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25. September 2014 13:58 Uhr

Neuer Name

SC Freiburg kickt nun offiziell im Schwarzwaldstadion

Der Sportclub Freiburg trägt seine Spiele künftig im Schwarzwald-Stadion aus. Für 500.000 Euro wurden die Namensrechte neu vergeben. Möglich, dass das neue Stadion auch so heißen wird.

  1. Der neue Name wird präsentiert: Oberbürgermeister Dieter Salomon, STG-Geschäftsführer Christopher Krull, Landrätin Dorothea Störr-Ritter, SC-Präsident Fritz Keller, Landrat Frank Scherer und FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann (von links). Foto: Achim Keller

Jetzt ist es offiziell: Der Sportclub Freiburg kickt im Schwarzwald-Stadion. 500.000 Euro zahlen die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG), die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) und ein Konsortium von fünf Unternehmen pro Jahr für die Namensrechte für die SC-Arena. "Von einem Festtag für die Region" sprach SC-Präsident Fritz Keller. Eine "Symbiose zweier starker Marken" sieht Frank Scherer, der Aufsichtsratsvorsitzende der STG. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Schwarzwald auch Namensgeber der erhofften neuen SC-Arena wird.

Weil der bisherige Stadion-Namenspate Mage Solar den Vertrag nicht verlängert hat, brauchte der SC Freiburg schnell Ersatz. Die Idee mit dem Schwarzwald wurde im SC-Marketing geboren und innerhalb nur weniger Wochen umgesetzt. "Es ging wahnsinnig schnell, das sind wir von der Politik und den Verbänden gar nicht gewohnt", staunte der SC-Präsident am Donnerstag bei der offiziellen Namenspräsentation. Die neuen Werbepartner haben laut Keller ein Schnäppchen gemacht. Immerhin erreiche die Bundesliga mit ihren Fernsehübertragungen 600 Millionen Menschen, im In- aber gerade auch im Ausland. Der SC habe für seine Arena auf jeden Fall einen Namen gefunden, der zum Verein passe, so Keller.

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Schwarzwaldtourismus präsentiert sich bei den Spielen

Der Schwarzwald hat in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von 93 Prozent. Braucht es dann überhaupt noch ein Schwarzwald-Stadion? "Wer aufhört zu werben, der stirbt", sagte Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH. Es gehe nicht nur um Bekanntheit, sondern auch um Beliebtheit. Mit den Namensrechten sei ein ganzes Paket verbunden, so Krull. Unter anderem ist einmal im Jahr eine touristische Erlebnismesse im Stadion geplant. Der Schwarzwald-Tourismus kann sich bei Heim- und Auswärtsspielen präsentieren. Einen Infoschalter soll es ebenfalls geben.

"Es kommt zusammen, was zusammengehört", fasste der Ortenauer Landrat und STG-Aufsichtsratschef Frank Scherer den besiegelten Namens-Vertrag zusammen. Der Schwarzwald und der SC seien zwei Marken, die beide positiv und sympathisch besetzt seien. Dorothea Störr-Ritter, Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald und Vorsitzende der STG-Gesellschafterversammlung, lobte, dass auch die Kommunen und Kreise fern von Freiburg bei Pforzheim oder an der Schweizer Grenze das Stadion-Engagement mittragen. Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon sieht eine regionale Zusammenarbeit, die "sensationell" sei und die pragmatisch und ohne Eifersüchteleien funktioniere. Dass sich die städtische Tochter FWTM mit 100.000 Euro beteiligt, hält der OB für selbstverständlich – als eine Antwort aus Freiburg auf die Solidarität des Schwarzwalds. Der Freiburger Gemeinderat muss den neuen Namen in seiner Sitzung am 7. Oktober noch absegnen.

Wer sind die anderen fünf Partner?

Neben der STG und der FWTM sind auch noch fünf weitere Partner mit an Bord: die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) Hinterzarten mit dem Liftverbund Feldberg, die Herrmann Wein Schwarzwälder Genuss Manufaktur aus dem schwäbischen Freudenstadt-Musbach, die Firma Julabo aus Seelbach, die Schleith Gruppe aus Waldshut-Tiengen sowie AHP Merkle aus Gottenheim. Die Firmen profitieren von zusätzlichen Sponsoring-und VIP-Paketen, wie Julabo-Geschäftsführer Markus Juchheim berichtete. Das Unternehmen aus Seelbach in der Ortenau, das 400 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zu den "Hidden champions", von denen FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann sprach.

Wie lange es in Freiburg ein Schwarzwald-Stadion geben wird, ist offen. "Es wäre schön, wenn wir den Namen in die neue Arena mitnehmen könnten", sagte SC-Präsident Keller. Die neuen Werberpartner schließen das nicht aus. Allerdings müssten dann wohl noch mehr Firmen gefunden werden. Marketingexperten gehen davon aus, dass der SC mit einer neuen Arena die Erlöse aus den Namensrechten verdreifachen kann.

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Autor: Joachim Röderer