Jazz im Restaurant

Im Eimeldinger Löwen soll es so klingen wie in New Orleans

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Do, 17. Mai 2018 um 07:48 Uhr

Gastronomie

Am Donnerstag ist Premiere im Eimeldinger Löwen. Dort treten im Gewölbekeller die Sugar Foot Stompers auf und starten damit eine Reihe monatlicher Auftritte.

Die Band, die sich auf traditionellen Jazz aus den 1920er-Jahren spezialisiert hat, wird dort nun bis zum Jahresende jeden Monat an einem Donnerstag zu hören sein. Was hierzulande durchaus Seltenheitswert hat, klärt Bandleader Heiner Krause auf, der sich sehr über diese Möglichkeit des "steady gigs", des regelmäßigen Auftritts, freut.

Wie war das in New Orleans?

New Orleans gilt als die Wiege des Jazz und alle acht Sugar-Foot-Stompers-Musiker sind Fans der Stadt im amerikanischen Bundesstaat Louisiana, wo bis heute alle möglichen Stilrichtungen des Genres gepflegt werden. Überall spielen Bands auf den Straßen, erzählt Heiner Krause. Und wenn sich ein Menschenauflauf um eine Gruppe auf der Straße gebildet hat, müssen Autos halt mal warten. Die acht Musiker haben die Atmosphäre gerade im April wieder genossen und – wie Heiner Krause schwärmt – Inspirationen auf Jahre hinaus bekommen. In den Bars und Clubs wechseln sich vom Nachmittag an bis in den späten Abend Bands ab, sie haben ihren festen Ort und ihre feste Zeit. Die Musiker leben vom Trinkgeld, das man ihnen gibt und vom Verkauf von CDs. Die Sugar Foot Stompers haben die Musikszene aufgesogen, manchmal auch mit einheimischen Bands zusammen musiziert, sich an die Fersen ihres jeweiligen Vorbilds geheftet. Ja – und da gab es den Traum, daheim im Markgräflerland auch eine solch regelmäßige Auftrittsmöglichkeit zu bekommen.

New Orleans in Eimeldingen

Mit dem "steady gig" in Eimeldingen wird der Traum wahr. "Es bedeutet uns wahnsinnig viel, dass wir hier nun regelmäßig auftreten können", sagt Heiner Krause, der die Band vor mehr als 35 Jahren mit Mitschülern am Lörracher Hebelgymnasium gegründet hat. "Aus einer "kindlichen Idee heraus", wie er sagt, die Musik der von ihm so geliebten Slapstickfilme mit Buster Keaton und Stan und Olli nachmachen zu wollen. Von dem Gewölbekeller, der sich gut für Auftritte eignen würde, hatten Mitmusiker gehört. Beim Löwen stieß ihre Anfrage auf offene Ohren. Bis Ende des Jahres sind Termine vereinbart, "und dann schaun wir mal, wie’s weitergeht". "Natürlich können wir New Orleans nicht herholen", sagt der Bandleader, "es fehlen die Architektur, das subtropische Klima, die Mississippi-Dampfer, aber ein wenig dieses Geists und der Lebensfreude, das wollen wir vermitteln." Wie in New Orleans sollen Leute kommen und gehen können, der Eintritt ist frei. Die Stompers wollen Unterhaltung bieten, kein Konzert, bei dem man aufmerksam zuhören muss, also kann nebenher gegessen und getrunken werden. Restaurantchefin Berit Hanemann empfiehlt nur für den Fall, dass jemand vor dem Auftritt im Restaurant essen möchte, eine Tischreservierung. Und sollte es im alten Kalksteinkeller eng werden, gäbe es noch Platz auf der breiten Treppe nach oben oder in der Remise. Am Schluss geht ein Hut herum, wie in New Orleans, in dem Fall aber nur zur Deckung ihrer Kosten. Denn die Musiker verdienen ihren Lebensunterhalt anderswo – Heiner Krause zum Beispiel als klassischer Waldhornist.

Anknüpfen an alte Zeiten

Schätzen die Musiker die besondere Atmosphäre der "steady gigs", weil sich ein Stammpublikum entwickelt, man sich kennt, so trifft sich das gut mit Berit Hanemanns Idee eines offenen Hauses, in dem man sich "daheim" fühlt, wie in einer Großfamilie. Anfang des Jahres hat sie mit ihrer Mutter zusammen den Löwen nach einer Umbauzeit wiedereröffnet. New Orleans hin oder her – Heiner Krause ist sicher, dass man mit der Live-Musik auch an eine alte Löwen-Tradition anknüpft: "Ich bin überzeugt, dass hier früher ein Klavier stand und Musik gemacht wurde." Übrigens: Mit dem Auftrittsort weicht die Band von ihrer Lieblingsstadt ab: "New Orleans steht auf Sumpf, solche Keller kann es dort gar nicht geben."
Jazz im Löwen

  • Die Band besteht aus Heiner Krause (Waschbrett, Vocals, Kornett), Dieter Steininger (Trompete, Kornett), Thomas Kaltenbach (Posaune), Andreas Walter (Klarinette), Hiroki Ichikawa (Klarinette, Saxophon, Waschbrett), Christian Mauch (Banjo), Bernd Schöpflin (Sousaphon) und Johannes Mauch (Klavier).
  • Der Stil orientiert sich am traditionellen Jazz, der seine Wurzeln im New-Orleans- und Chicago-Stil der 1920er-Jahre hat. Das Genre bildete sich aus verschiedenen Einflüssen in New Orleans heraus. Musiker, von der Wirtschaftskrise damals nach Chicago getrieben, entwickelten den Stil dort weiter.
  • Die Auftritte sind jeweils an einem Donnerstag pro Monat um 20 Uhr, die Termine sind am 17. Mai, 14. Juni, 19. Juli, 30. August, 27. September, 18. Oktober, 15. November, 13. Dezember

Mehr dazu unter loewen-eimeldingen.de oder sfs-loerrach.de