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01. Oktober 2013 15:20 Uhr

Freiburg

Stadt verschiebt Entscheidung über SC-Stadion auf Januar 2014

Der Zeitplan fürs neue SC-Stadion verschiebt sich: Die Gutachten für den Standort Wolfswinkel dauern länger als geplant. Daher wird der Gemeinderat erst Ende Januar 2014 abstimmen.

  1. Wir der SC Freiburg bald im Wolfswinkel kicken? Foto: Ingo Schneider

Wo wird die neue Fußballarena gebaut? Die mit Spannung erwartete Antwort auf diese Frage wird – anders als bislang geplant – nicht mehr in diesem Spätjahr fallen. Die Stadt Freiburg verschiebt die Entscheidung auf Januar 2014. Das hat die Stadtverwaltung am Dienstag mitgeteilt.

Zu komplex und zu vielfältig seien die Themen, die für den Standort Wolfswinkel am Flugplatz untersucht werden müssten. Der bisherige Zeitplan sei damit hinfällig, heißt es in einer Pressemitteilung. "Gründlichkeit und genügend Zeit zur Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern sind wichtiger als Schnelligkeit", wird Baubürgermeister Martin Haag zitiert.

Gibt es zwingende Ausschlussgründe?

Am vergangenen Freitag hat zum zweiten Mal das sogenannte Dialogforum getagt. Fachleute standen den Bürgerinitiativen und Bürgervereinen sowie den Nutzern und Anliegern des Flugplatzes Rede und Antwort. Im Mittelpunkt der jetzt laufenden Expertisen steht die Prüfung von K.O.-Kriterien und damit die entscheidende Frage, ob es zwingende Ausschlussgründe gibt, die den Bau eines Fußballstadions im Wolfswinkel in jedem Fall unmöglich machen. Die Beurteilung von renommierten Büros aus mehreren Fachgebieten entscheidet darüber, ob die Planung für den Bau eines Stadions weiter verfolgt und dazu das Bebauungsplanverfahren weitergeführt werde, so die Verwaltung.

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Ergebnisse gebe es bislang noch keine, verlautet aus dem Rathaus. In der vierstündigen Sitzung am Freitag standen demnach "die Definition von Fragen und die thematische Abgrenzung der Expertisen" im Mittelpunkt. Die Fachleute für Verkehr, Lärmschutz, Boden und Altlasten, Klima sowie Natur- und Artenschutz aus den von der Stadt beauftragten Gutachterbüros stellten in der Runde dazu nicht nur die jeweiligen Fragen vor, die derzeit untersucht und bewertet werden. Sie berichteten auch ausführlich über Methodik, technische Verfahren und die Anwendung von Modellberechnungen. Zusätzliche Anregungen aus dem Kreis der Bürgervertreter seien vor allem zum Thema Verkehrsregelung eingebracht worden, heißt es. So soll auch bewertet werden, wie sich das Stadion auf die Möbelhäuser Ikea, Möbel-Braun und XXXLutz an der Hermann-Mitsch-Straße auswirken und wie sehr der Betrieb von Firmen im Industriegebiet an Spieltagen tangieren würde.

Ergebnis sollen vor Weihnachten aufbereitet werden

Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt, findet noch in diesem Monat eine weitere Sitzung des Dialogforums statt, dann zu dem Themenkomplex Flugsicherheit und Vereinbarkeit von Stadion und Motorflug. Fachleute der Deutschen Flugsicherung und des Deutschen Wetterdienstes sollen gehört werden. In einer weiteren Sitzung vor Weihnachten werden dann die Ergebnisse des Dialogs aufbereitet.
Auch der Gemeinderat soll laut Stadtverwaltung die Möglichkeit erhalten, direkt mit den Experten zu diskutieren und die Ergebnisse im Bau- und Umlegungsausschuss am 22. Januar zu beraten. Noch vor der Gemeinderatsentscheidung am 28. Januar werde dann auch eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden, in der die Gutachter ihre Expertisen zu den K.O.-Kriterien auch einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen werden.
Beim SC Freiburg nahm man am Dienstag die Verschiebung der Ratsentscheidung kommentarlos zur Kenntnis. Vom Sportclub weiß man aber, dass er auf einen Neubau setzt, der möglichst schnell umgesetzt wird – damit der Verein die derzeit günstigen Bauzinsen für sich nutzen kann.

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Autor: Joachim Röderer