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03. Februar 2012
Innenstadt
Postbahnhof wird abgerissen - nur 28 Jahre nach seinem Bau
Der Freiburger Postbahnhof muss weichen: Das einst preisgekrönte Gebäude an der Bahnlinie wird nach nur 28 Jahren abgerissen und macht einem Dienstleistungskomplex Platz.
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Das Posthorn hängt noch an der Fassade: Der Postbahnhof wird in den nächsten Tagen abgerissen. Foto: Ingo Schneider
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Das Posthorn hängt noch an der Fassade: Der Postbahnhof wird in den nächsten Tagen abgerissen. Foto: Ingo Schneider
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Postbahnhof Freiburg Pakum Foto: privat
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Postbahnhof Freiburg Pakum Foto: privat
Erst hatte der Postbahnhof kein Glück und nun kommt auch noch Pech dazu. Obwohl erst im Jahr 1984 gebaut, muss das Gebäude zwischen Bahnlinie und Heinrich-von-Stephan-Straße Platz machen für einen Dienstleistungskomplex. Das Kuriose an der kurzen Geschichte des Bauwerks ist: Der einst neun Millionen Mark (4,5 Millionen Euro) teure Postbahnhof hat nur sieben Jahre lang seinem ursprünglichen Zweck als Frachtzentrum gedient. Denn 1994 entstand ein neuer Umschlagplatz für Pakete und Briefe in Lahr neben Flugplatz und Autobahn.
Die letzten Tage des backsteinroten Baus direkt an den Gleisen der Bahnlinie erfüllen die Freiburger Architektin Sabine Daiber mit Wehmut: "Bevor früher ein Gebäude nach mehreren Generationen geräumt und abgerissen wurde, musste es schon völlig unbenutzbar und in einem desolaten Zustand sein", sagt sie. Ihr verstorbener Mann Uli Daiber hat das 1984 eröffnete Postgebäude gebaut. 160 Meter lang und 45 Meter breit ist die Pakum genannte Halle aus Glas und Stahl mit großen Fenstern, viel Licht und hellen Arbeitsplätzen. 1987 bekam der Architekt für diese Halle den angesehenen Hugo-Häring-Architekturpreis.Werbung
Aber die Pläne der Post gingen in eine andere Richtung: Der Frachtumschlag wurde zentralisiert. Die neuen Zentren entstanden nicht mehr an den Bahngleisen, sondern an der Autobahn. Ende 1994 hat die inzwischen privatisierte Post am Flugplatz in Lahr das neue Frachtzentrum eröffnet – mit einer mehr als doppelt so großen Betriebsfläche. Von Lahr aus werden pro Tag durchschnittlich 150 000 Pakete für die Bereiche Ortenau, Breisgau inklusive Freiburg, Hochschwarzwald und Hochrhein verteilt. Die Briefpost wiederum wird im Anfang 1996 eröffneten Briefzentrum in Hochdorf sortiert und verteilt. Bis zu 2,2 Millionen Sendungen können dort pro Tag verarbeitet werden.
Die Zeiten, in denen an der Heinrich-von-Stephan-Straße die Post abgegangen ist, sind also passé. In der Pakum-Halle arbeiteten seit 1997 mehrere kleine Unternehmen, unter anderem der Verlag des Eisenbahn-Kuriers. "Zu keinem Zeitpunkt war die Stadt bereit, für die Halle und das angrenzende Postgebäude einen neuen sinnvollen und interessanten Inhalt zu finden", klagt Architektin Daiber. Stadtplaner Wulf Daseking erkennt die architektonische Qualität des Bauwerks an, sagt aber auch, dass das Gelände neu strukturiert werde, weil ein Einbinden nicht möglich sei.
Der Architekturwettbewerb für den Nachfolgebau wird derzeit vorbereitet. Projektentwickler Strabag plant zwischen Hölderle-Carrée und Interchalet-Gebäude einen Komplex mit Büro- und Dienstleistungsräumen, inklusive Hort für die Kinder der künftigen Beschäftigten am alten Postbahnhof-Standort.
Autor: Joachim Röderer


