Durchwachsene Tourismusbilanz

Wolfgang Adam

Von Wolfgang Adam

Do, 13. September 2018

Rickenbach

Herbergen ab zehn Betten verzeichnen im ersten Halbjahr nur in Rickenbach Zuwächse / Herrischried und Görwihl haben zu kämpfen.

HOTZENWALD. Ein vorläufiger Gradmesser für die Tourismusentwicklung auf dem Hotzenwald sind die Tourismuszahlen für die ersten sechs Jahresmonate vom Stuttgarter Statistischen Landesamt. Nach der aktuellen Beherbergungsstatistik für Übernachtungen und Gästeankünfte sowie zu Bettenauslastungen und Verweildauern erzielten die Betriebe auf dem Hotzenwald bislang fast genau das gleiche Übernachtungsergebnis wie in 2017. In der Statistik sind allerdings nur Herbergen ab zehn Betten aufgeführt.

Gemeldet wurden von Kureinrichtungen, Heimen, Gaststätten und Hotels sowie größeren Ferienhäusern und Campingplätzen genau 61 640 Übernachtungen – Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 62 789.

Rickenbach ist das Zugpferd
Die Gemeinde Rickenbach verzeichnete mit ihren großen Kur- und Gastronomiebetrieben erneut deutlich den größten Anteil auf dem Hotzenwald. In dem südlichsten Luftkurort wurden bis Ende Juni 49 313 Übernachtungen gezählt. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es 45 694 Übernachtungen – dies bedeutet eine Steigerung um rund neun Prozent.

Die meisten Zuwächse wurden im Februar verzeichnet, der ein sattes Plus von 35,5 Prozent auswies. Auch bei den auf 5805 Meldungen angestiegenen Gästeankünften gab es im Februar mit 705 Ankünften die deutlichste Steigerung. Die meisten Übernachtungs- und Ankunftszahlen wurden bei diesen Betrieben wie in den Vorjahren in den Monaten April, Mai und Juni mit jeweils um 8800 Übernachtungen und 1100 Einzelankünften erzielt. Von der Rickenbacher Rehaklinik Hotzenplotz und vom Wieladinger Gesundheitszentrum Friedborn wurde der statistisch ermittelte gute Verlauf des ersten Halbjahres bestätigt.

Die Hotzenplotz-Kurleitung führt dies unter anderem auch auf ständig verbesserte Angebote zurück. So wurde in diesem Jahr der Kinderspielplatz um einen Bolzplatz erweitert. Das Gesundheitszentrum in Wieladingen meldete für dieses Frühjahr eine bisher nicht erreichte Belegung. In den heißen Sommermonaten mit der Fußball-WM wurde es dann aber wieder ruhiger.

Herrischried verzeichnet Rückgang
In Herrischried verbuchten die größeren Betriebe im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr in allen sechs Monaten weniger Übernachtungen und Gästeankünfte. Bislang meldeten die Betriebe von Herrischried 8014 Übernachtungen – im ersten Halbjahr 2017 waren es noch 11 034. Die Zahl der Gästeankünfte sackte auf 2556. Im Monat April gab es mit 56,3 Prozent nach den vorläufigen Ergebnissen den deutlichsten Übernachtungseinbruch. Im Juni lagen die Zahlen um 31,7 Prozent niedriger als im Halbjahr 2017. Die Feriengemeinden Herrischried und Görwihl haben keine großen Kureinrichtungen. Sie können aber noch auf bessere Zahlen im zweiten Halbjahr hoffen, in dem auch erst die touristische Hauptsaison nach Beginn der Ferienzeit in Baden-Württemberg liegt.

Abwärtstrend in Görwihl
In Görwihl wurde bei den Übernachtungen ein Abwärtstrend vom Vorjahr fortgesetzt. Für das erste Halbjahr 2016 wurden hier noch 8391 Übernachtungen gemeldet. Im ersten Halbjahr 2017 gingen sie auf 6061 zurück und im ersten Halbjahr 2018 fielen sie auf 4313 Übernachtungen. Innerhalb von zwei Jahren halbierten sich also die Zahlen. Bei den auf 1632 abgesackten Gästeankünften gab es nur im Monat Mai eine Steigerung von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die statistische Aufschlüsselung für Auslandsgäste weist 4856 Übernachtungen und 1093 Gästeankünfte aus. Die Bettenauslastung lag im gesamten Feriengebiet zwischen 12 und und 60 Prozent. In Rickenbach erreichte die Auslastung wieder im Durchschnitt mehr als 50 Prozent. In Görwihl und in Herrischried lagen die besten Bettenauslastungen bei 24 und 22 Prozent.

Die 24 Hotzenwälder Betriebe, die im Halbjahr ihre Meldungen abgaben, boten rund 900 Betten, wobei Rickenbach mit maximal 489 Betten an der Spitze lag. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag durch die Kureinrichtungen in Rickenbach auch am höchsten. In den besten Monaten des Halbjahrs lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei neun Tagen. In den zwei anderen Waldgemeinden pendelte sie dagegen zwischen 2,4 und 3,5 Tagen.