Landtagswahl

Historische Zäsur: Kretschmann siegt über Wolf, AfD schlägt SPD

Karl Heidegger, Julia Dreier, Oliver Huber, Susanne Ehmann, dpa, bz

Von Karl Heidegger, Julia Dreier, Oliver Huber, Susanne Ehmann, dpa & BZ-Redaktion

So, 13. März 2016 um 23:00 Uhr

Südwest

Bei der Wahl in Baden-Württemberg sind die Grünen erstmals stärkste Kraft in einem Landtag geworden. Die CDU büßt ihre jahrzehntealte Stellung ein. Auch die SPD verliert deutlich, der AfD gelingt auf Anhieb der Sprung in den Landtag. Der Liveticker zum Nachlesen.



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23.03 Uhr: Baden-Württemberg hat gewählt. Alle südbadischen Politiker, die im neuen Landtag in Stuttgart sitzen werden, zum Durchklicken im Fotoalbum. Damit schließen wir unseren Ticker und danken für Ihre Aufmerksamkeit.

22.51 Uhr: Weitere Zweitmandate aus Südbaden: Volker Schebesta (CDU / Wahlkreis Offenburg), Marion Gentges (CDU / Wahlkreis Lahr), Stefan Räpple (AfD / Wahlkreis Kehl), Sabine Wölfle (SPD / Wahlkreis Emmendingen), Rainer Stickelberger (SPD / Wahlkreis Lörrach).

22.45 Uhr: Über das Zweitmandat ziehen unter anderem die Freiburger SPD-Parlamentarierin Gabi Rolland und Breisgauer CDU-Mann Patrick Rapp in den Landtag ein.

22.29 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis für Baden-Württemberg liegt vor. 30,3 Prozent untermauern den Triumph der Grünen, die CDU steht bei 27,0 Prozent. Dritte Kraft ist die AfD mit 15,0 Prozent, vor der SPD mit 12,7 Prozent und der FDP mit 8,3 Prozent. Die Stimmen für die anderen Parteien summieren sich auf 6,7 Prozent.

22.19 Uhr: Der Wahlkreis Enz hat seine Auszählung beendet. Hier holen die Grünen mit 26,9 Prozent das Direktmandat, die AfD freut sich über 19,2 Prozent. Damit ist in Bälde mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zu rechnen – und dann wird sich herauskristallisieren, wer die Zweitmandate erringt.

22.12 Uhr: Wieden ist einer der der kleinsten Wahlkreise überhaupt, deshalb kommt es hier eher zu extremen Ergebnisse als anderswo. Trotzdem: 0,7 Prozent für die FDP – ist das kurios oder bemitleidenswert? Trösten können sich die Liberalen mit Blick auf Kenzingen. Dort können sie 14,6 Prozentpunkte einheimsen.

22.08 Uhr: Für Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid kommt es ganz dick: In seinem Wahlkreis Reutlingen kommt der 42-jährige Spitzenkandidat nur auf 14,2 Prozent der Stimmen. Damit landete der Finanz- und Wirtschaftsminister hinter den Kandidaten von Grünen, CDU und AfD nur auf Rang vier.

22.06 Uhr: Darauf hat ganz Baden-Württemberg gewartet: Stefan Mappus meldet sich zu Wort. Der frühere Ministerpräsident rät seiner Partei von einer Koalition mit den Grünen ab: "Denn dann wird die CDU in fünf Jahren noch schlechtere Ergebnisse bekommen", sagte Mappus der Pforzheimer Zeitung.

21.59 Uhr: Die aktuelle Hochrechnung aus Sachsen-Anhalt sieht die FDP bei 4,8 Prozent. Die Sitzverteilung im Magdeburger Landtag würde erheblich durcheinander gewirbelt, wenn die Liberalen an der 5-Prozent-Hürde scheitern.

21.54 Uhr: Ganz Baden-Württemberg wartet auf das vorläufige amtliche Endergebnis – dann erst wird die endgültige Mandatsverteilung feststehen. Momentan fehlt nur noch der Wahlreis Enz. Alle anderen Zahlen sind unserer interaktiven Karte zu entnehmen.

21.44 Uhr: Kretschmann bei der Stimmabgabe, Meuthen in Siegerpose, Anti-AfD-Demo in Stuttgart: Der Wahlabend in Bildern.

21.40 Uhr: Ein bizarres Bild gibt die Gewinn- und Verlust-Grafik für Sachsen-Anhalt ab. Dort haben alle Parteien an Stimmanteilen verloren – außer der FDP (plus 1 Prozent auf 4,8 Prozent) und natürlich der AfD. Die steht im Moment bei 24,3 Prozent. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat eine Partei, die vor dem Urnengang nicht schon im entsprechenden Parlament saß, ein solches Ergebnis erzielt.

21.33 Uhr: Nur minimale Verschiebungen sind bei der aktuellen ARD-Hochrechnung im Vergleich zur vorherigen zu verzeichnen – und bei der AfD geht es weiter nach oben; sie liegt demnach bei 15,1 Prozent. Die Grünen rangieren in Baden-Württemberg bei 30,3 Prozent, die CDU hat immerhin wieder die Zahl 27 vor dem Komma stehen (27,0).

21.29 Uhr: Im Vergleich zu 2011 steigt die Wahlbeteiligung in Freiburg stadtweit um rund 4 Prozentpunkte – von 67,0 auf 71,4 Prozent. Nur minimal höher war der Anstieg der Beteiligung in Weingarten (von 41,4 auf 46,1) und in Landwasser (von 45,8 auf 50,5). Die strammen AfD-Anteile, die sich in diesen beiden Stadtteilen auf jeweils mehr als 20 Prozent summieren, kann dies nicht erklären. Weitere Stimmen und A

21.21 Uhr: Thomas Seitz, Staatsanwalt und umstrittener AfD-Kandidat im Wahlkreis Lahr, holt das beste Ergebnis für die AfD am Oberrhein: 21,6 Prozent, das sind schon fast Sachsen-Anhalt-Verhältnisse.



21.17 Uhr: Eine Wahl, die alles verändert? Nein. Vogtsburg bleibt sich treu. 44,9 Prozent für die CDU. Den Südbaden-Rekord für die Christdemokraten liefert allerdings Tunau – 52,7 Prozent.

21.12 Uhr: Zahlen aus dem Wahlkreis Freiburg II: Edith Sitzmann, Grüne, holt das Direktmandat. Das Ergebnis im Detail: Edith Sitzmann (Grüne) 40,5 Prozent, Johannes Baumgärtner (CDU) 17,2, Gabi Rolland (SPD) 13,8, Wolfgang Ott (AFD) 10,7, Gregory Mohlberg (Linke) 7,7, Eicke Weber (FDP) 6,11, Sonja Ellen Hösl (Tierschutzpartei) 1,4, Lennart Lein (PARTEI) 1,1, Stephan Heider (ÖDP) 0,6, Mark Kalnitski (ALFA) 0,5, Michael Kerber (NPD) 0,3, Thomas Markert (REP) 0,2.

21.08 Uhr: Zahlen aus dem Wahlkreis Freiburg I: Reinhold Pix von den Grünen holt das Direktmandat. Das Ergebnis im Detail: Reinhold Pix (Grüne) 39,0 Prozent, Klaus Schüle (CDU) 25,5, Walter Krögner (SPD) 11,7 Andreas Juschkat (AfD) 8,4, Jens-Arne Buttkereit (FDP) 7,5, Lothar Schuchmann (Linke) 4,8, Sonja Ellen Hösl (Tierschutzpartei) 1,0, Simeon Müller-Götte (PARTEI) 0,7, Sedat Tok (ÖDP) 0,6, Philipp Porep (ALFA) 0,5, Wolfgang Döring (REP) 0,2.


21.06 Uhr: Josha Frey (Grüne) holt sich im Wahlkreis Lörrach das Direktmandat. Nach der Auszählung aller 30 Wahlbezirke kann Frey 31,7 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen. Weitere Informationen aus dem Wahlkreis Lörrach gibt es hier.

20.59 Uhr: In Rheinland-Pfalz strebt Wahlsiegerin Malu Dreyer von der SPD ein Dreierbündnis mit Grünen und FDP an. "Wir haben auch gute Zeiten in Rheinland-Pfalz erlebt gemeinsam mit der FDP", sagt sie. Bei den Grünen und der FDP wurde Gesprächsbereitschaft signalisiert.

20.53 Uhr: Zwischendurch ein Blick auf die Bürgermeisterwahlen in Südbaden: Aus der Affäre um die gerichtlich verordnete Wahlwiederholung in Neuenburg ist Amtsinhaber Joachim Schuster unbeschadet hervorgegangen; er kommt auf 72,4 Prozent. In Weil am Rhein holt der amtierende Oberbürgermeister Wolfgang Dietz 87,5 Prozent der Stimmen, was angesichts des eher skurril agierenden Gegenkandidaten Klaus Springer (12,1 Prozent) erstaunlich wenig ist. Aus Steinen liegt noch kein Ergebnis vor.

20.51 Uhr: "Die Altparteien werden zum Teufel gejagt", poltert AfD-Politiker Alexander Gauland.

20.48 Uhr: Die SPD in Freiburg feiert doch noch – Gabi Rolland behält das Mandat. Das geht aus unserem Freiburg-Ticker hervor, der zudem aktuelle Video-Interview mit Wolfgang Ott (AfD), Jens-Arne Buttkereit (FDP) und Alt-Rektor Jäger anbietet.

20.40 Uhr: Neue Hochrechnung der ARD für Baden-Württemberg – demnach steht bei der AfD die 15. Damit ist die Alternative für Deutschland klar drittstärkste Kraft hinter den Grünen (30,4) und der CDU (27,1). Die SPD krebst bei 12,7 Prozent.

20.39 Uhr: Den bis dato schwächsten SPD-Wert im Land liefert der Wahlkreis Sigmaringen.Mit 6,8 Prozent sind die Sozialdemokraten dort nur noch die fünfstärkste Kraft. Gewonnen haben auch hier die Grünen.

20.37 Uhr: Die bisher höchste Wahlbeteiligung in Südbaden verzeichnet der Wahlkreis Breisgau. Hier gingen 72,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an die Urnen – Chapeau. Auch diese Werte verrät unsere interaktive Landkarte.

20.35 Uhr: Seit Jahrzehnten war der Wahlkreis Offenburg eine Domäne der Christdemokraten. Und 2016? 2016 holt der Grüne Thomas Marwein holt das Direktmandat.

20.34 Uhr: CDU-Kandidat Klaus Schüle sagt in Freiburg: "Mit diesem Statement möchte ich ein deutliches Zeichen setzen. Egal, was passiert, es geht um die Sache. Ich bleibe weiterhin politisch aktiv, unter anderem als Stadtrat. Und die nächste Bundestagswahl kommt bestimmt."

20.32 Uhr: "Furchtbar. Einfach furchtbar. Das sollte alle demokratischen Parteien zum Nachdenken bringen" – so äußert sich Otto Neideck, Erster Bürgermeister in Freiburg, in unserem Freiburg-Ticker über das Abschneiden der AfD.

20.30 Uhr: Die Zahlen der jüngsten ZDF-Hochrechnung lesen sich wie folgt: Grüne 30,7 Prozent, CDU 27,3, AfD 14,5, SPD 12,7, FDP 8,1, Linke 3,2.

20.24 Uhr: Was sagen die baden-württembergischen Spitzenpolitiker zu den bisherigen Hochrechnungen? Zum Überblick.

20.23 Uhr: Noch ein Direktmandat für die AfD, die auch in Mannheim stärkste Kraft ist.

20.22 Uhr: FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke hat einer Koalition von Grünen, SPD und FDP eine klare Absage erteilt: "Für die FDP gilt, was vor der Wahl beschlossen wurde." Zu Gesprächen über die sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP stehe seine Partei aber bereit. "Die grün-rote Landesregierung ist abgewählt", betonte Rülke.

20.18 Uhr: Schwarz-Grün – so sieht aktuell unsere Landkarte aus, in die immer mehr Ergebnisse aus ganz Südbaden einfließen. Sind das auch die Farben der nächsten Landesregierung?

20.14 Uhr: Historischer Erfolg für die Grünen im Landkreis Emmendingen: Alexander Schoch (61) holt das Direktmandat im Wahlkreis 49, den die CDU damit erstmals verliert. 2011 hatte sich Schwehr noch knapp behauptet.

20.07 Uhr: "Wir haben dieses Land schön grün imprägniert" (Winfried Kretschmann). Und wie reagiert der wiedergewählte Grünen-Abgeordnete Reinhold Pix?

20.05 Uhr: Die CDU stellt den Direktkandidaten im Wahlkreis Waldshut. Felix Schreiner konnte sein Mandat hauchdünn vor der Grünen Mitbewerberin Petra Thyen verteidigen. Schreiner kam laut dem vorläufigen Wahlergebnis auf 30,8 Prozent der Stimmen, Thyen schaffte es bei ihrer ersten Kandidatur auf 30,4 Prozent. Ob sie es trotz der Niederlage im Wahlkreis doch noch in den Landtag schafft, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

20.05 Uhr: Trendwort des Abends: Deutschland-Koalition. Damit ist in Baden-Württemberg eine Kombination der Farben Schwarz-Rot-Gelb gehört – auch wenn auf der deutschen Flagge ja eigentlich Gold dazugehört. Doch ein Ministerpräsident, der nicht Winfried Kretschmann heißt? Schwer vorstellbar.

20.01 Uhr: Die ARD-Hochrechnungen haben sich stabilisiert. Mit ihren 27 Prozent liegt die CDU weiterhin klar hinter den Grünen (30,5) und fährt ebenso wie die SPD (12,7) eine historische Schlappe ein. Die AfD kratzt an der 15-Prozent-Marke und holt mit 14,9 Prozent wohl 22 Mandate im Stuttgarter Landtag. 8,3 Prozent entfallen auf die FDP, 3 Prozent auf die Linke.

19.59 Uhr: Nicht nur Landesparlamente werden heute gewählt, sondern auch der Oberbürgermeister von Weil am Rhein. Dort liegt Amtsinhaber Wolfgang Dietz klar vorne – einen ernsthaften Gegenkandidaten hat er nicht. Zum Liveticker.

19.57 Uhr: In Ravensburg hat sich ein – mutmaßlich der AfD nahestehender – Wahlhelfer als Störer in Szene gesetzt. Wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte, kam der Mann am Morgen zur Stimmabgabe und versuchte Helfer und Wähler zu beeinflussen. Der selbst ernannte Wahlbeobachter habe lautstark auf angebliche Missstände hingewiesen, hieß es. Nachdem er trotz Ermahnungen der Wahlhelfer damit nicht aufhörte, musste ihn die Polizei aus dem Gebäude verwiesen.

19.54 Uhr: Trotz des historischen Wahldebakels für die CDU in Baden-Württemberg will deren Spitzenkandidat Guido Wolf weiter Fraktionschef im Landtag bleiben. Er werde sich am Dienstag zur Wiederwahl stellen, sagt Wolf. Dabei verweist er auf einen einstimmigen Wahlvorschlag des geschäftsführenden Fraktionsvorstandes. Seine Partei habe ihn "ganz offenbar nicht auf den Spaziergang geschickt, sondern auf einen steinigen Weg, und ich bin selbstverständlich bereit, diesen steinigen Weg auch weiterzugehen."

19.52 Uhr: In Pforzheim holt die AfD das Direktmandat – 24,2 Prozent übertreffen sogar das Ergebnis der Petry-Partei aus Sachsen-Anhalt.

19.50 Uhr: Sandra Boser hat im Wahlkreis Lahr für die Grünen das Direktmandat geholt. Vor fünf Jahren war sie über die Zweitauszählung in den Landtag gekommen. Jetzt schlug sie mit 30,65 Prozent ihre Mitbewerberin von der CDU aus dem Rennen. Die 39-Jährige Diplom-Betriebswirtin und Kreisvorsitzende der Grünen ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin.

19.48 Uhr: Ein Paukenschlag aus Südbaden: Die Grünen stellen den Direktkandidatin im Wahlkreis Breisgau: Bärbl Mielich konnte den früheren Wahlkreis von Gundolf Fleischer erobern. Der Erfolg ist beachtlich. Der Wahlkreis Breisgau geht für die CDU erstmals überhaupt verloren.

19.45 Uhr: Ein Blick nach Sachsen-Anhalt: In den Hochrechnungen der ARD schwappen die Zahlen der AfD immer weiter nach oben; die Rechtspopulisten liegen hier mittlerweile bei 24 Prozent. Die anderen Werte: CDU 29,7, Linke 15,7, SPD 10,2, Grüne 5,0, NPD 3,2, FDP 4,9 Prozent. Die politische Konstellation in Magdeburg ist damit extrem kompliziert. Muss die CDU mit den Linken verhandeln?

19.42 Uhr: Das Offenburger Grünen-Ergebnis hat fast schon Freiburger Dimensionen. Die Stadt Offenburg – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Wahlkreis – hat so gewählt: CDU 22,9 Prozent, Grüne 35,3, SPD 11,2, FDP 7,8, Linke 3,0, AfD 15,8.

19.39 Uhr: Aus Schwarz wird Grün, auch im Schwarzwald. Die ersten Ergebnisse aus Südbaden liegen vor. So haben die Menschen in Bonndorf erstmals grün gewählt. Wir informieren über die Gewinner der Direktmandate in den Wahlkreisen und dem Landesergebnis in einer interaktiven Karte.

19.32 Uhr: Der Wahlkreis Freiburg II ist beinahe ausgezählt. Hier sind die Zahlen zu finden.

19.31 Uhr: Der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler zeigt sich auf der SWR-Bühne in Freiburg geschockt vom guten Abschneiden der AfD: "Ich habe es mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass die AfD vor uns in den Landtag einziehen könnte." Weitere Details, weitere Stimmen aus Freiburg gibt es in unserem Freiburg-Ticker.

19.27 Uhr: Altgediente Genossen dürften sich bei einzelnen Ergebnissen fragen: Was ist nur aus der SPD geworden? In der Schwarzwaldgemeinde Breitnau kommt sie gerade mal auf 6,3 Prozent. Die CDU bleibt hier die stärkste Kraft (34,3 Prozent)

19.23 Uhr: Die politischen Kommentatoren arbeiten sich derweil an der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel ab. Die CDU hat zwar schlechte Wahlergebnisse eingefahren – ganz grundsätzlich zeigen die Zahlen aber, dass die Kanzlerin Rückendeckung hat. Auch wenn sich dies in Baden-Württemberg paradoxerweise mehr in den Ergebnissen der Grünen niederschlägt als in denen der CDU.

19.22 Uhr: Mit einer exzellenten Wahlbeteiligung von 72,85 Prozent haben sich die Bürger von Efringen-Kirchen landestrendgemäß vor allem für die Grünen entschieden, auf Platz zwei folgen die CDU vor SPD, AfD und FDP. Weitere Informationen gibt es hier.

19.21 Uhr: Die Grünen mit Reinhold Pix haben in Titisee-Neustadt, Mittelzentrum des Hochschwarzwalds, der CDU und Klaus Schüle den Rang abgelaufen. Die CDU kommt nur noch auf 29,47 Prozent (2011: 38, 41), die Grünen ziehen auf 31,45 (2011: 24,57). Die SPD stürzt ab: Walter Krögner erhält 12,15 Prozent und hat sich halbiert (2011: 25). Damit werden die Genossen von der AfD mit ihrem Kandidaten Andreas Juschkat überholt; dieser kommt auf 12,88 Prozent. FDP-Neuling Jens-Are Buttkereit toppt mit 7,87 Prozent immerhin das Ergebnis seines Kandidatenvorgängers Nikolaus von Gayling-Westphal (5,54).

19.18 Uhr: Die Hochrechnungen des ZDF unterscheiden sich nur marginal von jenen der ARD: CDU 26,9 Prozent, Grüne 31,1, SPD 12,8, FDP 8,1, Linke 3,0, AfD 14,7.

19.17 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich auf dem Weg zu einer Regierungsbildung offen für Gespräche mit den anderen Parteien gezeigt. Man müsse nun ausloten, wer mit wem dieses Land regieren könne, sagte Kretschmann am Sonntagabend im ZDF. Zuvor sagte der Regierungschef im Neuen Schloss in Stuttgart: "Der grüne Teppich ist gelandet. Und zwar in der Mitte unseres Landes." Zu einer möglichen Regierungskoalition sagte er: "Wir warten, ob es nochmal reicht für Grün-Rot." Er wolle mit allen Gespräche führen, um eine Regierung auf den Weg zu bringen.

19.16 Uhr: 23,1 Prozent – das AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt ist weiterhin eines der Gesprächsthema des Wahlabends. Frauke Petry nimmt derweil schon das Wort "Regierungsverantwortung" in den Mund – wenn auch nicht mit Blick auf die anstehenden Jahre.

19.13 Uhr: Die AfD ist in Baden-Württemberg deutlich stärker als in Rheinland-Pfalz – dort kommt die Alternative für Deutschland "nur" auf 10,9 Prozent (ARD-Hochrechnung von 18.48 Uhr). Eklatant der Unterschied der Grünen: In Baden-Württemberg sind die Tabellenführer, in Rheinland-Pfalz kommen sie gerade einmal in den Landtag (5,2 Prozent).

19.09 Uhr: Es gibt auch Gemeinden, in denen die CDU weiterhin die Nase vorn hat. Etwa Biberach im Ortenaukreis. Hier holt die CDU 33,1 Prozent – doch auch die Grünen liegen über der 30-Prozent-Marke (31,9). Die SPD zerbröselt hier auf 8,7 Prozent.

19.07 Uhr: Linke-Spitzenkandidat Bernd Riexinger bezeichnet das Ergebnis für seine Partei als "wirklich bitter". Offensichtlich sei es der AfD gelungen, viele verunsicherte Wähler aus dem Nichtwählerbereich zu mobilisieren. "Unser klarer Standpunkt gegen Rassismus, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus ist nicht wirklich belohnt worden."

19.05 Uhr: Julien Bender, der SPD-Kreisvorsitzende, spricht in Freiburg. Er nimmt kein Blatt vor den Mund: "Das Ergebnis ist eine Katastrophe für uns. Es wird nicht dem gerecht, was wir in der Regierung geleistet haben." Weitere aktuelle Videos, Fotos und Ergebnisse gibt’s in unserem Freiburg-Ticker.

18.59 Uhr: Neue Hochrechnung für Baden-Württemberg: Die AfD schießt nach oben und rangiert bei 14,9 Prozent. Die CDU steht nun bei 26,9 Prozent, die Grünen verlieren leicht, können sich aber weiterhin über ein Rekordergebnis freuen (30,5 Prozent). Die SPD hat 12,9 Prozent, die FDP sind mit 8,4 Prozent stabil im Landtag, die Linken kommen auf 2,9 Prozent.

18.56 Uhr: Frauke Petry jubiliert in Berlin. Die hohe Wahlbeteiligung sei der AfD zu verdanken. Demokratie und Bürgerbeteiligung würden durch die AfD nach Deutschland zurückkehren. "Wir haben ein Potenzial von 30 Prozent", sagt die – und fragt rhetorisch: Wo würde dieses Potenzial ohne die Diffamierungskampagne der Medien liegen? "Wir befinden uns auf der Siegerstraße", so die AfD-Chefin.

18.54 Uhr: Die CDU wolle in Baden-Württemberg "Regierungsverantwortung übernehmen", gibt sich Guido Wolf kämpferisch – auch wenn es irgendwie nach einer Rede klingt, die er sich für einen Wahlsieg zurechtgelegt hat.

18.52 Uhr: Sichtlich gezeichnet stellen sich die beiden CDU-Wahlverlierer Guido Wolf und Julia Klöckner ihrer Partei. Klöckner versucht die gedrückte Stimmung mit Charme zu überspielen – Wolf probiert’s mit Gegenoffensive: "Grün-Rot ist abgewählt in Baden-Württemberg."

18.51 Uhr: Böllen macht das Rennen wieder und wird grün! In der kleinsten Gemeinde sind die Stimmen zur Landtagswahl besonders schnell ausgezählt. Knapp 20 Minuten nach Schließung des Wahllokals stand in Böllen im Schwarzwald das Ergebnis fest. Die 96 Einwohner zählende Gemeinde im Kreis Lörrach war damit eine der ersten Kommunen, die am Wahlabend ausgezählt hatte. Von den 78 Wahlberechtigten gingen 55 zur Wahl, sagt der ehrenamtliche Bürgermeister Bruno Kiefer. Die Grünen wurden erstmals in der Geschichte des Ortes stärkste Kraft. Sie bekamen 26 Stimmen, die CDU 19.

18.48 Uhr: Sozialdemokraten – und auch viele andere politische Beobachter – zucken zusammen: In der neuesten Hochrechnung für Baden-Württemberg liegt die AfD mit 13,1 Prozent vor der SPD (12,9). Die Kluft zwischen Grünen (31,7 Prozent) und CDU (27,2) bleibt enorm.

18.46 Uhr: Heinrich Haasis, CDU-Politiker, sagt in Stuttgart zum schlechten Abschneiden seiner Partei: "Es ist ein Scheiß."

18.44 Uhr: Der gebürtige Bad Säckinger und Bundestagsabgeordneter aus Donaueschingen, Thorsten Frei, hat für CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf den Wahlkampf geleitet und betont im SWR, dass dieser definitiv nicht der falsche Kandidat war. "Wir wollten den Regierungswechsel und das haben wir geschafft. Grün-Rot hat keine Mehrheit."

18.43 Uhr: Ute Vogt, ehemalige Landesvorsitzende der SPD, äußert sich so: "Ich kann eine Koalition mit der CDU nicht gut heißen und würde alles tun, das zu verhindern." Da sollte sie sich keine allzu großen Sorgen machen – eine Regierung ohne SPD-Beteiligung ist im Moment weit wahrscheinlicher.

"Feiern" Winfried Kretschmann auf die Frage, wie der Abend weitergeht
18.37 Uhr: In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verfestigen sich die Trends: Die SPD freut sich in Mainz über einen "wunder-wunderbaren Abend" (Malu Dreyer) mit mehr als 37 Prozent, die CDU kommt nicht einmal auf 33 Prozent. Bei über 30 Prozent liegt die CDU in Sachsen-Anhalt, zweitstärkste Kraft ist die AfD mit fast 22 Prozent, es folgen die Linken (17), die SPD (12) und Grüne und DFDP mit jeweils 5 Prozent.

18.35 Uhr: Wie sieht es in Freiburg aus? Grün. In allen 20 bislang ausgezählten Wahlbezirken liegen die Grünen vorne. Zum Freiburg-Ticker geht es hier.

18.32 Uhr: Grün-Rot – ist das weiter eine Option in Baden-Württemberg? Nach jetzigem Stand: Nein. Rechnerisch möglich wären Grün-Schwarz sowie eine Regierung aus Grünen, SPD und FDP.

18.30 Uhr: Standing Ovations für Winfried Kretschmann in Stuttgart. "Wir haben Geschichte geschrieben und die Grünen zur stärksten Kraft im Lande gemacht", sagt der sichtlich bewegte Ministerpräsident. "Ich sehe in diesem Wählervotum den Auftrag, erneut die Landesregierung zu bilden."

18.28 Uhr: Daniel Sander von der CDU Freiburg nimmt in Stuttgart kein Blatt vor den Mund: "Eine Katastrophe", sagt er zum CDU-Ergebnis, "dass eine Volkspartei so abschmiert, hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben."

18.25 Uhr: 11,5 und 10,1 Prozent – das sind die Verluste, die CDU und SPD in Baden-Württemberg laut der aktuellen Hochrechnung eingefahren haben. Die Grünen haben 7,9 Prozent gewonnen, die AfD logischerweise all ihre 12,5 Prozent.

18.20 Uhr: "Die Parteienlandschaft befindet sich in Aufruhr", konstatiert Grünen-Chefin Simone Peter. Doch die Grünen haben allen Grund zur Freude – ganz besonders in Baden-Württemberg. Die Menschen im Südwesten wollen Winfried Kretschmann als Ministerpräsident behalten – das ist jetzt schon eine Kernaussage dieses Wahlabends. In Rheinland-Pfalz muss die Grünen allerdings einen Einbruch von 10 Prozent verkraften.

18.18 Uhr: Für viele politischen Beobachter ist die größte Überraschung des Wahlabends, dass sich Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz gegen Julia Klöckner durchsetzt. Die SPD rangiert dort bei 36 Prozent, die CDU bei 35.

18.16 Uhr: Das Abschneiden der AfD in Baden-Württemberg ist bescheiden im Vergleich zu Sachsen-Anhalt: Dort kommt die Protestpartei aus dem Stand auf fast 23 Prozent und wird zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Das ist das beste Ergebnis einer Partei, die bisher noch nicht im Parlament vertreten war, in der Geschichte der Bundesrepublik.

18.14 Uhr: SDP und AfD fast gleichauf – viel fehlt nicht und die Sozialdemokraten werden von der Petry-Partei überholt. Nach der aktuellen Hochrechnung trennen 0,3 Prozentpunkte die beiden Parteien.

18.12 Uhr: Die erste Hochrechnung für Baden-Württemberg liegt vor – auch hier beziehen wir uns auf die ARD. Demnach verfestigen sich die Zahlen der Prognose: Grüne 32,1, CDU 27,5, SPD 12,8, AfD 12,5, FDP 8,2, Linke 3,1 Prozent.

18.10 Uhr: Katzenjammer bei CDU und SPD – die beiden Parteien, die jahrzehntelang die politische Landschaft in Deutschland dominiert haben, müssen herbe Schlappen einstecken.

18.08 Uhr: War es der spannende Wahlkampf? Oder das gute Wetter? Wir wissen es nicht, aber die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg hat sich erfreulich entwickelt. Sie ist um 5,7 Prozent auf einen guten Wert von 72 Prozent gestiegen.

18.07 Uhr: Erstmals liegen die Grünen in Baden-Württemberg vor der CDU – bei der Kretschmann-Partei brechen alle Dämme.

18.06 Uhr: Duell der Frauen in Rheinland-Pfalz verweist die SPD von Regierungschefin Malu Dreyer die CDU von Herausforderin Julia Klöckner nach einem dramatischen Wahlkampfendspurt noch klar auf Platz zwei. In Sachen-Anhalt fährt die noch junge AfD, die nunmehr in 8 der 16 Landtage vertreten ist, ein Rekordergebnis ein: Mit rund 23 Prozent wird sie zweitstärkste Partei.

18.04 Uhr: Der ersten Prognose zufolge würden die Grünen 48 Sitze bekommen, die CDU 41, die AfD 18 und die FDP 12. Grün-Rot hätte also keine Mehrheit mehr. Rechnerisch wäre Grün-Schwarz möglich.

18.01 Uhr: Da ist sie, die erste Prognose. Laut ARD kommen die Grünen auf 32 Prozent und liegen damit deutlich vor der CDU mit 27,5 Prozent. Für die SPD rechnen die Experten mit 13 Prozent, die AfD kommt auf 12 Prozent. FDP: 8 Prozent, Linke: 3 Prozent.

17.57 Uhr: Schwitzige Hände auf zahllosen Wahlpartys. Auf auf dem großen Freiburger SWR-Event warten alle auf die ersten Prognosen, wie unser Freiburg-Ticker zeigt.

17.55 Uhr: "Sachsen-Anhalt – Land der Extreme: Wer könnte mit wem koalieren?" So titelt die Frankfurter Allgemeine. Doch auch in Baden-Württemberg könnte die Koalitionsfrage lange offen bleiben.

17.50 Uhr: Viele Fragen sind offen: Bleibt Kretschmann Ministerpräsident? Und selbst wenn die Grünen – wovon viele Wahlforscher ausgehen – die stärkste Kraft werden: Reicht es weiterhin für Grün-Rot? Oder wird die SPD von der AfD überflügelt? Wie schneiden FDP und Linke ab? Wer holt die Direktmandate in Südbaden?

17.48 Uhr: Die Spannung steigt – um 18 Uhr gibt es die ersten Prognosen.

17.46 Uhr: Freiburg ist eine geteilte Stadt – bei Landtagswahlen jedenfalls. Und das schon seit 1976: Nach der Gebietsreform war auch eine Neuordnung der Landtagswahlkreise fällig, die CDU und SPD nutzten, um Freiburg aufzuteilen: Der Osten Freiburgs wurde erweitert um ländliche Schwarzwaldgemeinden – der Wahlkreis 46, Freiburg I sollte eine sichere Bank für die CDU sein und war es bis zur vergangenen Landtagswahl im Jahr 2011. Da holten die Grünen beide Direktmandate.

17.39 Uhr: Spannend auch die Situation in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Kann Julia Klöckner Malu Dreyer als Ministerpräsidentin verdrängen? Und wie viele Prozentpunkte sammelt die AfD im Osten?

17.34 Uhr: "Trübe Frühlingsstimmung im Südwesten - Mischwetter hält an" titelt die Deutsche Presse-Agentur. Trüb. Mischwetter. Das dürfte heute auch für manchen Politiker Programm sein.

17.30 Uhr: Noch ist unsere Karte weiß – doch im Lauf des Abends wird sie Farbe annehmen: Hier finden Sie auch "Ihren" Wahlkreis.

17.20 Uhr: In Südbaden stellen sich 54 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl. Wofür stehen sie? Wir haben sie in einer Porträtserie vorgestellt.

17.12 Uhr: Auch aus Freiburg berichten wir in einem Liveticker, der aktuell von den Auszählungen in beiden Wahlkreisen berichtet.

16.59 Uhr: Die jüngsten Umfragen für Baden-Württemberg sehen die Grünen vor der CDU. Grün-Rot muss aber dennoch um die Mehrheit im Landtag bangen, da die SPD den Erwartungen hinterherhinkt.

16.48 Uhr: 180 Wahlhelfer und Wahlbeobachter bietet die AfD im Wahlkreis Offenburg für die Auszählung der Landtagswahlergebnisse auf. Sie seien aus ganz Deutschland angereist.

16.42 Uhr: In Baden-Württemberg gaben nach Angaben der Wahlleitung bis 14 Uhr 35,5 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab. 2011 lag die Wahlbeteiligung inklusive Briefwahl zu diesem Zeitpunkt bei 30,7 Prozent. Ohne Briefwähler kam die Landeswahlleiterin auf eine Beteiligung von 42,5 Prozent nach 34,6 vor fünf Jahren.

16.40 Uhr: Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hat sich bis zum Nachmittag eine deutlich höhere Wählerbeteiligung als 2011 abgezeichnet. Bis zum frühen Nachmittag registrierten die Wahlleitungen vielerorts einen spürbaren Andrang in den Wahllokalen und ein Plus bei der Briefwahl. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr.

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