Gemeinsam in die Zwergstrauchheide

ibel

Von ibel

Mo, 08. Oktober 2018

Fröhnd

EIN SELBSTVERSUCH: BZ-Mitarbeiterin Isabell Bickel beteiligte sich mit 16 Freiwilligen am Landschaftspflegetag am Hofer Kreuz.

FRÖHND. "Anpacken zum Erhalt der Schwarzwaldlandschaft": Unter diesem Motto hat die Gemeinde Fröhnd gemeinsam mit dem Biosphärengebiet freiwillige Helfer(innen) eingeladen, kräftig mit Hand anzulegen, um der Zwergstrauchheide Luft zu verschaffen. Dem Gehölz sollte es an den Kragen gehen. BZ-Mitarbeiterin Isabell Bickel legte kräftig mit Hand an.

Am Treffpunkt Rathaus in Fröhnd am Samstagmorgen um 9 Uhr haben sich 16 weitere freiwillige Helfer eingefunden. Darunter Horst Marterer, Jäger und Landwirt, Förster Rolf Berger mit Familie, Ricarda Barbisch, die als Praktikantin beim Biosphärengebiet arbeitet, und Matthias Claus aus Kirchzarten, der regelmäßig in Fröhnd Gleitschirm fliegt. Fröhnds Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner begrüßt alle herzlich. Christoph Huber vom Biosphärengebiet erklärt uns, dass es sich bei der Fläche am Hofer Kreuz auf 1 000 Metern Höhe, an der der Landschaftspflegetag stattfindet, um eine nichtbewirtschaftete Fläche handelt. Dort gibt es die Zwergstraucheide, die ökologisch sehr wertvoll ist.

Es wachsen dort Heidelbeeren und Preiselbeeren und sie dient dem seltenen Auerhuhn als Grundnahrungsfläche. "Um die wertvolle Zwergstrauchheide zu erhalten, müssen gelegentlich Landschaftspflegetage, bei denen Gehölz entfernt wird, durchgeführt werden". Jäger Horst Marterer verrät uns, dass er am Hofer Kreuz in der Zwergstrauchheide bereits Auerhühner gesehen hat.

Im Geländewagen geht es auf holprigen Waldwegen gemeinsam zum Hofer Kreuz. Es ist noch ziemlich frisch, der Himmel Wolken verhangen. Dennoch ist die Aussicht am Hofer Kreuz auf den Belchen, den Feldberg und das Herzogenhorn einmalig. Bevor wir unsere "Hurstaktion" starten, gibt Anke Haupt eine kurze Einweisung. Sie erklärt, welche Gehölze weg müssen und welche stehen bleiben sollen, verteilt Ast- und Rebscheren sowie kleine Sägen. Arbeitshandschuhe haben die meisten Helfer selbst mitgebracht. Anke Haupt ist Umwelt- und Erlebnispädagogin und hat den Landschaftspflegetag mit organisiert. Für sie sind Landschaftspflegetage eine Herzensangelegenheit. Von ihrer Begeisterung mitgerissen, können es alle kaum abwarten, endlich zu beginnen.

Alle sind sich einig: Naturschutz macht Spaß

Aufgeteilt in zwei Gruppen geht’s los. Noch ist es kalt, doch sobald das erste Gehölz geschnitten und zusammengetragen worden ist, wird es wärmer. Der Wald um die Zwergstrauchheide verströmt einen angenehmen Duft. Es riecht nach Fichten und Tannen. Die warmen Farben der Blätter und der Heide spiegeln den Herbst wider. Mit der Zeit wärmt sich die Luft auf, die Wolken am Himmel verschwinden. Alle packen kräftig an, schneiden Gehölz, das nicht in die Zwergstrauchheide gehört zurück. Das Gehölz wird auf Haufen gesammelt.

Förster Rolf Berger erklärt, dass diese unter Aufsicht verbrannt werden sollen, wenn sie trocken sind. Noch ist das Gehölz zu feucht. Schon nach ein paar Stunden ist die Zwergstrauchheide deutlich freier und gut zu sehen. Die Arbeit ist zwar anstrengend, macht aber Spaß. Gelegentlich pikst es am Bein, wenn man an einem Brombeer- oder Himbeerstrauch vorbeikommt. Lange Hosen sind hier ein Muss. Festes Schuhwerk ist im abschüssigen Gelände unerlässlich. Nach drei Stunden harter Arbeit ist die Mittagspause willkommen. Anke Haupt hat einen leckeren Eintopf über dem Lagerfeuer gezaubert, es gibt frisches Bauernbrot dazu. Nach der körperlichen Anstrengung genau das Richtige. Es kommt ein bisschen Pfadfinderstimmung auf. Nachdem alle kurz ausgeruht haben, geht es zum Endspurt. Noch einmal schneiden und sägen, und tatsächlich haben wir es gemeinsam geschafft, die gesamte Zwergstrauchheidefläche am Hofer Kreuz von Gehölz zu befreien. Die freiwilligen "Landschaftspfleger" unterhalten sich in den Pausen über Natur- und Umweltschutz, aber auch über ihr eigenes Leben. Die gemeinsame Arbeit baut Brücken zwischen Menschen, die sich vorher nicht gekannt haben.

Gegen 15 Uhr ist der Arbeitseinsatz beendet. Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner, die selbst tatkräftig mitgeholfen hat, dankt allen Helfern und kündigt an, dass es bestimmt bald einen weiteren Landschaftspflegetag gibt. Wir Freiwilligen sind stolz auf das, was wir in relativ kurzer Zeit zusammen geschafft haben. Und wir sind uns einig, dass wir am nächsten Landschaftspflegetag wieder dabei sind. Denn Naturschutz macht Spaß und jeder kann dazu beitragen.