Die Baustelle sichern dauert ein Jahr

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Mo, 10. Februar 2014

Grenzach-Wyhlen

In der Kesslergrube werden 160 000 Kubikmeter ausgehoben, auch Schotter unter dem Material / Transport auf dem Wasserweg.

GRENZACH-WYHLEN. Einerseits ist es die Vorfreude auf den Beginn der Aktivität auf der Kesslergrube gewesen, die Roche dazu bewog, den aktuellen Stand seiner die Deponie betreffenden Planung vorzustellen. Andererseits meldete sich die Bevölkerung schon zu Wort, um zu erfahren, was es mit den ersten Arbeiten auf sich hat, erklärte Cornelius Wittal, der für die Kommunikation in Sachen Kesslergrube zuständig ist, beim Ortstermin vergangene Woche.

Roche beruhigte mit seinem Sanierungskonzept insofern, dass daraus hervorgeht, wie intensiv das Unternehmen sich dafür einsetzt, die Belästigung der Bevölkerung durch die Sanierung so gering wie möglich zu erhalten. Entscheidend dabei sind die Wege für den Ab- und Antransport des alten und neuen Füllmaterials. Die zwischen der Deponie und der Bahnlinie verlaufende Köchlinstraße wird dafür nicht verwendet. Sie dient nur der Erschließung des am Sandländeweg entstehenden Containerdorfs.

Schotter wird auch entfernt
Angesichts der Menge an Material, das aus der ehemaligen Kiesgrube entfernt und dort eingefüllt wird, ist der Transport eine Herausforderung und hauptsächlich für die lange Dauer der Baustelle verantwortlich. 160 000 Kubikmeter Aushubvolumen berechneten die Planer, stellte Projektleiter Thomas Osberghaus vom Generalplaner HPC dar: "Auch der Schotter unter dem Material wird ausgehoben, um sicher zu sein, dass sich da dann nichts mehr drin befindet, was nicht sauber ist."

Dazu kommt noch das Füllmaterial. Die Kesslergrube wird bis zu zwei Drittel des heutigen Volumens wieder aufgefüllt. "Schätzungsweise 300 000 Kubikmeter Material werden zu bewegen sein", sagte Gesamtprojektleiter Richard Hürzeler. Wo genau das Füllmaterial herstammen wird, ist noch nicht klar. Es soll aber aus der Region geliefert werden, beispielsweise von dann aktuellen Baustellen.

Mit einer etwa einen Kilometer langen Trasse über das BASF-Gelände durch die Hauptpforte bis zur Bahnhaltestelle, die dafür hergerichtet wird, und mit einer temporären, etwa 130 Meter langen Schiffsanlegestelle im Rhein direkt südlich der Kesslergrube haben die Verantwortlichen aufwändige Lösungen für die Transportwege entwickelt. Die Abfuhr geschieht per Lastwagen, das Füllmaterial kommt auf dem Wasserweg. Die Schiffe, die anlegen, werden eine Kapazität von bis zu 200 000 Tonnen haben.

Da Roche den Perimeter 1 der Kesslergrube durchschnittlich zehn Meter tief ausgraben lässt und das Grundwasser bereits bei 6 Metern Tiefe steht, muss die Aushubgrube trockengelegt werden. Die Baustelle zu sichern, dauert gut ein Jahr lang. Die Verankerung der Spundwände muss dem Druck vom Rhein standhalten, ohne vom Erdreich der Kesslergrube gestützt zu werden. Bis zu 25 Meter tief reicht die Verankerung im Wasser.

Boote verhindern Tausende Lkw
Hürzeler ist nicht nur zuversichtlich, sich auch mit den Wassersportlern über die sie betreffenden Sicherheitsfragen einigen zu können. Sondern betonte auch, dass es gar keine Alternative gebe: "Wir brauchen die Schiffsanlegestelle, denn mit ihr können wir den Verkehr Tausender Lastwagen durch die Gemeinde verhindern." Mit allen Sportvereinen Basels und Grenzach-Wyhlens, die auf diesem Stück des Rheins im Sommer aktiv sind, werde Roche Kontakt aufnehmen und sie in Kürze über den Planungsstand informieren.

Besonders betroffen ist der Wassersportclub, bei dessen Klubhaus bereits der Bau einer neuen, vorübergehenden Zufahrtsstraße begonnen hat. Sie wird den Sandländeweg ersetzen, bis dieser nach Beendigung der Baustelle wieder freigegeben und neu hergestellt wird.