wärme nach außen entweicht. Foto: jörg pohlmann

In Freiburg wächst das Interesse an Wärmedämmung in Altbauten. "Da ist viel Dynamik", berichtet Rainer Schüle, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg. Groß war auch die Nachfrage der Freiburger Hausbesitzer nach dem städtischen Förderprogramm Wärmeschutz im Altbau. Bereits im September 2009 waren alle Mittel fürs vergangene Jahr aufgebraucht. Die CDU will die Fördermittel nun von 450 000 auf 750 000 Euro aufstocken.

Wenn man durch den Sucher einer Wärmebildkamera schaut, wird die Green City schnell von einer grünen zu einer roten Stadt: Rot bedeutet auf Wärmebildern, dass Wärme aus dem Gebäude nach außen entweicht. Wir haben gemeinsam mit Thermograf Jörg Pohlhaus jüngst an einem eiskalten Morgen einige markante Gebäude in Freiburg unter die Lupe genommen – und jede Menge Schwachstellen gefunden: an der alten Stadthalle, die als UB fungiert, am Rathaus, aber auch an anderen Gebäuden.

90 Prozent der Gebäude in Freiburg sind Altbauten. Klar ist: Will die Stadt ihre Klimaziele erreichen und bis zum Jahr 2020 den Kohlendioxid-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren, klappt das nur über wärmegedämmte Altbauten. 30 Tonnen Kohlendioxid produziert jeder Deutsche im Jahr. Ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen im Gebäudebereich.

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"Hier gibt’s von allen Bereichen mit das größte Sparpotenzial", sagt auch Dieter Wörner der Leiter des Umweltschutzamtes. So verbraucht ein neues Passivhaus nur 10 Prozent der Wärmeenergie eines Altbaus. Durch Wärmedämmung kann auch im Altbestand der Wärmeverbrauch um 40 bis 60 Prozent gesenkt werden. Wenn Häuslebesitzer ihr Haus sanieren, fördern sie auch die Wirtschaft vor Ort: "Das Geld fließt nicht in Öl und in arabische Ländern, sondern bleibt in der Region", sagt Dieter Wörner. Die Stadt fördert die Sanierung mit bis zu 10 000 Euro pro Gebäude. Die Fördergelder waren im vergangenen Jahr binnen neun Monaten ausgeschöpft. Auch deshalb fordert die CDU-Fraktion nun, dass der Fördertopf mit mehr Geld gefüllt wird.

Energieversorger Badenova bot zuletzt Hausbesitzern die Möglichkeit an, für ihr Haus zum Preis von 90 Euro eine Thermografie anfertigen lassen. Insgesamt 500 Aufträge sind eingegangen. Ob das Programm fortgesetzt wird, ist derzeit noch offen. Die Energieagentur Regio Freiburg rät allerdings ohnehin zu einer umfassenderen Analyse durch Energieberater, die rund 400 bis 500 Euro kostet. "Wichtig ist, dass man zunächst ein Gesamtkonzept erstellt. Das kann man dann immer noch Schritt für Schritt umsetzen", sagt Energieagentur-Chef Rainer Schüle. Auf der Messe Gebäude Energie Technik am Wochenende gibt es dazu Informationen. Ein Prozent der Altbauten werden derzeit im Jahr saniert, sagt Schüle, fünf Prozent wären aber notwendig, um beim Klimaschutz voran zu kommen.

Gebäude Energie Technik, Neue Messe, Hallen 2 und 3. Freitag, 5. März, 10 bis 19 Uhr; Samstag, 6. März, 10 bis 18 Uhr; Sonntag, 7. März, 10 bis 18 Uhr. Eintritt 8 Euro (ermäßigt 6), frei für Kinder bis 14.

Info: http://www.get-freiburg.de

Autor: Joachim Röderer