Große Tafel der Begegnung

Theresa Ogando

Von Theresa Ogando

Do, 13. September 2018

Bad Krozingen

Am 23. September findet zum zweiten Mal das Stadtfest "Zusammen sind wir Heimat" in Bad Krozingen statt.

BAD KROZINGEN. Miteinander statt übereinander sprechen – diese Idee steht hinter dem Bürgerfest unter dem Motto "Zusammen sind wir Heimat" und soll ein besseres Kennenlernen von Menschen verschiedener Kulturen erleichtern. Gerade in einer Zeit, in der das Sicherheitsgefühl in der Kurstadt teilweise in Frage steht, erscheint das Ziel der Veranstaltung wichtig. Nachdem im vergangenen Jahr die Stadt, Kirchengemeinden, Vereine und Verbände gemeinsam das Fest ins Leben gerufen haben, findet es nun am Sonntag, 23. September, seine Fortsetzung.

"Miteinander eine gute Zeit haben und durch die Begegnung Vorurteile abbauen – das ist das Ziel des Festes", sagt Georg Klingele, Pastoralreferent der katholischen Seelsorgeeinheit Bad Krozingen-Hartheim. An einer großen Tafel sollen die Bürger zusammen essen und trinken und miteinander ins Gespräch kommen. Das wurde vergangenes Jahr bei dem nicht-kommerziellen Fest schon versucht, hat aber noch nicht so geklappt wie geplant. Das Problem: Die Bürger sollten selbst Tische bringen, das war aber dadurch, dass um den Lammplatz nur wenige Menschen wohnen und die Straße für Autos gesperrt war, schwierig. "Dieses Jahr wird eine fast durchgängige Tafel mit 90 Biertischgarnituren gestellt, die nur von den Angeboten der verschiedenen Gruppierungen unterbrochen wird", sagt Alfred Lauber von der Seelsorgeeinheit. Die Idee ist, dass jeder Gastgeber oder Gast sein kann – wer möchte, bringt Essen mit, und wer Lust, hat setzt sich spontan dazu.

Vergangenes Jahr haben sich 20 Gruppierungen mit verschiedenen Angeboten beteiligt, etwa mit einer Essensausgabe, mit Spielen für Kinder, mit Musik oder Informationsständen. "Es war ein tolles Erlebnis. Für alle, die an der Organisation beteiligt waren, war klar – das war keine einmalige Sache", erinnert sich Alfred Lauber.

Alfred Lauber und Georg Klingele waren die Ideengeber für das Fest. "Viel in der Gesellschaft zieht auseinander und das geht durch alle Strukturen. Wir wollen mit dem Fest das Zusammen stärken", sagt Lauber. Dieser Impuls traf auf große Resonanz in der gesamten Stadt. Und so sagt auch der evangelische Pfarrer Rolf Kruse: "Wir machen uns das Fest sehr gerne und engagiert zu eigen, weil wir es im Blick auf unser Gemeinwesen insgesamt für ein wichtiges Zeichen halten."

Insgesamt steigerte sich offenbar das Interesse an der Veranstaltung, fanden sich doch in diesem Jahr sogar 30 Gruppierungen, die das Fest mitgestalten wollen. Und so wird es am 23. September Spiele, Tanz, Gesang, Workshops und vieles mehr vom Lammplatz über die Nepomukbrücke bis zum Parkplatz im Grün in der Schwarzwaldstraße geben. "Allein die Vorbereitung zeigt wie eine Gesellschaft funktionieren soll – man arbeitet gemeinsam und hilft einander", sagt Georg Klingele.

Um 10.30 Uhr findet ein ökumenischer Gottesdienst in Kooperation der katholischen, evangelischen und freien christlichen Gemeinde Bad Krozingens auf dem Lammplatz statt. Um 11.30 Uhr wird das Fest dann mit dem Harmonika- und Akkordeonclub Bad Krozingen offiziell eröffnet.

Volker Kieber und der Stadtrat beteiligen sich auch rege an dem Fest. Der Bürgermeister findet, das Fest komme zu einem guten Zeitpunkt. "Es ist gerade keine ganz einfache Phase, was das Sicherheitsgefühl in Bad Krozingen betrifft. Das Fest bietet die Möglichkeit, sich Ängste anzuhören und in den Dialog zu kommen", sagt Kieber und hofft dass diese Begegnung beruhigend wirken wird.

Info: "Zusammen sind wir Heimat" am Sonntag, 23. September, von 11.30 Uhr bis 17 Uhr; zwischen Lammplatz und Nepomukbrücke