Glanzlicht zum Abschluss

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Di, 04. September 2018

Görwihl

Orgelkonzert in Strittmatt beendet den Görwihler Kultursommer.

GÖRWIHL-STRITTMATT. Den Abschluss des Görwihler Kultursommers bildete ein Orgelkonzert zu vier Händen und vier Füßen, gespielt von Christa Wetter aus Karlsruhe und Hansfrieder Zumkehr aus Braunschweig in der Herz-Jesu-Kirche in Strittmatt. Die beiden Organisten boten ein abwechslungsreiches Programm, das Hansfrieder Zumkehr noch dadurch bereicherte, dass er an einigen Stellen zum Akkordeon griff.

Der Abend begann mit einer Fantasie von Adolph Friedrich Hesse, bei der die Strittmatter Orgel teilweise klanglich an die großen Welte-Mignon-Philharmonie-Orgeln erinnerte, die für die riesigen Luxusliner wie die Titanic gebaut worden waren, mit wirklich sinfonisch anmutender Klangfülle. Das folgende Präludium mit Fuge von Johann Georg Albrechtsberger nutzte die vierhändige Anlage hauptsächlich zur Kontrastierung von Melodie und Begleitung in Form von Laufwerk einerseits und kurzen Akkordtupfern andererseits. Franz Schuberts Fuge e-moll hingegen hatte sich eine enorme Satzdichte zum Ziel gesetzt. Johann Baptist Vanhals Sonatine setzte spielerisch zunächst ein befehlshaberisch auftrumpfendes und ein zurückhaltend lyrisches Motiv einander gegenübers. Bei den folgenden beiden Stücken, einer "Voluntary" von John Stanley sowie einer "Sonata" von Giovanni Bernardo Zucchinetti, griff Hansfrieder Zumkehr zum Akkordeon, was den beiden, nach dem Frage-Antwort-Prinzip aufgebauten Stücken, einen zusätzlichen klanglichen Reiz verlieh.

Im nächsten Programmblock präsentierten sich die beiden Organisten je einzeln. Zunächst interpretierte Christa Wetter eine alte Tanzsuite eines anonymen Komponisten der Renaissance und auch eine flotte "Ungarescha". Hansfrieder Zumkehr bot zwei höchst amüsante Stücke von Andreas Willscher dar.

Weitere Highlights waren die abschließenden Werke, das suitenähnliche "ländliche Hochzeitsfest" von Franz Adolf Berwald sowie die Bearbeitung von Edward Elgars berühmtem Marsch Nr. 1 (Land of Hope and Glory) aus seinem fünfteiligen "Pomp and Circumstances". Stehende Ovationen waren die Reaktion. Als Zugabe kredenzte Hansfrieder Zumkehr noch den Lieblingsmarsch von Pfarrer Bernhard Stahlberger, ein Stück von Nicholas Choveaux, das er eigens noch vor dem Konzert schnell einstudiert hatte.