Genusswandern in Südbaden

St. Valentin Freiburg: "Scharfe Paula" & Co.

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 22. Mai 2010 um 06:00 Uhr

Gastronomie

GENUSSWANDERN IN SÜDBADEN (32): Hier mitten im Wald, unterhalb des Schauinslands, hoch über Günterstal, da war sie einst zu Hause: die scharfe Paula. Sie hatte viele treue Fans.

Und so ist die Paula zur Legende geworden. Dabei ist sie doch nur ein Gericht, das mit der Waldgaststätte St. Valentin berühmt wurde. Das Original-Rezept hat die 2001 verstorbene Wirtin Susanna Trenkle mit ins Grab genommen. Aber bestellen kann man die "Scharfe Paula", ein Schweinesteak mit Käse und Schinken samt feuriger Sauce und mit Brägele, auch heute noch. Trenkles Nachfolger Thomas Fehrle hält dem Traditionsgericht stets einen Platz auf der Speisekarte frei.

Seine Lage im Wald garantiert dem Freiburger Kultlokal einen hohen Romantikfaktor. Im Winter kann man im niedrigen Gastraum an den Tischen zusammenrücken und ein Fondue ordern. Im Sommer sitzt man entspannt an den Holztischen unter großen Schatten werfenden Bäumen, kann für Stunden die Zeit vergessen und den Herrgott getrost einen guten Mann sein lassen.

Der Valentin, benannt nach Bischof Valentin von Terni, war seit dem 17.Jahrhundert eine Wallfahrtsstätte, zu der einst auch ein kleines Kirchlein gehörte. Die Wirtschaft wurde einst von Waldbrüdern betrieben, um die Pilger zu versorgen. Um das Jahr 1800 herum hat dann die Stadt Freiburg das Areal erworben. Niemand wirtete droben im Wald länger als Susanna Trenkle, die 67 Jahre im "Valentin" das Sagen hatte. Nach ihrem Tod wurde das Waldlokal von der Stadt gründlich und für sehr viel Geld renoviert.

Der Charme des Valentin ist auch nach dem Neustart erhalten geblieben: Der Service ist herzlich und flink, die Preise auf der Karte sind fair kalkuliert. Die Gäste schätzen seit eh und je die Pfannkuchen im Waldlokal, wahlweise herzhaft oder süß. Es gibt auch Elsässer Flammenkuchen vom Holzbrett, Wurstalat oder Schnitzel sowie etliche vegetarische Gerichte. Regelmäßig finden sich auch Wildspezialitäten auf der Karte – das gute alte St. Valentin ist ja nicht umsonst ein Waldlokal.

Restaurant St. Valentin, Inh.: Thomas Fehrle, Valentinstraße 100, 79104 Freiburg-Günterstal
Tel.: 07 61 - 70 777 48
http://www.restaurant-valentin.de/
Öffnungszeiten: ganzjährig
Dienstag bis Samstag ab 12 Uhr
Sonn- und Feiertags ab 11 Uhr
Montag Ruhetag (von November bis März)

Anfahrt: Wer partout nicht wandern will: Rund 400 Meter unterhalb von St.Valentin befindet sich ein Parkplatz. Mit dem Auto Abzweigung an der Landesstraße nach dem Ortsausgang von Günterstal nehmen. Oder mit der Straßenbahnlinie 2 bis Endhaltestelle Günterstal fahren, von dort zirka 30 Minuten Fußmarsch bergauf.

Die Tour

Länge: 5,5 km, Höhenmeter: 120 m.
Es gibt verschiedene Wege zum Waldrestaurant Valentin: Unser Ausgangspunkt ist das Sternwaldeck nahe dem Wiehrebahnhof. Von hier aus kann man den Schildern und der Waldfahrstraße Richtung St. Valentin folgen. Die Steigung ist moderat, die Route absolut familiengerecht und für geländegängige Kinderwagen geeignet. Gehzeit: rund eine Stunde ab Sternwaldeck.
Variante B (nicht auf der Grafik) ist landschaftlich reizvoller, aber auch etwas anstrengender. Sie bietet dafür aber viele spektakuläre Ausblicke. Wir folgen vom Sternwaldeck der "blauen Raute" bergauf vorbei am Brombergfelsen über den Brombergsattel (687 Meter) bis hin zur Rehhaghütte. Von dort geht es dann wieder hinunter zu St. Valentin. Gehzeit alles in allem rund 1,5 Stunden. Für den Rückweg von St.Valentin bietet sich die Waldfahrstraße an – oder der rund ein Kilometer lange Weg hinunter nach Günterstal (siehe Grafik). Dort wandert man oberhalb der Straße zurück zum Sternwaldeck. Oder man besteigt die Straßenbahn.

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