Hochdeutsch als "erste Fremdsprache"

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Von kst & BZ-Redaktion

Mi, 24. Mai 2017

Hausen im Wiesental

Muettersproch-Gsellschaft landete mit den "Zwei Wunderfitzen" und Hans Ruf einen Volltreffer.

HAUSEN (kst). Die Muettersproch-Gsellschaft Gruppe Wiesental um die Vorsitzende Heidi Zöllner hatte kürzlich zum monatlichen "Alemanneobe" in den "Alemannesalon" im Hausener Hebelhaus eingeladen, den der Heimatdichter Hans Ruf aus Demberg im Kleinen Wiesental und das Duo "Die zwei Wunderfitze" mit zu Herzen gehenden Liedern gestalteten. Mundart, Mischung aus witzigen Texten und fetziger Musik kamen bestens beim Publikum an.

Der frühere Landwirt Hans Ruf dankte in seinen Gedichten Gott für die alemannische Sprache, den herrlichsten Gottesgarten, "das Wiesetal", das Heimat und Paradies sei, und die glücklichen Menschen, die hier wohnen. Viele Gedichte stammen aus seinen Büchern "Ne Hämpfeli Heimet" und "S’ Chlei Wiesetal losst grüeße". Heiterkeit lösten Stammtischsprüche aus, die Hans Ruf zu kleinen Geschichten verarbeitete oder auch die liebevoll umschriebenen Ungeschicklichkeiten von Mitbürgern. Doch auch ernste Töne schlug der Demberger an, wenn er den Wunsch einer alten Dame im Altersheim, in der Heimaterde begraben zu werden, artikulierte.

Erstmals gastierten Rolf Rosendahl und Dieter Schwarzwälder im Hebelhaus, Freunde, die seit vier Jahren gemeinsam als "Die zwei Wunderfitze" in der Region erfolgreich auftreten und für die "Hochdeutsch ihre erste Fremdsprache" sei.

Lieder zum Mitsingen, Schmunzeln und Träumen umfasst ihr Repertoire, wobei auch alemannische Erfolgshits von Roland Hofmaier, Frank Dietsche und Manni Matter interpretiert werden. Sehr gut kamen ihre eigenen Texte und Kompositionen an, oftmals mit überraschenden Pointen. Ein heißes Thema waren die bodenlos schönen alemannischen Männer, von der Schöpfung verwöhnt, pflegeleicht, einfühlsam lieb und zärtlich wie die Sau.

Köstlich war die Übertragung des Goetheschen "Erlkönigs" ins Kleine Wiesental mit Vater und Kind und der Frage "Wer strabblet uf em Velo?" Beifall zogen die Erfahrungen und Beobachtungen mit den "Stockenten" unter dem Titel "Mordic Walking" nach sich, ebenso das "Aloahe" mit dem "Südseezauber im Altersheim". Die beiden Sänger und Gitarristen setzten auch kleine Instrumente wie Mundharmonika, Klangstäbe und Kazoo ein und erzielten damit Effekte. Den Abschluss bildete ein von Hans Ruf getextetes Gebet in Alemannisch, das Rolf Rosendahl und Dieter Schwarzwälder vertont haben.

Langer Beifall war Zeichen für einen wunderschönen alemannischen Abend.