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16. August 2011 18:36 Uhr

Kommentar

Spendensammler: Es ist ein ganz schmaler Grat

Hilfsorganisationen lassen private Dienstleister Spenden sammeln. Arbeiten die unseriös, schadet das dem Image des Auftraggebers, meint BZ-Redakteur Joachim Röderer.

Sie wollen nur unser Bestes, sie wollen unser Geld. Es gab Tage, da glich ein Bummel über die Kaiser-Joseph-Straße einem unvergnüglichen Hindernislauf. Da musste man als Passant ständig irgendwelchen jungen Menschen ausweichen, die einen in ein Gespräch und Straßengeschäft verwickeln wollten. Sie erklärten wortgewandt, wie man auf dem Weg vom Kaufhaus zum Münsterplatz noch schnell die Welt retten könne. Nun, die Werbeteams sind von der öffentlichen Bildfläche weitgehend verschwunden, weil die Stadt dieser Art der penetranten Akquise – völlig zurecht übrigens – einen Riegel vorgeschoben hat. Die Hilfsorganisationen bewegen sich da auf einem ganz schmalen Grat. Natürlich brauchen sie Spenden und Unterstützung und natürlich fällt das Geld für ihre Projekte nicht vom Himmel. Und natürlich dürfen sie dafür die Hilfe von privaten Unternehmen in Anspruch nehmen, wenn sie selbst den Aufwand fürs Sammeln nicht stemmen können. Aber dann muss die Art des Sammelns picobello in Ordnung sein. Schräge Überredungsmethoden oder Sammeln ohne Genehmigung haben den Ruch des Unseriösen. Damit diskreditieren sich seriöse Organisationen selbst und schaden so ihrem Image, was die Aussicht auf Spenden nicht wirklich verbessert. Auch der gute Zweck heiligt nicht alle Mittel.

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Autor: Joachim Röderer