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20. April 2012 08:09 Uhr

Musikbranche

Gema-Pläne machen Musikveranstaltern Angst

Das neue Kostenmodell der Gema stößt auf Kritik: Veranstalter von Musik-Events fürchten wegen der geplanten Tarifänderungen um ihre Existenz. Nun soll eine Schiedsstelle entscheiden.

  1. Keine Partylaune: Musikveranstalter fürchten höhere Gema-Gebühren. Foto: G.Light (fotolia.com)

Die Gema hat mit ihrer Ankündigung, ab 2013 neue Tarife einzuführen, bei vielen Musikveranstaltern für Unmut gesorgt. Sie werfen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte vor, ihre Monopolstellung auszunutzen – und die Gebühren auf ein existenzbedrohendes Niveau anzuheben. Die Gema-Reform soll vor allem kleine Veranstalter besser stellen – könnte aber das Ende für viele mittelgroße Jazzabende, Ü30-Parties, Silvesterfeiern und Tanzbälle bedeuten.

Droht eine Kostenexplosion?

Die Taschenrechner glühen. Gema-Vorstandsmitglied Georg Oeller argumentiert, dass 60 Prozent aller Veranstaltungen durch die neuen Tarife entlastet würden. Die Bundesvereinigung Deutscher Musikveranstalter hält mit Beispielrechnungen dagegen: Eine Abendveranstaltung von 20 bis 2 Uhr mit Livemusik und 15 Euro Eintritt auf einer Fläche von 133 bis 200 Quadratmetern würde in Zukunft statt 164,80 Euro 360 Euro kosten.

Berechnet werden die neuen Gebühren über die Nutzungsfläche und die Höhe des erhobenen Eintrittsgeldes. Reine Konzerte sind nicht betroffen – die werden weiterhin nach bestehenden Tarifen abgerechnet. Die Reform könnte für Diskogeschäftsführer und Partybetreiber ein ernstes Problem werden: Wenn Musik über fünf Stunden lang gespielt wird, steigen die Gebühren mit einem Schlag um 50 Prozent. Den Diskos, warnt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, drohten Erhöhungen um – in Einzelfällen – bis zu 1000 Prozent. Teurer werden auch Gala-Veranstaltungen und Bälle. Bei einer Beispielrechnung der Gema, die von 1500 Gästen und 60 Euro pro Eintrittskarte ausgeht, sollen die Gebühren von 1470 Euro auf 9000 Euro steigen.

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"Wenn die Gema diese völlig widersinnige Tariferhöhung durchsetzt, ist der Presseball tot." Christian Hodeige
Auch Tanzschulen machen mobil. "Wir schlucken sehr. Wir wissen noch nicht so richtig, was wir damit anfangen sollen", sagt Anne Sophie Meyer von der Freiburger Tanzschule Gutmann, die auch Ballabende im Freiburger Konzerthaus veranstaltet. "Wir werden die Preise anheben müssen", fürchtet sie – eine Schülerkarte, die momentan 13 Euro kostet, könnte dann bis zu 20 Euro teuer werden. "Einige könnten sich das dann nicht mehr leisten", sagt sie.

Betroffen sein könnte auch der vom Badischen Verlag veranstaltete Freiburger Presseball, zu dem im vergangenen Jahr rund 1400 Gäste kamen. Für diesen könnten sich die Gema-Gebühren verzehnfachen und von rund 3500 Euro auf etwa 35.000 Euro steigen. "Wenn die Gema diese völlig widersinnige Tariferhöhung durchsetzt, ist der Presseball tot", sagt Christian Hodeige, Herausgeber dieser Zeitung. "Wir kämpfen jetzt schon jedes Jahr mit den Kosten – wir können doch nicht die Preise der Eintrittskarten um fast 30 Prozent erhöhen."

Kritik am Schiedsstellen-Verfahren

Die Gema verteidigt das neue System. "Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der neuen Tarifstruktur den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagt Gema-Manager Oeller. Viele Veranstalter hätten sich ein übersichtlicheres System gewünscht, die Besserstellung kleiner Veranstaltungen führe zu mehr Gerechtigkeit. Jetzt soll eine Schiedsstelle beim Deutschen Marken- und Patentamt in München entscheiden – das hat als oberste Aufsichtsbehörde der Gema ein Jahr Zeit, eine Entscheidung zu fällen.

Ende des Jahres 2009 hatte es schon mal Streit um höhere Abgaben gegeben – bei dem hatte das Patent- und Markenamt zugunsten der Gema entschieden. Auch deshalb stößt das Vorgehen nicht nur auf Gegenliebe. "Ich würde mir wünschen, dass da endlich mal ein ordentliches Gericht drüber entscheidet", sagt Marc Oßwald, Konzertveranstalter in Freiburg und Kenner der Musikszene. "Die Schiedsstelle macht einen 50:50-Kompromiss, und den frisst man dann. Und es wird immer teurer."

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Autor: Patrik Müller


24 Kommentare

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Sebastian Meyer

Registriert seit: 22.02.2010

Kommentare: 560

20. April 2012 - 09:20 Uhr

Gema abschaffen!!!

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Marco Schneider

Registriert seit: 13.05.2009

Kommentare: 224

20. April 2012 - 10:25 Uhr

Das die GEMA das Urheberrecht schützt und Geld für Komponisten und Texter einnimmt ist ja völlig ok. Aber mit der neuen Regelung geht es offensichtlich nur um pure Abzockerei im Heuschreckenstil. Ein Urheber interessiert sich nicht dafür, wie groß der Raum ist oder wie lange die Veranstaltung dauert, sondern nur dafür, wie oft "sein" Stück beansprucht wird. Eine angemessene Gebühr "pro Stück" ist ok. Mehr nicht!

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Alexander Mielnik

Registriert seit: 29.09.2010

Kommentare: 61

20. April 2012 - 11:17 Uhr

Ist mir ein wenig zu harmlos geschrieben dieser Bericht.
Wir reden von Tariferhöhungen bis 1400% !!!

Neben all den anderen "Gängelungen", die die Veranstaltungsbranche die letzten Jahre erfahren musste (Z.B. Digitale Rendite mit einem Rattenschwanz an Investitionen) kommt nun die nächste Idee. Es wird immer deutlicher, dass sich behördliche Institutionen - mit den richtigen Seilschaften - auf Kosten des Mittelstandes fettfressen.

Tarife gibts hier:

http://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_u_v.pdf
http://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_m_v.pdf

Ein spannender Artikel der Dehoga von Anfang April!

http://www.dehoga-bundesverband.de/presse/pressemitteilungen/gema-verliert-augenmaa-2012-04-02-748/

Hier die entsprechend organisierte Petition zum Thema:
http://openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass

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Birgit Krafft

Registriert seit: 14.05.2011

Kommentare: 38

20. April 2012 - 11:33 Uhr

Die GEMA braucht nicht abgeschafft zu werden. Diese Einrichtung ist gut und richtig. Aber wie überall gilt auch hier: "Der Fisch stinkt vom Kopf her". Und hier scheint die pure Habgier mal wieder Pate gestanden zu haben. Wie immer. Den Fisch mitsamt dem Kopf in Müll schmeißen scheint das sinnvollste zu sein. Aber mal Ehrlich: "Welche Krähe hackt der anderen ein Auge aus" ? Und wenn´s reich macht, gleich zweimal nicht.

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Alexander Mielnik

Registriert seit: 29.09.2010

Kommentare: 61

20. April 2012 - 12:40 Uhr

"Diese Einrichtung ist gut und richtig."

Können Sie das mit einem unwiderlegbarem Besipiel ausführen?

Künstlern jedenfalls hilft die GEMA schon lange nicht mehr.

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 12:53 Uhr

Ich find Sven Regener hat es ganz gut auf den Punkt gebracht:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Die Gema ist wichtig und richtig! (und fuer Kleinveranstalter wird es ja auch guenstiger...)

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Martin Senger

Registriert seit: 22.03.2012

Kommentare: 10

20. April 2012 - 13:29 Uhr

@Paul Schulz

Sven Regner hat garnichts verstanden und wurde zurecht von der pösen pösen Netzgemeinde auseinandergerissen.

Die GEMA sollte für ihr all ihr Tun vor Gericht gestellt werden.

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 13:35 Uhr

Was hat er denn nicht verstanden? Und bin ich nicht auch Teil der Netzgemeinde?

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

20. April 2012 - 13:44 Uhr

Die spinnen, die GEMAler!

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Karl Alfred Wolpert  

Karl Alfred Wolpert

Registriert seit: 02.03.2010

Kommentare: 1146

20. April 2012 - 15:35 Uhr

Gegen etliche GEMA-Praktiken gibt es von verschiedenen Seiten durchaus Widerstand. Anbei ein interessanter Kommentar von Petr Pandula, seit Jahrzehnten im Geschäft, Folk-Musiker und Veranstaltungsorganisator (u.a. Irish Folk Festival).

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/galerien/einzelansicht/article/kommentar_von_petr_pandula_die_kleinkuenstler_wie_auch_ihre_veranstalter_werden_wie_sklaven_von_der.html

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Chris D.Schmidt

Registriert seit: 27.04.2010

Kommentare: 530

20. April 2012 - 15:58 Uhr

Die GEMA schützt mittlerweile nur noch die großen Etablierten Künstler. Nicht mehr die Kleinen! Das sieht man auch bei der ewigen YoutTube Debatte!

PS: Sven Regener: Hahahahahaha!

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 17:39 Uhr

Dann müsste die Forderung ja nur sein den Verteilungsschlüssel zu ändern. Die GEMA arbeitet nämlich ohne eigenen Profit. Bloß ist das ja nicht die Forderung. Es geht ja meist darum (wie zb im Artikel), dass Musik gefälligst billig und massig zur Verfuegung zu stehen hat.

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Chris D.Schmidt

Registriert seit: 27.04.2010

Kommentare: 530

20. April 2012 - 17:49 Uhr

ohne eigenen Profit... lustig. die Gema behält 30% der Einnahmen für Verwaltung ein. unabhängig von Gebührenerhöhungen! Künstler, die ihre eigenen Werke veröffentlichen wollen müssen ebenfalls SELBST (also die Rechteinhaber SELBST!) an die Gema Gebühren abführen und erhalten davon ganze 70% nur zurück. WO schützt das die Rechte der Urheber?

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Alexander Mielnik

Registriert seit: 29.09.2010

Kommentare: 61

20. April 2012 - 18:16 Uhr

@Chris D. Schmidt
Siehe haben so Recht!
Siehe die aktuelle Diskussion um die Veröffentlichung des neuen Ärzte Albums auf Youtube. Wenn ein Künstler nicht will dass sein Musikstück von Youtube verschwindet (Das Urteil von heute verschärft diese Problematik), dann geht das nur wenn er an die GEMA dafür bezahlt. Damit ist die Möglichkeit Youtube als Werbeplattform für Musiker zu nutzen durch die GEMA eingeschränkt....wie pervers!
Ein guter Künstler kann damit leben, dass seine Lieder kopiert werden. Die Leute kommen (eben weil er gut ist) zu den Konzerten.
Wenn man aber (seit Milli Vanilli bekannt) nur noch irgendwelche Nasen auf die Bühne stellt und die dahinter produzierte Musik auf dem künstlerischen Niveau einer runtergefallen Tomate ist, dann zählt jeder verkaufte Träger.

Bin ich froh, dass ich es mit House und Minimal zu tun habe und meine Scheiben, das GEMA Zeichen nicht haben. Aber um die Lokalbetreiber und Tanzschulen etc. tut es mir echt Leid.

Seit der Diskussion um die Kinderlieder vor einigen Jahren, ist bei mir das letzte Fünkchen Verständnis für diese Sippschaft erloschen.

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 18:23 Uhr

14,7 % Verwaltungskosten 2010. Der Rest wurde ausgeschüttet. Das Label die GEMA bei gepressten Werken schon Zahlen bevor sie die Platten verkauft haben ist tatsächlich ungeschickt. Woher sie die 70% haben ist mir allerdings genauso unklar wie die angeblichen 30%. Verwaltungskosten sind auch kein Profit (leider)

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Chris D.Schmidt

Registriert seit: 27.04.2010

Kommentare: 530

20. April 2012 - 18:46 Uhr

Herr Schulz - zugegeben, die 30% stammen aus dem Jahr 2007. nichts desdo trotz, erklären Sie mir bitte sie Sinnhaftigkeit folgender Dinge:

Aus Sicht eines Künstlers: Der Rechteinhaber darf nicht an der GEMA vorbei entscheiden, was mit seinem Werk passiert. Will ich als Urheber meinen Song via Youtube promoten, muss ich als Rechteinhaber dafür an die Gema bezahlen.

Aus Sicht eines Veranstalters: Ich buche mir einen Künslter, bezahle für diesen Gage, Verpflegung. Nun muss ich anschließend angeben, welche Songs der Künstler gespielt hat und muss das der GEMA melden und dafür NOCHMAL bezahlen!

Und zur Aussage, dass die GEMA nur noch etablierten Künstlern dient, worauf sie meinten, dass man dann nur den Verteilerschlüssel ändern müsse:

1) etablierte Musiker brauchen keine Promo via Youtube und anderer Streamingportale. Die CDs verkaufen sich auch so.
2) etablierte Künstler werden eher gebucht, weil der Veranstalter ein wesentlich geringeres Risiko eingeht.
3) Mittelgroße Veranstalter buchen oftmals nationale Künstler mit einem Szenepublikum. Das Risiko dass der Saal halbleer bleibt ist groß - erstrecht ohne die ganze WEBpromo! Wieso soll ich als Veranstalter nun also das doppelte Risiko bestehend aus:

- Künstler kann nicht werben
- Künstler hat nur Szenepublikum
- die GEMA will 1400% mehr Gebühr

eingehen?

WENN die GEMA die Rechte der URHEBER schützen will, dann soll sie dem URHEBER selbst überlassen, wie er in die Öffentlichkeit tritt und nicht noch den URHEBER selbst abkassieren für seine EIGENEN Werke! Damit tritt die GEMA nämlich selbst an die Stelle der Urheber und vertritt nicht die Rechte, sondern tut so, als würde SIE die Rechte besitzen!

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 19:35 Uhr

-Aus Sicht des Veranstalters muss man tatsächlich eine Kosten-Nutzen Rechnung machen. Das muss man aber auch beim Bier, der Anlage und allen anderen Dingen. Das bedeutet auch, dass man die Größe des Raums richtig kalkuliert. Kleinunternehmer haben es leider meistens schwer und müssen gut planen (das meine ich überhaupt nicht zynisch).

-Das Youtube gerade kompliziert ist liegt daran, dass die gerne etwas vermarkten würden, dass ihnen nicht gehört. Wäre das System dabei weniger parasitär und würden die wie z.B. spotify GEMA zahlen gäb es keine Probleme. Ich sehe das Problem da bei Youtube.

-Der Urheber kann zwar nicht an der GEMA vorbeientscheiden, dafür muss er sich aber auch nicht selber darum kümmern zu schauen ob ihne gerade irgendwo in Deutschland mal wieder einer um seinen Lohn bringt.

-Die Bands mit einem Szenepublikum müssen letzlich auch nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten agieren. Das müssen sie auch ohne GEMA. Auf der eigenen Myspace Seite zum Beispiel. Und wenn die Sache zwischen GEMA und Youtube irgendwann mal ausgestanden ist bekommen sie sogar was dafür. Nur weil Youtube groß ist sollte man ihnen das nicht durchgehen lassen, dass sie Einnahmen auf Kosten anderer haben.

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Chris D.Schmidt

Registriert seit: 27.04.2010

Kommentare: 530

20. April 2012 - 19:59 Uhr

Beim Bier kann ich die Brauerei wechseln.... die GEMA bleibt mir aber immer am Hintern!

Letzten Endes geht es darum, dass die GEMA sich nicht über die Urheber stellen darf, sondern IMMER im Interesse des Künstlers agieren MUSS! Und das tut sie einfach nicht und verfehlt damit schlicht und egreifend ihren Auftrag! Als Musiker darf man sich nahezu jeden Tag neu über diesen Verein Aufregen! Sicher will ich, dass meine Werke auch vergütet werden, wenn sie irgendwo aufgeführt werden - Ich will aber jederzeit auch die Freiheit haben, mit meinem Werk machen zu können was ich will ohne dafür an die Gema abzuführen oder abführen zu lassen!

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Alexander Mielnik

Registriert seit: 29.09.2010

Kommentare: 61

20. April 2012 - 20:03 Uhr

"-Das Youtube gerade kompliziert ist liegt daran, dass die gerne etwas vermarkten würden, dass ihnen nicht gehört. Wäre das System dabei weniger parasitär und würden die wie z.B. spotify GEMA zahlen gäb es keine Probleme. Ich sehe das Problem da bei Youtube. "

Na den Satz sollte man sich mal einrahmen lassen. Es geht IMHO nicht darum, dass Youtube nichts bezahlen soll, wenn die Rechte eines Künstlers ohne seine Genehmigung angegriffen werden. Sondern schlicht um die Frage, wem dann das Geld zusteht. Ich sehe keinen Grund, warum es nicht dem Rechteinhaber zustehen sollte. Und die hat die GEMA definitiv nicht.
Und wenn der Inhaber entscheidet, ich verschenke mein Eigentum über Youtube, dann kann das doch nicht sein, dass er dafür einen Vetrag mit der GEMA machen muss. Da kann doch was nicht stimmen.

"-Die Bands mit einem Szenepublikum müssen letzlich auch nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten agieren."

Stimmt. Aber was bedeutet das? Es beudeutet, dass z.B. eine Band, deren Veranstaltung floppt neben den sonstigen Kosten die zu tragen sind mit einer nicht unerheblicher Summe gegenüber der GEMA in Vorleistung gehen muß.
Ich weiß ja nicht ob Sie aus der Praxis kommen, aber schauen Sie sich mal die Formulare zur Rückerstattung an. Das grenzt ja an bürokratischer Masturbation, wenn man so was ausfüllen darf.

Was ist die andere Möglichkeit. Einnahmen schaffen auf dem Konzert und sonst wo Kosten sparen. Das der Break-Even bereits mit weniger Publikum eintritt.

Hey, das hatten wir hier im Sommer mit ganz viel Geschrei! Ich erinnere an die Versuche der Sea of Love Veranstalter Einnahmen über die Getränke zu schaffen, in dem man kein Gratiswasser ausgibt. Auf solche Ideen kommt man letztendlich unter Kostendruck (oder purer Gier, die ich hier explizit nicht unterstellen will).

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 20:04 Uhr

Aber wie soll denn das funktionieren. Sie formulieren da doch ein Dilemma...

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Chris D.Schmidt

Registriert seit: 27.04.2010

Kommentare: 530

20. April 2012 - 20:15 Uhr

Herr Schulz, ganz einfach: der Künstler entscheidet! Und wenn dieser entscheidet, dann hält sich die Gema raus! Wo ist hier also das Dilemma?

Der Urheber entscheidet sich dafür, die Videos zu Werbezwecken online zu stellen. Werbung kostet Geld. Das Geld hat der Urheber nicht - deswegen verzichtet er auf die Gemaeinnahmen für diese Veröffentlichung auf Youtube - womit er im umkehrschluss also wieder für die Werbung, die er schaltet bezahlt.

Es wird schon seine Gründe haben, wieso sich Plattenfirmen, Musiker und Veranstalter gegen die GEMA wenden. Nicht vereinzelt sondern in der Mehrheit. Die GEMA will hier als Gewerkschaft auftretetn, vergisst dabei aber ihre Mitglieder!

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 20:22 Uhr

So könnte man das schon machen. Aber deshalb die GEMA dann abschaffen?

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Chris D.Schmidt

Registriert seit: 27.04.2010

Kommentare: 530

20. April 2012 - 20:25 Uhr

Ich persönlich sprach nie von Abschaffen. Nur davon, dass die Urheber wirklich auch Urheber bleiben.

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Paul Schulz

Registriert seit: 14.08.2011

Kommentare: 37

20. April 2012 - 20:27 Uhr

You win ;)

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