Grenzach-Wyhlen

BASF bekennt sich zu Südbaden und investiert 40 Millionen Euro

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Mo, 02. Dezember 2013 um 17:54 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Der Chemieriese BASF will in den kommenden fünf Jahren 40 Millionen Euro in sein Werk in Grenzach-Wyhlen Euro investieren. Bis Ende 2018 sollen Anlagen modernisiert und Personal weitergebildet werden.

Am Montagnachmittag informierte die BASF im Rahmen einer Pressemitteilung über Veränderungen am Standort Grenzach. Bis Ende 2018 möchte der Konzern mit Sitz in Ludwigshafen 40 Millionen Euro in den Standort investieren. Damit verbunden ist eine Neuausrichtung in der Produktion. Von einer Veränderung der Zahl der Beschäftigten wird bisher wohl nicht ausgegangen.

"Grenzach ist in unserem globalen Produktionsnetzwerk ein wichtiger Standort", zitiert die Pressemitteilung Michael Heinz, ein Vorstandsmitglied der BASF SE. "Damit wir hier auch in Zukunft wettbewerbsfähig produzieren können, haben wir uns entschieden, nicht nur in die Modernisierung unserer Anlagen, sondern auch in zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen für unsere Mitarbeiter zu investieren", so Michael Heinz’ Wortlaut weiter.

Investiert wird vor allem in Modernisierungsmaßnahmen

Mit den Investitionen soll auch das Produktionsportfolio am Standort Grenzach angepasst werden. Beschlossen wurde, die Pigmentproduktion zum Ende des ersten Halbjahres 2014 einzustellen und sich verstärkt auf die Herstellung von Inhaltsstoffen für die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie (Bereich Care Chemicals) auszurichten. Auch die Produktion von Spurennährstoffen am Standort möchte man ausbauen. Spurennährstoffe werden etwa in der Landwirtschaft eingesetzt und dienen der Versorgung der Pflanzen mit Spurenelementen.

Die geplanten Investitionen sollen vor allem Modernisierungsmaßnahmen umfassen, wie zum Beispiel Erneuerungen bei der Prozessleittechnik und beim Apparatepark. Darüber hinaus beabsichtigt die BASF, in den kommenden Jahren jedoch auch rund eine Million Euro für zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter in Grenzach auszugeben.

Mitarbeiter, die aktuell in der Pigmentproduktion eingesetzt sind, sollen in Zukunft in der Produktion von Inhaltsstoffen für die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie weiterbeschäftigt werden.

Bereits in den vergangenen drei Jahren hat die BASF rund zehn Millionen Euro am Standort Grenzach aufgewendet, um die Produktivität des Standorts zu verbessern und die Infrastruktur zu modernisieren. Dieser Betrag erfasst nicht die Rückbauarbeiten auf dem BASF-Areal. Zahlreiche Gebäude wurden in den letzten Jahren abgerissen, wofür weitere rund 30 Millionen Euro investiert worden seien.

Heiko Wodarciewicz, der Betriebsratsvorsitzende des Werks, teilte auf Nachfrage mit, dass die Mitarbeiter kurz vor Versand der Pressemitteilung informiert worden und "mit sehr großer Zuversicht" an die Arbeit zurückgekehrt seien. Die Nachricht sei für den Standort und die Beschäftigten "ein großer Lichtblick". Einziger Wermutstropfen sei, dass dem Werk die Pigmentproduktion als eines der Standbeine genommen werde, da dies aber auch durch neue Produkte im Bereich der Care Chemicals kompensiert werde, schaue man zuversichtlich in die Zukunft. Auch die Grundaussage, dass es bei den aktuell rund 200 Beschäftigten keine betriebsbedingten Kündigungen geben solle, wurde von Betriebsratsseite positiv aufgenommen. Wodarkiewicz freute sich besonders über die hohe Summe und erinnerte, dass die DSM im Standortvertrag Investitionen von 20 Millionen vereinbart hatte. Auch, dass eine Million Euro in Weiterqualifizierung der Mitarbeiter gesteckt werden soll, fand die Zustimmung des Betriebsratsvorsitzenden. Die Qualifizierung des Personals sei auch eine Standortsicherheit.

Bürgermeister Lutz begrüßt die Investitionsentscheidung

Auch Wodarkiewicz bestätigte, dass vornehmlich in die Erweiterung bestehender Anlagen investiert werden soll. Zudem möchte BASF die Auslastung verbessern. Dass es bei den hohen Investitionen nicht um Erweiterung geht, führt er auch auf die Veränderungssperre zurück, die die Gemeinde über das Areal ausgesprochen hatte.

Von Verwaltungsseite begrüßte Bürgermeister Jörg Lutz die Entwicklung. Man sehe die Investitionen als positiv. Sie würden zeigen, dass man auch am Standort Grenzach-Wyhlen wettbewerbsfähig produzieren könne. "Wir haben immer gesagt, dass wir froh sind, wenn BASF am Standort bleibt und vielleicht auch Kern neuer Ansiedlungen wird", so Lutz. Wenn weitere Firmen oder Produkte aus dem Bereich der Care Chemicals auf das Areal kommen würden, dürfte das dem entsprechen, was aus der Bürgerschaft mit "sauberer Chemie" gewünscht worden war.

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