Das Landratsamt bezieht Stellung

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 17. Mai 2014

Grenzach-Wyhlen

Die Behörde teilt mit, dass das Nachhaltigkeitsgutachten nur Entscheidungshilfe sein kann.

GRENZACH-WYHLEN/LÖRRACH (dor/BZ). "Die Kesslergrube muss saniert werden", beginnt eine mehrseitige Pressemitteilung des Landratsamts Lörrach. Die Altlastenbewertungskommission des Landes habe im März 2013 entschieden, dass die von Roche freiwillig gewählte Variante Aushub, aber auch die von BASF favorisierte Variante Einkapselung geeignet und genehmigungsfähig seien. Das Ergebnis des wegen öffentlicher Kritik in Auftrag gegebenen Nachhaltigkeitsgutachtens liegt seit Anfang Mai vor. "Der Gutachter hat sehr detailliert insgesamt 29 Kriterien in den drei Nachhaltigkeitskategorien Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft betrachtet und kommt zum Ergebnis, dass beide Varianten wesentliche Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen", schreibt die Behörde. Im Gesamtergebnis komme der Gutachter zur Bewertung, dass der Aushub nachhaltiger als die Einkapselung sei. Der Gutachter habe allerdings auch ein Szenario "andere gutachterliche Einschätzung" betrachtet, bei dem er drei diskussionswürdige Kriterien als gleich nachhaltig annahm. "Bei diesem Szenario ergibt sich dann ein Gleichstand der Varianten Aushub und Einkapselung", so schreibt das Landratsamt.

Georg Lutz, Fachbereichsleiter Umwelt im Landratsamt: "Auch wir als Fachbehörde sehen den Wert des Gutachtens als wichtige Entscheidungshilfe an." Das Landratsamt teile die Auffassung des Gutachters, dass beide Varianten wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit aufwiesen, "auch wenn wir bei dem einen oder anderen Kriterium die Einschätzung des Gutachters nicht teilen", so Lutz.

Nach rechtlicher Beurteilung seien beide Sanierungsvarianten als gleichwertig anzusehen und geeignet, sofern sie dauerhaft Gefahren, Nachteile oder erhebliche Belästigungen vermeiden und eine effektive und dauerhafte Ausbreitung der Schadstoffe langfristig verhindern könnten.