Gottenheim

Kretschmann-Lob für Sensortechnik-Spezialist

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Fr, 09. November 2018 um 17:48 Uhr

Gottenheim

Besuch von der Spitze der Landesregierung empfing am Freitagmittag die Gottenheimer Firma Sensopart. Es ging um die Förderung moderner Technik und Probleme auf dem Arbeitsmarkt.

Über eine Stunde lang berieten Ministerpräsident Kretschmann und Finanzministerin Edith Sitzmann mit der Firmenspitze um Theodor Wanner Themen, die dem Industriesensorenhersteller auf den Nägeln brennen.

Die große Herausforderung sei die Bedeutung von Forschung und Entwicklung, um die Betriebe im Land zukunftsfähig zu machen, das war für Wanner wie Kretschmann ein Fazit des Treffens. "Um weiter die Nase vorn zu haben braucht es Risikofreude und langfristig angelegtes Handeln, das nicht zuerst auf den Quartalsprofit schaut, und dafür ist das hier vorbildlich", zeigte sich der Ministerpräsident beeindruckt, nachdem er noch einen Rundgang durch die vor zwei Jahren errichtete neue Produktionshalle angeschlossen hatte. Die künstliche Intelligenz sei eine Chance für die Firmen im Land, dafür müsse auch die Politik ein Gespür entwickeln, weshalb solche Firmenbesuche wichtig seien. Finanzministerin Sitzmann betonte, dass die Forschungsförderung für das Land einen große Rolle spiele und man dafür auch im Bundesrat werbe. Theodor Wanner erklärte dazu, dass Investitionen in diesem Bereich steuerlich begünstigt werden sollten.

Die beiden Politiker ließen sich auch Sensoren der neuesten Generation erklären, die Roboter bei Produktionsprozessen steuern. Ihre Kameras nehmen gleichzeitig den Datenaustausch mit dem Roboterarm vor ohne den Umweg über einen eigenen Rechner. Das spart Platz, Material, Energie und Zeit.

"Es wird hier ja richtig grün produziert", meinte Kretschmann, nachdem er sich auch die ausgeklügelte Gebäudetechnik und ihre Verknüpfung mit dem Betriebsablauf hatte erklären lassen. Zugleich lobte er eine ästhetisch ansprechende Gestaltung des Firmenkomplexes im Gottenheimer Gewerbegebiet. Wanner erklärte dazu, dem Einsparen von Energie und Abfall habe sich die ganze Betriebsplanung verschrieben.

Bei dem Treffen ging es auch um die Schwierigkeit, Fachkräfte zu bekommen. Wanner sah hier enormen Nachholbedarf im Bildungsbereich, aber auch der knappe Wohnraum beeinträchtige den Arbeitsmarkt. Die Politiker nutzten den Besuch auch für ein kurzes Gespräch mit einigen der insgesamt 16 Auszubildenden der Firma. Kretschmann zeigte sich erfreut, dass die Übergabe der Firmenleitung an die nächste Generation vorbereitet werde. Sensopart beschäftigt in Gottenheim rund 140 und in Wieden 60 Mitarbeiter, hinzu kommen Vertriebsfilialen in den USA, England, Frankreich und China.