Das Roche-Konzept soll Zeit sparen

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Fr, 29. Mai 2015

Grenzach-Wyhlen

Neues Logistik-Konzept für den Abtransport des Kesslergruben-Aushubs benötigt neue Gutachten / Gemeinde entscheidet mit.

GRENZACH-WYHLEN. Etwas still ist es geworden um die Sanierung der Altlast Kesslergrube. Beide Unternehmen, BASF mit seiner Umspundung und Abdeckelung, und Roche mit dem Totalaushub, sind mit Vorarbeiten beschäftigt. Bei Roche spielt das geänderte Logistikkonzept zudem eine große Rolle in der aktuellen Arbeit. Die Gemeinde beteiligt sich am Entscheidungsprozess.

Beantragt hatte die Roche, dass das gesamte Aushubmaterial thermisch entsorgt werden sollte. Das ist weiterhin so, nur hat das Unternehmen beschlossen, nicht mehr das BASF-Areal zum Zwischenlagern der Spezialcontainer zu nutzen, bis sie mit der Bahn abtransportiert werden. Stattdessen möchte Roche einen Schritt einsparen und die Container ohne das BASF-Areal zu nutzen per Lkw nach Weil zu bringen, wo sie dann auf die Schiene zum Weitertransport kämen. Alternativ war auch angedacht, einen für die Anlieferung von unbelastetem Auffüllmaterial benötigten Schiffssteg auch zum Abtransportieren zu verwenden, was aber größere Änderungen am Steg mit sich bringen würde.

"Roche erwartet vom neuen Logistikkonzept vereinfachte Abläufe, eine Reduktion der Projektrisiken und eine deutliche Verkürzung der Sanierungsdauer um voraussichtlich ein Jahr", erklärt Roche-Pressesprecher Cornelius Wittal. Statt 2021 könnte man schon 2020 fertig sein. Zurzeit prüft Roche in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, dem Regierungspräsidium Freiburg, dem Landratsamt Lörrach und der Gemeinde die Elemente des neuen Logistikkonzepts. "Teilweise sind Genehmigungen anzupassen oder neu zu beantragen. Dazu ist es nach bereits erfolgter Rücksprache mit den Behörden notwendig, zusätzliche Gutachten zu erarbeiten oder bestehende anzupassen", so Wittal.

Dem kann Georg Lutz, Fachbereichsleiter Umwelt im Landratsamt Lörrach, nur zustimmen. Als mögliche Routen für den Abtransport der Spezialcontainer stehen entweder die B34 oder eine Route entlang des Asphaltmischwerks über die Privatstraße zum Fallberg und von dort auf die B34 zur Verfügung. Roche prüft bevorzugt die zweite Route, die aber durch ein Wasserschutzgebiet führt. "Der Abtransport über die Straße ist nun genehmigungsrechtlich zu fassen", meint Georg Lutz. Dafür müssten neue Gutachten vorgelegt werden. Wenn das Landratsamt eine Zulässigkeit erkenne, würde dies bestätigt und dem Sanierungsbescheid beigefügt. Ein komplett neuer Antrag sei deswegen nicht zu stellen.

Bürgermeister Tobias Benz war bei allen Gesprächen mit Roche dabei. Daneben finden auch Treffen auf Arbeitsebene statt. Im Gespräch mit der Badischen Zeitung spricht Benz den Transport über die B34 zwar als mögliche Alternative an, hält sich aber nicht daran auf. Stattdessen betont er, dass Roche das Einverständnis mit der Gemeinde suche. Im Juni werden die Planer den Gemeinderat zunächst nichtöffentlich über Einzelheiten der Planung informieren, in der öffentlichen Sitzung im Juli, davon geht Benz aus, werde dann von dem Gremium die Entscheidung getroffen. Der Bürgermeister betont, dass es sehr wichtig sei, die Thematik sachlich und unaufgeregt zu besprechen und sich eben nicht vorzeitig festzulegen.

Die Route durch das Wasserschutzgebiet habe sehr marode Straßen, deren Ausbau Roche übernehmen würde. Die Problematik wegen des Wasserschutzgebietes habe im Übrigen nichts damit zu tun, dass belastetes Material bewegt wird. Dieses befinde sich in luft- und wasserdicht verschlossenen Spezialcontainern, die laut Roche sogar unbeschadet aus hoher Höhe auf die Erde fallen könnten. Bedenken müsse man aber, dass ein Lkw auch einmal Öl verlieren könne, weshalb genau hingeschaut werden müsse, ob die Route die richtige sei. "Der Gemeinderat wird die Entscheidung treffen", so Benz. Beide Routen hätten Vor- und Nachteile.