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01. Oktober 2016 00:00 Uhr

Weinrevolutionäre

Erster Band der Buchreihe "Badische Winzer" erscheint

Eine spannende Entdeckungs- und Genussreise durch Südbadens Weinwirtschaft: Der erste Band der Buchreihe "Badische Winzer" stellt 20 Weinrevolutionäre aus der Region vor.

  1. Die schönste Seite Südbadens: Reben in voller Pracht. Foto: Michael Wissing

  2. Ad sdf sfg sdfgsd kocht in der Rsdfg dksdfg dfdfgen. Foto: Promo

Die Leserinnen und Leser dieser Seite wissen es: Es tut sich was in Badens Weinwirtschaft. Die badischen Winzer sind nicht nur in Deutschland hoch geachtet, mittlerweile sorgen sie auch international für Aufsehen. Ausgelöst haben die junge badische "Weinrevolution" Männer (und zunehmend auch Frauen), die mit großer Leidenschaft, viel Erfahrung, gewaltigem Mut, enormen Ehrgeiz und vor allem mit kompromisslosem Streben nach Qualität in den Reben und im Keller arbeiten, um aus der ihnen anvertrauten Kulturlandschaft das Beste herauszuholen.

Christian Hodeige, Verleger und Herausgeber der Badischen Zeitung sowie überzeugter Liebhaber und Kenner badischer Weine, verfolgt diese Entwicklung seit Langem. Im jetzt erschienenen ersten Band der Buchreihe "Badische Winzer" stellt er 20 dieser Weinrevolutionäre vor. Winzer wie Arne und Martin Bercher, deren Familien seit zehn Generationen in Burkheim am Kaiserstuhl leben.

Winzer sind oft Idealisten und Individualisten

Querköpfe (im besten Sinn) wie Sven Enderle und Florian Moll, zwei Garagenwinzer, die sich nicht an die überbrachten Regeln und Konventionen halten und sich vor allem als Begleiter bei der Weinwerdung verstehen. Ökologische Überzeugungstäter wie Biowinzer Matthias Höfflin aus Bötzingen. Spätberufene Autodidakten wie Martin und Fritz Waßmer aus Bad Krozingen. Und selbstverständlich Weingranden wie Joachim Heger aus Ihringen und Fritz Keller aus Oberbergen. Die Aufzählung könnte noch lange weitergehen.

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Ecken, Kanten, Spass

Winzer sind oft Idealisten und Individualisten. Bei allen Unterschieden, eines haben sie gemeinsam: Sie sind fasziniert von der Arbeit mit und in der Natur. Umso erstaunlicher ist es, dass die "badischen Revolutionäre" noch keinen gemeinsamen publizistischen Auftritt hatten. Diese Lücke wird nun mit der Buchreihe geschlossen. Das Lesen von Büchern hat etwas mit Beständigkeit zu tun – und Winzer denken in Generationen.

Weintrinker interessieren sich immer mehr für das Gesicht hinter den Weinen. Sie wollen wissen, wo die Weine herkommen, wer sie macht. Weine, eine eigene Handschrift tragen. Die auch mal polarisieren können. Die Ecken und Kanten haben. Die vor allem Spaß machen sollen – und dies Jahrgang für Jahrgang aufs Neue.

Nur mit der Natur

Die Zeiten, in denen sich Badens Winzer an den französischen Nachbarn orientierten (oder sie gar kopierten), sind vorbei. Sie sind selbstbewusst geworden. Das Innovationspotenzial ist enorm. Es wird vom in vielen Betrieben derzeit anstehenden Generationswechsel ein gutes Stück weiter vorangebracht. Die junge Generation ist hervorragend ausgebildet, hat sich in der internationalen Weinwelt umgesehen und ihnen sind, bei aller Konkurrenz, Austausch und Netzwerke wichtiger als Missgunst und Kirchturmdenken. Wein ist mehr als wunderbar vergorener Traubensaft. Wein ein sensibles Produkt.

Er ist vielfältig, lebendig und verändert sich ständig. Qualität ist kein Zufall. Jeder Arbeitsschritt, vom Rebschnitt bis zur Abfüllung der Flaschen, wirkt sich auf den Geschmack aus. Deshalb ist es ebenso spannend wie lehrreich zu erfahren, wie sich Badens Winzer mit Böden und Rebsorten, mit dem Mikroklima und dem Ausbau auseinandersetzen. Wie sie mit den Launen der Natur umgehen. Und was sie von ihrer Arbeit mit – nicht gegen – die Natur berichten. Mancher Landwirtschaftsfunktionär, der noch immer unverdrossen auf die Hilfe der Chemie setzt, könnte davon etwas lernen.

Erst der Anfang

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Mit der Auswahl der Winzer und der Beschreibung ihrer besten Weine legt sich das Buch "Badische Winzer" fest. Es klappt aber nicht den Buchdeckel zu. Soviel sei bereits verraten: Am zweiten Band mit weiteren ausgewählten Privatweingütern und ausgesuchten Genossenschaften wird bereits gearbeitet. Am Ende wird ein "Who is Who" der badischen Weinwelt stehen. Nicht als Lexikon der Eitelkeiten, sondern Nachweis eines Stücks badischer Lebenskultur.

Bis dahin bleibt Zeit für eine spannende Entdeckungs- und Genussreise durch Südbadens Weinwirtschaft. Das Buch "Badische Winzer" ist nicht nur ein von Michael Wissing opulent und spannend bebildertes Lesevergnügen, es will auch dazu ermuntern, sich die spannende Welt der badischen Weine zu erschließen. Und das ist am schönsten und geht am besten, wenn man die Winzer besucht, sie fragt, ihnen zuhört, schaut und natürlich probiert. Deshalb werden im Buch nicht nur die Lieblingsweine der Winzer vorgestellt, die Weinmacher – Winzer sind bekanntlich Genussmenschen – verraten auch ihre Lieblingsrestaurants und Hotel.

Gehen sie auf Weinreise. In der Region. In Südbaden. Viel Spaß dabei!
Christian Hodeige/Michael Wissing: Badische Winzer, Band 1, edition rombach, 176 Seiten, 22,80 Euro. Das Buch ist erhältlich bei den Buchhandlungen Rombach, im Buchhandel, im Pressehaus und in den Geschäftsstellen der BZ.

Buchvorstellung am 3. November, 20 Uhr, in der Buchhandlung Rombach in Freiburg bei einem badischen Winzerabend mit den Weingütern Bercher, Enderle und Moll, Heger, Höfflin und Keller (Eintritt 15 Euro inklusive Weinproben und Speisen, Karten im Vorverkauf bei der Buchhandlung Rombach).

Autor: bz