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27. Juni 2012

Heitersheim hat nicht genügend Wind

Die Stadt verfügt auf ihrer Gemarkung über keine wirtschaftlich darstellbaren Windstandorte.

HEITERSHEIM. Nach eingehender Prüfung der fachlichen Grundlagen im neu erlassenen Windatlas kam Stadtbaumeister Martin Gekeler zu dem Ergebnis: Heitersheim verfügt auf seiner Gemarkung derzeit über keine wirtschaftlich darstellbaren Windstandorte. Deshalb sah der Gemeinderat einstimmig keine Planungserfordernis im Flächennutzungsplan für Heitersheim.

In Eschbach sehe die Situation wohl ähnlich aus, ergänzte Bürgermeister Martin Löffler. Mehrheitlich empfahl das Ratsgremium deshalb dem gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Heitersheim, Ballrechten-Dottingen und Eschbach, der Aufstellung eines sachbezogenen Teilflächenplans zur Windenergienutzung auf Ballrechten-Dottinger Gemarkung zuzustimmen, weil es dort relevante Windnutzungsflächen gibt.

Die CDU-Fraktion stimmte gegen diesen zweiten Teil, weil ihr Antrag abgelehnt wurde, die Verwaltungsgemeinschaft zu einer Abstimmung mit anderen benachbarten Planungsverbänden zu bewegen.

Bei aller Sympathie für Windenergie – das Thema tangiere die ganze Region und es mache keinen Sinn, wenn jede Verwaltungsgemeinschaft ihr eigenes Süppchen koche, argumentierte CDU-Fraktionssprecher Thomas Keller. Man müsse als große Gemeinschaft auftreten, um eine Verspargelung von jedem Kamm im Schwarzwald zu verhindern.

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Er halte es grundsätzlich für richtig, dass ein übergeordneter Abstimmungsbedarf bestehe, pflichtete Bürgermeister Löffler ihm bei. Ballrechten-Dottingen sei beispielsweise auch mit Staufen, Münstertal und Sulzburg im Gespräch. Aber das geänderte Landesplanungsrecht sehe nun mal verpflichtend kleinere Abstimmungseinheiten vor, erklärte er. Das Land habe extra Stellen geschaffen, die sich dann um die interkommunale Vernetzung kümmern sollen.

Für SPD-Stadtrat Harald Höfler machte die lokale Verortung Sinn, weil man genau dort mit den Vor- und Nachteilen leben müsse. Die zuvor seit Jahren geforderte großflächige Abstimmung habe zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt, sagte Höfler.

Es werde ohnehin nur realisiert, was betriebswirtschaftlich interessant sei, entkräftete Edmund Weiß die Befürchtungen. Bestes Beispiel dafür ist Heitersheim. Lediglich ein Punkt auf dem Schilzberg gebe 100 Meter über dem Boden, also in Nabenhöhe eines Windrades, eine Windgeschwindigkeit von 5,25 bis 5,75 Metern pro Sekunde her, erläuterte Stadtbaumeister Gekeler. Der Referenzertrag liege lediglich bei 60 Prozent, wobei wirtschaftlich darstellbare Windstandorte einem Referenzbetrag von 80 Prozent benötigten. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung mit 180 bis 400 Metern erfülle ebenfalls nicht das Kriterium von mindestens 700 Metern.

Autor: Sabine Model