Kesslergrube

BUND findet Planung inakzeptabel

mart

Von mart

Do, 31. Juli 2014 um 17:57 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Viel zu berichten gab es bei dem monatlichen Treffen der BUND-Ortsgruppe am Mittwoch in der Gaststätte zum Kraftwerk in Wyhlen. Vor allem die Kesslergrube stand wieder auf dem Programm.

GRENZACH-WYHLEN. Viel zu berichten gab es bei dem monatlichen Treffen der BUND-Ortsgruppe am Mittwoch in der Gaststätte zum Kraftwerk in Wyhlen. Denn der Vorsitzende Herwig Eggers hatte am Vortag gemeinsam mit Boris Krause, Wolfgang Wostl und Peter Weber die offizielle Stellungnahme des BUND betreffend der Altlastensanierung der Kesslergrube von BASF und Roche an das Landratsamt übergeben.

Die umfangreiche Stellungnahme umfasst insgesamt acht Punkte auf elf Seiten und wurde gemeinsam mit dem BUND Deutschland, dem BUND Baden-Württemberg, dem BUND Hochrhein sowie der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz Oberbaden erarbeitet. "Diese Aufgabe hat uns in den letzten Wochen maximal belastet", so Eggers in seinem Bericht für die übrigen Mitglieder.

Man begrüßt in der Stellungnahme den Beschluss von Roche, den Perimeter I komplett auszuheben und das kontaminierte Material zu entsorgen, wies aber auch auf die Risiken für die Arbeiter aufgrund der giftigen und teilweise auch leicht entzündlichen Stoffen hin.

Die Einkapselungspläne von BASF werden von allen beteiligten Gruppen hingegen rundweg abgelehnt, da man die gesetzlichen Anforderungen an eine Sanierung als nicht erfüllt ansieht. Auch konnten gemäß der Stellungnahme keine Anhaltspunkte für eine nachhaltige Sanierung gefunden werden, da sämtliche Giftstoffe im Boden verbleiben und somit zukünftigen Generationen überlassen werden. Hauptkritikpunkte sind hier auch die für den BUND unzureichenden Planungen und die Tatsache, dass zukünftige Kosten der Einkapselung nicht berücksichtigt würden. So sei der Projektplan mit einer Kostenplanung von etwa 28 Millionen Euro von BASF nur auf 50 Jahre ausgelegt. Die Frage, was jedoch im 51. Jahr geschehe, sieht man als nicht beantwortet an. Eggers fragte daher provokativ in Richtung der Planer, ob dann nach 50 Jahren etwa sämtliche Giftstoffe verschwunden seien und die Pumpen abgestellt würden, mit denen permanent das Grundwasser aus der ehemaligen Deponie gepumpt werden soll? Auch seien keine Kosten für den Unterhalt der Ummantelung berücksichtigt, die ebenfalls immer wieder überprüft und instand gesetzt werden müsse.

"Dass die Einkapselung kurzfristig betriebswirtschaftlich günstig ist, sehen wir als treibende Kraft für die von der BASF bevorzugte Sanierungsmethode", heißt es in der Stellungnahme. Und weiter: "Volkswirtschaftlich sieht die Rechnung jedoch völlig anders aus."

Ein weiterer Punkt ist für den BUND das Grundwasser, das permanent aus der Grube gepumpt werden muss. Hier geht BASF von mindestens 35 000 Kubikmetern pro Tag aus. Es ist für den BUND jedoch nicht geklärt wie permanent überwacht werden soll, inwiefern das Wasser kontaminiert ist, und wie das kontaminierte Wasser geklärt werden soll. Zahlreiche weitere Aspekte werden in der Stellungnahme ausgiebig betrachtet, die in die Unterpunkte Gefahrenpotenzial, Informationslücken, Emissionen/Immissionen, Dauer der Sicherung, Dekontaminierung, Abdeckung, Kosten und Nachhaltigkeit untergliedert ist. Die Folgerung lautet: "Die vorgelegte Planung ist mangelhaft und unvollständig. Wir halten sie für nicht akzeptabel."

Allerdings ging es bei BUND-Treffen nicht nur um die Kesslergrube: Ein weiterer Punkt waren die Schutzstreifen entlang der Bäche, die seltenen Tieren und Amphibien als Wanderwege zwischen den Naturschutzgebieten dienen sollen. Hier hat man die Gemeinde bereits kontaktiert um nach Lösungen zu suchen, die den Hochwasserschutz und die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzstreifen entlang der Gewässer kombinieren könnten.

Weiterhin beteiligt sich der BUND am 7. August am Ferienprogramm der Gemeinde mit dem Projekt "Land Art" um den Kindern ein Naturerlebnis bieten zu können. Dabei werden in der Natur mit natürlichen Materialen Objekte wie etwa Steingebilde oder Zäune geschaffen. Bis jetzt haben sich bereits 23 Personen angemeldet.

Die Stellungnahme des BUND im Wortlaut finden Sie auf der Internetseite http://www.grenzach-wyhlen-bund.de/aktuell