Unabhängiger Kandidat will zur OB-Wahl antreten

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 09. November 2017

Freiburg

Manfred Kröber: Noch ein Grüner möchte Chef im Rathaus werden.

Am 22. April nächsten Jahres wird ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin für Freiburg gewählt. Ein Kandidat steht bereits fest: Amtsinhaber Dieter Salomon hatte schon im Januar erklärt, er wolle sich für eine dritte Amtszeit bewerben. CDU, SPD, die Linken und auch Freiburg Lebenswert suchen noch nach Kandidaten, die sie gegen den OB ins Rennen schicken können. Nun hat sich ein unabhängiger Bewerber gemeldet: Der 37-jährige Manfred Kröber will nach eigenen Angaben für das Amt kandidieren. Genau wie Salomon ist Manfred Kröber Mitglied der Grünen; allerdings kann nur der OB auf die Unterstützung seiner Partei rechnen.

Der gebürtige Heidelberger, der im Freiburger Stadtteil Haslach wohnt, hat im Juli sein Referendariat an beruflichen Schulen beendet und sucht eine Lehrerstelle. "Nur deshalb habe ich Zeit für Wahlkampf", sagt er. Gründe zu kandidieren gebe es viele. Etwa demokratische: "Wir regen uns viel zu sehr darüber auf, was Menschen falsch machen, anstatt selbst etwas anzupacken", so Kröber. Mit seiner Kandidatur wolle er auch andere ermutigen, ihre Stimme zu erheben.

Anfang Januar will Kröber sein Wahlprogramm vorlegen, das sich auf die Schwerpunkte Wohnungsbau, Ökologie und Verkehr sowie Bürgerbeteiligung konzentrieren soll. Er habe, sagt er, ein Budget von 5000 bis 10 000 Euro und einen losen Unterstützerkreis um sich, der größer werden soll. Bei den Grünen hatte Kröber unter anderem 2012 bei der Nominierung des Kandidaten zur Bundestagswahl gegen Kerstin Andreae verloren (mit acht gegen 44 Stimmen) sowie 2010 gegen Edith Sitzmann bei der Nominierung als Landtagskandidat (vier gegen 29 Stimmen). "Auch diesmal bin ich nicht Favorit", weiß Kröber. Er sei trotzdem fest entschlossen zu kandidieren, es sei denn, er würde merken, dass er Geld, Zeit und Energie verschwende. "Dann würde ich zurückziehen, das wäre vernünftig."

Zur Bewerbung braucht’s 250 Unterstützer

Offiziell bewerben können sich Kandidaten von 16. Februar bis 26. März 2018. Die Anforderungen sind eindeutig: Bewerber brauchen 250 Unterstützungsunterschriften auf amtlichen Formblättern, müssen eine Wählbarkeitsbescheinigung und eine eidesstattliche Versicherung zur Wählbarkeit abgeben. Es gilt: Wer die Bewerbungsunterlagen zuerst abgibt, steht auch ganz oben auf dem Wahlzettel.

Falls einer der Kandidaten am 22. April mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen bekommt, ist er gewählt. Falls nicht, wird die Wahl am 6. Mai wiederholt, dann entscheidet die höchste Stimmzahl, bei Stimmengleichheit das Los.

CDU, SPD, die linke Szene sowie Freiburg Lebenswert hatten bereits angekündigt, eigene Kandidaten aufstellen zu wollen. Unisono heißt es, die Suche laufe noch, Namen sind noch keine bekannt geworden. Die CDU ließ verlauten, die Suche gehe aktiv weiter. Die SPD will in den nächsten Wochen mit einem Kandidaten an die Öffentlichkeit gehen.

Auch bei den Linken läuft die Suche nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten. Bei Freiburg Lebenswert soll die OB-Wahl Thema der nächsten Versammlung am 15. November sein, auch da soll es um einen Kandidaten oder eine Kandidatin gehen.

Allen geht es auch darum, eigene Themen zu setzen. Das hat auch der unabhängige Kandidat Manfred Kröber erkannt: "Man kann öffentlich Einfluss nehmen, wenn man Wahlkampf macht."