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10. Juli 2013 19:28 Uhr

Lärm

Sperrzeiten in der Freiburger Altstadt werden zum Thema

Die Freiburger Altstadt bleibt Lärm-Problemzone. Aktuell arbeiten mehrere Fraktionen an einem Antrag, das Thema erneut im Gemeinderat zu diskutieren – und eine Verlängerung der Sperrzeiten.

  1. Problemzone Bermudadreieck Foto: Michael Bamberger

Nach dem von den Ratsfraktionen initiierten Fachgespräch zum Lärm in der Altstadt am Dienstag im Bürgerhaus Zähringen arbeiten im Rathaus mehrere Fraktionen an einem gemeinsamen Antrag, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung des Gemeinderates zu setzen. Dann könnte auch über verlängerte Sperrzeiten und damit verkürzte Öffnungszeiten für die Gastronomie in einzelnen Zonen der Altstadt diskutiert werden.

Altstadtanwohner forderten mit Vehemenz erneut, dass ein Kommunaler Ordnungsdienst eingeführt wird. CDU-Stadtrat Daniel Sander will dies erneut zur Abstimmung bringen, kündigte er unmittelbar nach der Veranstaltung an. Im Frühjahr war ein entsprechender CDU-Antrag allerdings mit 11 gegen 33 Stimmen deutlich abgelehnt worden.

OB Salomon will Verantwortung wahr nehmen

Vertreter aus Heidelberg, Mannheim und Köln hatten am Dienstag beim Hearing im Bürgerhaus in Zähringen ihre unterschiedlichen Ansätze für die Lösung der Konflikte zwischen Anwohnern und Stadtbesuchern vorgestellt. "Ich habe vieles mitgenommen. Doch wir müssen alles erst einmal sacken lassen", bilanzierte Oberbürgermeister Dieter Salomon.

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Die Diskussion werde noch einmal Fahrt aufnehmen, glaubt er. "Wir haben eine Verantwortung dafür, dass die Situation besser wird und dass wir zu Lösungen kommen – auch wenn sie nicht perfekt sein werden." Dass ein kommunaler Ordnungsdienst die Lösung sein könnte, davon habe ihn auch das Fachgespräch nicht überzeugt, so der OB am Ende der Veranstaltung.

Schneller Ruhe in der Altstadt

Heidelberg operiert mit verlängerten Sperrzeiten. Am Wochenende müssen die Kneipen um 3 Uhr schließen statt um 5 Uhr, wie es die Regelung des Landes eigentlich erlaubt. Der Vorteil sei, so Bernd Köster vom Heidelberger Bürgeramt, dass die Altstadt schneller zur Ruhe komme. Walter Rubsamen, Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, sieht auch in Freiburg die Voraussetzungen für eine "zonierte Sperrzeitenregelung" für gegeben. Daran wären alle Lokale im betroffenen Quartier gebunden, es gäbe keinen Bestandsschutz. Alexander Hangleiter vom Wirteverband Dehoga wehrte sich gegen die Idee, weil der Lärm ja nicht aus Kneipen komme. Und auch im Rathaus weiß man: Neue Sperrzeiten ändern nichts am Augustinerplatz-Problem.
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Autor: Joachim Röderer