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02. Dezember 2011

Innenstadt

"Ratsstüble": Gebäude bleiben erhalten - das Lokal nicht

Neue Pläne für alte Mauern: Der Umbau des Freiburger „Ratsstüble“-Ensembles rückt näher: Gebäude bleiben erhalten, das Lokal nicht.

  1. Freiburger Idylle: Das Ratsstüble an der Universitätsstraße soll umgebaut werden. Foto: Ingo Schneider

  2. Ein Stück altes Freiburg: Das Ratsstüble an der Universitätsstraße soll umgebaut werden. Foto: Ingo Schneider

Es geht um das Ensemble mit vier Häusern, die zu den ältesten in Freiburg zählen. Und jetzt steht fest: Das "Ratsstüble"-Gebäude an der Universitätsstraße gegenüber dem Rathaus bleibt erhalten und wird saniert. Darauf hat sich Eigentümerin Martina Feierling-Rombach mit Baubürgermeister Martin Haag geeinigt. Fest steht aber auch: Im Erdgeschoss wird es in Zukunft keine Gastronomie mehr geben.

Seit Oktober 2010 ist das Traditionslokal geschlossen. Derzeit erlebt es ein vorübergehendes Comeback: Das "Ratsstüble" ist, wie schon im Vorjahr, während der Weihnachtsmarktzeit geöffnet. Währenddessen hat es diese Woche ein Gespräch zwischen Eigentümerin und Baubürgermeister gegeben. "Es geht jetzt in die richtige Richtung", sagt Martin Haag. Er ist sehr glücklich darüber, dass der Abbruchantrag vom Tisch ist. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Es geht hier um Freiburger Stadtgeschichte: Die Mauern des doppelstöckigen Kellers reichen zurück bis in die Zeit der Stadtgründung im 12. Jahrhundert, der Dachstuhl datiert aus dem 16. Jahrhundert. Nun müssten noch Gespräche mit dem Denkmalschutz geführt werden, so der Baubürgermeister.

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Besitzerin Martina Feierling-Rombach beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den Plänen für das Areal. Etliche Gutachten wurden erstellt. Auch die Eigentümerin sieht die Chance auf eine gute Lösung: Die einzelnen Gebäude sollen über Durchbrüche miteinander verbunden werden. So würde im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss statt Minieinheiten eine zusammenhängende größere Fläche für Einzelhandel entstehen. Auch Wohnungen sind geplant. Im historischen Keller wäre Platz für Gastronomie: "Dafür sind wir offen, es käme auf den Betreiber an" so Martina Feierling-Rombach. Aber sie erklärt auch: Ein Lokal im Erdgeschoss wie bisher sei wirtschaftlich nicht darstellbar.

Die Ratsstüble beschäftigt auch zwei Ratsherren. Atai Keller (Kulturliste) schwärmt in einer Pressemitteilung über die Kurzzeit-Öffnung zum Weihnachtsmarkt: "Das alte Flair, Holz und Kachelofen, Theke und Kachelörtchen, sie sind zurückgekehrt". Er wünscht sich für die Zukunft ein neues "Ratsstüble" als "historische Attraktion und kulinarischen Zufluchtsort" für Einheimische und Touristen. Unterstützung bekommt Keller von Stadtrat Daniel Sander, dem Vorsitzenden der CDU Altstadt: Das Ratsstüble müsse offenbleiben, fordert auch Sander und schießt gegen die frühere CDU-Stadträtin Feierling-Rombach: "Auf keinen Fall darf es Schule machen, dass man ein denkmalgeschütztes Haus so lange leer stehen lässt, bis man es in eine mehrgeschossige und profitablere Boutique umbauen kann." Eigentum verpflichte und gerade bei einem solch historischen Gebäude gebe es eine besondere Verantwortung.

Autor: Joachim Röderer


3 Kommentare

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Michael Klug

Registriert seit: 10.11.2009

Kommentare: 440

02. Dezember 2011 - 09:43 Uhr

Wäre in der Tat ein Verlust und würde Freiburg noch austauschbarer machen!

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

06. Dezember 2011 - 11:35 Uhr

Oh ja, endlich mal eine Boutique oder ein Handyladen in der Innenstadt! Hat echt gefehlt.....

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 497

06. Dezember 2011 - 11:47 Uhr

Am besten wäre ein Filialist, der sowieso schon 500 Storeflächen in Deutschland hat, damit auch die Touristen und Auswärtigen sofort wissen, wo sie genau die gleichen Sachen wie zu Hause kaufen können! Bei Einzelhändlern muß man ja immer erst mal schauen, was der so hat, nee nee... oder ein gemütliches Café... viel zu wenig Konsum / Umsatz, nee nee ... oder gar ein Laden mit individuellen Produkten... das wäre einfach zuviel Abwechslung und überfordert den marketingkonditionierten (sprich unmündigen, fremdbestimmten) Kunden...

Ok, genug Ironie! Es ist vielleicht auch ungerecht allgemeine, strukturelle Kritik an dieser einen Fläche auszulassen!

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