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14. April 2011
Für den Wiederaufbau in Haiti braucht es einen langen Atem
Informationen aus erster Hand von Caritas-Mitarbeitern und BZ-Redakteur Thomas Fricker / Hilfe für den karibischen Inselstaat darf jetzt nicht abreißen.
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Raymaluz sang mit ansteckender karibischer Fröhlichkeit. Foto: Barbara Ruda
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Über die Nachhaltigkeit der Hilfe in Haiti diskutierten Dr. Joost Butenop, Thomas Fricker und Michael Brücker (von links). Foto: Barbara Ruda
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Über die Nachhaltigkeit der Hilfe in Haiti diskutierten Dr. Joost Butenop, Thomas Fricker und Michael Brücker (von links). Foto: Barbara Ruda
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LÖRRACH (rud). Haiti stand am Dienstag im Zentrum eines Informationsabends des Aktionsbündnisses "Südbaden hilft" im Rathaus – eine wichtige Veranstaltung, denn andere Katastrophen wie die in Japan lenken jetzt die Welle der Solidarität auf sich. Da droht der karibische Inselstaat, der bereits vor dem Erdbeben im Januar 2010 am Abgrund stand, ein bisschen in Vergessenheit zu geraten. Außerdem grassiert dort derzeit die größte Cholera-Epidemie der Neuen Welt.
Viele Hilfsorganisationen sind bereits wieder weg, und wegen des politischen Machtvakuums fehlen bis dato Masterpläne für den Wiederaufbau. Deshalb können die sieben Milliarden Dollar, die einem Aufbaugremium um Bill Clinton zur Verfügung stehen, noch nicht eingesetzt werden. Das ist fatal, weil der wichtige Teil der Arbeit erst jetzt beginnt. "Da ist langer Atem gefragt", sagte der stellvertretende BZ-Chefredakteur Thomas Fricker am Dienstag. "Wir müssen das Thema dauerhaft in der öffentlichen Aufmerksamkeit halten". Aus dem Spendenbündnis werde ein Herzensbündnis, fügte Andrea Edler hinzu. Sie koordiniert bei Caritas International die Aktivitäten von "Südbaden hilft". Insgesamt plane man für den Wiederaufbau in Haiti ein Zeitfenster von fünf Jahren.
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Neben der Badischen Zeitung und Caritas International wird das Bündnis "Südbaden hilft" von den Städten Freiburg und Lörrach sowie vom Südwestrundfunk getragen. Der Wiederaufbau des Zentrums St. Vincent de Paul mit Schule und Behindertenheim in der Stadt Léogâne ist nach dem Tsunami im Indischen Ozean das zweite Projekt, für das "Südbaden hilft" das Engagement einer ganzen Region bündelt und dafür sorgt, dass langfristig etwas angeschoben wird. Dreh- und Angelpunkt der Anlage ist Soeur Claudette, die hier in einem Land mit einem großen Defizit an sozialen Infrastrukturen Randgruppen wie Alten, Behinderten, Kranken und Kindern ein Heim bietet.
Insgesamt sind derzeit von "Südbaden hilft" 478 000 Euro in den Wiederaufbau geflossen. Caritasmitarbeiter Dr. Joost Butenop war just am Dienstag von Léogâne zurückgekehrt und berichtete in Lörrach über den Einsatz und die Fortschritte des Projekts. Nach der Hilfe in der akuten Notphase und den Aufräumarbeiten habe jetzt an allen Ecken und Enden der Wiederaufbau begonnen – Gesundheitsstation, Grundschule, Unterkünfte und auch eine Baufachschule, damit die neuen Gebäude auf festen Fundamenten stehen. Dass Raymaluz bei der Veranstaltung im Rathaus kubanische Lieder sang, vermittelte Musik und Fröhlichkeit der Karibik. Der Tag des Erdbebens hatte all das in Haiti zum Stillstand gebracht. In Léogâne, so zeigte Butenop auch in Bildern, sind im Zuge des Wiederaufbaus die Märkte, das Lachen und die Musik und damit alles, was die Karibik ausmacht, wieder da – inmitten von Ruinen.
Konto: 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ: 66020500, "Südbaden hilft"
Autor: rud


