Störk: Ensemble am Blauen bedroht

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Do, 19. Juli 2018

Fröhnd

Heimatforscher entdeckt im Umfeld der Wolfsacker-Schanze oberhalb von Fröhnd weiteren Wallgraben aus dem 17. Jahrhundert.

FRÖHND (BZ). Für ihn "völlig überraschend" hat Heimatforscher Werner Störk am Höhenzug des Zeller Blauen oberhalb von Fröhnd eine weitere Entdeckung im Wald gemacht: Er stieß rund um die von ihm vor einigen Wochen entdeckte Wolfsacker-Schanze auf weitere Wallanlagen (siehe Grafik rechts). Diese, so Störk, werten das Ensemble um die Wolfsackerschanze aus seiner Sicht zu einem "einzigartigen" Komplex auf. Teile der Wolfsacker-Schanze sind, so der Historiker, durch den Bau der Zuwegung zum geplanten Windpark am Zeller Blauen gefährdet.

Die mächtigen Doppelsperren mit ihren beeindruckenden, westwärts gerichteten Winkeln, die Werner Störk nun entdeckt hat, dienten primär zur Sicherung der historischen Wegverbindung zwischen Zell, Fröhnd, Elbenschwand und Bürchau. Damit wurde der mögliche Aufstieg eindringender Truppen vom Talboden der Kleinen Wiese vereitelt und der hier strategisch entscheidende Wolfsacker-Pass gleich doppelt geschützt.

"Wie wichtig dieser Passübergang war, belegen auch die vier Schanzen auf der Ostseite auf Zeller Gebiet, die diesen Zugang intensiv überwachten und auch gewährleisteten, dass trotz unfriedlicher Zeiten der Warenhandel zwischen dem Großen und dem Kleinen Wiesental möglichst ungestört betrieben werden konnte", stellt Werner Störk fest. Der Historiker hatte – auch dank der Hinweise von Harald und Daniel Senn aus Bürchau – in den vergangenen Tagen immer wieder neue Entdeckungen am Zeller Blauen gemacht.

Werner Störk hat nun jedoch die Sorge, dass einige der im Wald verborgenen Bodendenkmäler aus der Frühen Neuzeit beim Bau des Windparks zerstört werden könnten. Für derartige Vorgänge, weist Störk hin, gebe es bereits viele weitere Beispiele. So seien Schanzen seines Wissens teilweise bereits als Mülldeponie genutzt oder für Bolzplätze eingeebnet worden.