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28. Juli 2011 14:20 Uhr

Lange Rote

Wurst-Dynastien bekommen mehr Konkurrenz

Die alteingesessenen Wurst-Dynastien dürfen weiter die "Lange Rote" auf dem Münsterplatz braten. Aber es gibt Konkurrenz durch zwei neue Wurststände und durch einen vegetarischen Stand. Das hat die FWTM entschieden.

  1. Wer will, bekommt auch in Zukunft seine Lange Rote bei seinem Stammanbieter – er kann sich aber an neu zugelassenen Ständen verköstigen lassen. Foto: Ingo Schneider

Hassler, Hauber, Meier, Uhl – so heißen die vier Traditionsverkaufsstände auf der Münsterplatz-Nordseite. Das Lange-Rote-Quartett darf weitermachen – genauso wie Paul Karle-Hämmerle auf der Südseite des Münsters. Das hat die neue Ausschreibung der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) ergeben. Es kommen aber zwei neue Wurstbräter hinzu: Den Zuschlag erhielten die Metzgerei Rothmund aus Murg bei Laufenburg am Hochrhein und Metzgermeister Licht aus Bad Krozingen. Auf der Nordseite wird es damit künftig fünf statt bisher vier Wurststände geben und auf der Südseite zwei statt einem. Hinzu kommt noch ein vegetarischer Stand, an dem Tofuwürste auf den Grill kommen werden. Ausgewählt wurde das Freiburger Unternehmen Life Food GmbH mit seinen Taifun-Tofuprodukten.

Die Neuausschreibung der Münsterplatz-Wurststände war wegen den Bestimmungen der EU-Dienstleistungsrichtlinie notwendig geworden. Das sorgte in Freiburg für viel Aufsehen – schließlich gilt die Lange Rote bei Einheimischen und Touristen als Kult-Imbiss. Auf die Ausschreibung der FWTM gab es insgesamt 34 Bewerbungen, von denen 28 die Zulassungskriterien erfüllten. Die Entscheidung fiel zwischen 25 Wurststand-Bewerbern. Fürs vegetarische Angebot gab es drei Interessenten. Eine mit FWTM-Mitarbeitern besetztes Auswahlgremium entschied, beraten wurde die Wurst-Kommission von Bärbel Schäfer, der Leiterin des städtischen Rechtsamtes.

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Die Bewerber mussten verschiedene Kriterien erfüllen: Attraktivität des Marktstandes, Standausstattung, Qualifikation des Personals, Erfahrung auf Märkten, Qualität und Regionalität der Produkte. Nach einem Punktesystem wurden die Bewerbungen nach diesen Kriterien bewertet. "Das Ergebnis hat uns in seiner Eindeutigkeit dann doch überrascht", sagt FWTM-Prokurist Thomas Stoffel, der die Kommission leitete. Die fünf bisherigen Betreiber lagen vorne, gefolgt von den beiden künftigen Lange-Rote-Anbietern. Die neuen Verträge gelten nun wieder für fünf Jahre.

"Das Imbissangebot auf dem Freiburger Münsterplatz bleibt damit qualitativ auf einem hohen Niveau", bilanzierte FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann, der selbst an der Entscheidung nicht beteiligt war. Der Aufsichtsrat der FWTM hat das Ergebnis am Mittwochabend zur Kenntnis genommen.

Zufrieden zeigte sich auch Thomas Meier von Meiers Wurststand, Sprecher der bisherigen Lange-Rote-Anbieter: "Wir sind alle erleichtert, zumal es sehr lange gedauert hat, bis die Entscheidung kam". Mit der Aufstockung der Stände kann er leben, auch wenn es "für einige sicher nicht leicht werden wird". Metzgermeister Bernd Rothmund aus Murg bei Laufenburg freut sich, dass er zum Zug kommt: "Das ist für uns eine tolle Sache". Rothmund wird Würste auf dem Münsterplatz Würste aus eigener Herstellung anbieten. Mit Spannung erwartet wird die Markt-Einführung der Tofuwurst für Vegetarier. Auf der Facebook-Seite der Badischen Zeitung hat eine Internetnutzerin schnell den passenden Namensvorschlag geliefert: "Lange Grüne".



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Autor: Joachim Röderer