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30. Januar 2012

Görwihl im Ausnahmezustand

Beim 13. Nachtumzug der Hotzenblitzzunft sorgten allerlei wilde Figuren für mächtig Spektakel.

  1. Ein bisschen gruselig, aber ganz freundlich – so wie dieser Waldgeist aus Rhina hielten es beim Nachtzumzug in Görwihl viele der wilden Gestalten. Foto: Peter Schütz

  2. Mal eben in der Nase bohren will diese Maskenträgerin aus Dangstetten. Foto: Peter Schütz

  3. Eine Füchsin reibt eine Zuschauerin ein. Foto: Peter Schütz

  4. Ein Höllbachgeist aus Rotzingen haut auf die Trommel. Foto: Peter Schütz

GÖRWIHL. Die Party war schon am Laufen, bevor sie begonnen hatte. Eineinhalb Stunden vor dem 13. Nachtumzug der Hotzenblitzzunft machten sich die ersten Guggenmusiken daran, Görwihl akustisch aus den Angeln zu heben. Das kam gut an, vor allem bei den Anwohnern. "Eigentlich bin ich erkältet", sagte eine Dame aus der Nachbarschaft, "aber daheim halte ich es nicht aus".

Also: raus in die Kälte, in den Trubel, in das, was manche musikalische Erleuchtung, andere Radau nennen. Während die Guggen sich warmspielten, tänzelten die Besucher zwischen Feuerstellen, Glühweinbar und Grillwurststand hin und her. "Seid ihr alle gut drauf?", fragte Tobias Palla von der Schaltzentrale aus. Logo, alle waren gut drauf, auch die, die es nicht vorhatten, gut drauf zu sein. Palla, Vorsitzender der Hotzenblitzer, kommentierte das Geschehen auf der Straße – und endlich, als der Bus nach Rotzingen durch war, kündigte er den Feuerspucker an. Raimund Huber ging an der Spitze des langen Umzuges, fackelte nicht lange, blies immense Feuerballen in den nächtlichen Himmel.

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Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Gülleschränzer aus dem schweizerischen Zeiningen bliesen den Marsch, die Neunerräte schrien sich heiser, die Laufenburger Bergfüchse gaben die ersten Konfettischauer aus und die Säckinger Totenbühl-Wölfe lehrten die Kinder das Fürchten. Auch die Moosteufel aus Hänner machten Eindruck, ebenso die Waldschrate aus Bechtholdsweiler. Bombastisch kamen die Schlossgeist-Schränzer aus Lenzburg daher, mit einem säbelschwingenden Dirigenten vorneweg. Einen bunten Eindruck hinterließen die Paradiesvögel aus Grunholz.

Kaum wagten sich die ersten Zuschauer weiter vor, wichen sie wieder zurück: Die Hexer aus Nollingen tauchten aus der Dunkelheit auf. Und die Rippolinger Wildsäu. Die Chanderner, die Stierberger Hexen. Die Höllendüüfel aus Degernau. Da war was los. Die Mädchen verzogen sich nach hinten, aber den Hexen entging nichts, was nach einem leckeren Braten aussah. Zwischendurch ging manch einer Guggenmusik das kollektive Temperament durch und machten die Wälder Chnorzi zottlige Annäherungsversuche. Nach einer Stunde war der Umzug vorbei, nicht aber das Spektakel. Die Guggen spielten auf dem Marktplatz weiter, oder in der Hotzenwaldhalle, wo die Mega-Party stieg.

Weitere Bilder finden Sie im Internet unter http://mehr.bz/fasnacht12

Autor: Peter Schütz