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02. August 2012
Homosexualität
In Fragen der Moral ist in unserer Gesellschaft wohl einiges in Schieflage
Zu: "Gleichberechtigung Homosexueller – Eine Allianz der Empathischen", Leitartikel von Heidi Ossenberg (Politik, 28. Juli):
Frau Ossenberg beendet ihren Text mit den Worten: "Einen Menschen nicht danach zu beurteilen, mit wem er schläft, das sollte eine Lektion sein, die jeder Grundschüler beherrscht." Ich möchte diese Aussage in ihrer Pauschalität gern kritisch hinterfragen. Was ist mit Menschen, die ihrem Ehepartner durch Fremdgehen Leid zufügen? Ist das nicht verurteilenswert? Was ist mit Menschen, deren sexuelles Verlangen Kindern gilt? Alles kein Problem – sollen das die Grundschüler gleich mitlernen? Wenn Sie schon Themen der Sexualität in einem Leitartikel aufgreifen, dann würde ich mich freuen, mal einen Text zu lesen, der sich mit der gleichen Vehemenz für den Lebensentwurf einsetzt, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten. Bei einem Fazit wie dem von Frau Ossenberg drängt sich mir der Verdacht auf, dass in Fragen der Moral in unserer Gesellschaft einiges in Schieflage geraten ist.
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Autor: Christoph Meichnser, Offenburg
18 Kommentare
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Daniel Jörders
Registriert seit: 17.06.2010
Kommentare: 134
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02. August 2012 - 17:30 Uhr
Sehr geehrter Herr Meichsner,
ein Mensch, der seinen Ehepartner/partnerin betrügt, fügt diesem Leid zu, wie Sie selbst richtig formulieren. Zudem bricht er ein Versprechen, das er seinem Partner gegeben hat. Somit lädt er moralische Schuld auf sich.
Ein Mensch, dessen sexuelles Verlangen Kindern gilt und der dieses Verlangen auslebt, das Kind somit ausnutzt, mißachtet die sexuelle Selbstbestimmung des Kindes (von Gewaltanwendung mal ganz abgesehen). Dieser Mensch lädt moralische Schuld auf sich.
Wie nun allerdings zwei erwachsene Menschen gleichen Geschlechts, die in Liebe verbunden einvernehmlich miteinander ihre Sexualität ausleben, moralische Schuld auf sich laden sollten, ist mir in der Tat schleierhaft. Insofern hinken Ihre Beispiele doch ziemlich. -
Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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03. August 2012 - 16:25 Uhr
Die Krux mit der moralischen Überbewertung der Sexualität scheint mir das problematischste bei der Toleranz gegenüber den unterschiedlichen Spielarten zu sein. Dabei ist mit dem, was Frau Krueger schrieb, eigentlich alles gesagt: 'einvernehmlich gelebte Sexualität'.
Damit fällt sowas wie Pädophilie schon mal unter den Tisch, weil das nie einvernehmlich sein wird. Ebenso wie natürlich Vergewaltigungen und ähnliches.
Mit dem 'Betrug' sieht es da vielleicht schon ein wenig anders aus. Ich kenne Paare, die sich durchaus gegenseitig den ein oder anderen Spaß aushäusig gönnen. Aber das passiert einvernehmlich. Zum Betrug wird es eigentlich erst, wenn das nicht gegeben ist.
Das Eheversprechen, das angesprochen wurde, ist m. E. viel viel tiefer, als es am Sex festzumachen.
Die moralische Komponente kam wohl eher mit den religiösen Dogmen ins Spiel. Es gibt ja auch Völker, die das anders leben. Und ob der Mensch monogam ist, ist anscheinend auch noch nicht so ganz geklärt. Es finden sich da ein Haufen Abhandlungen drüber.
Und zuletzt: Mit Sex bis zur Ehe warten? Sorry, dafür macht das einfach zu viel Spaß. -
Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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03. August 2012 - 17:14 Uhr
Ähm, Herr Pavel, das mal so zum Beispiel: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/homosexualitaet-bei-tieren-maennchen-mit-maennchen-weibchen-mit-weibchen-a-444512.html
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Oliver Schmidt
Registriert seit: 07.05.2011
Kommentare: 65
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03. August 2012 - 17:27 Uhr
Hallo Herr Pavel,
Sie sollten gelegentlich mal einen Besuch im Zoo planen. Was dort teilweise geboten wird, is garantiert nicht jugendfrei. Und die Tiere fragen nicht nach der Moral. Also möchte ich Ihre These, daß nur der Mensch sich als intelligentes Wesen über die Nummer hinwegsetzt als falsch bezeichnen. -
Daniel Jörders
Registriert seit: 17.06.2010
Kommentare: 134
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03. August 2012 - 22:34 Uhr
Herr Pavel,
--"Jedenfalls ist eines mal klar auszudrücken gleichgeschlechtlicher Sex
ist auf dem Planeten Erde, also in der Natur nicht vorgesehen!"
Da irren Sie, Herr Pavel. Die Natur ist weit vielfältiger, als sich menschliche Dogmen vorzustellen in der Lage sind. Gott sei Dank, möchte man sagen. -
Martin Gruber
Registriert seit: 28.07.2011
Kommentare: 366
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03. August 2012 - 22:55 Uhr
"Jedenfalls ist eines mal klar auszudrücken gleichgeschlechtlicher Sex
ist auf dem Planeten Erde, also in der Natur nicht vorgesehen!"
Menschen gehören also nicht zur Natur? Oder gehören Menschen allgemein, aber nicht Homosexuelle zur Natur? Wenn eines von beidem Ihre Prämisse ist, Herr Pavel, dann ist Ihre Behauptung natürlich "selbstbeweisend".
Aber vielleicht sind Sie da besser informiert ... könnten Sie hier eventuell die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse von Gott veröffentlichen, unter der ich ihn persönlich fragen kann, was er "vorgesehen" hat und was nicht?? (ich hoffe das ist mit der Netiquette vereinbar...) -
Bert Pavel
Registriert seit: 19.07.2012
Kommentare: 328
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04. August 2012 - 02:27 Uhr
Geahnt habe ich diese Reaktionen und zwar bewusst. Also sind die
wenigen Ausnahmen aus dem Tierreich die perfekte Entschuldigung!
Trotzdem bleibe ich dabei, dass es in der Evolution so nicht vorgesehen
war. Man nenne mir auch nur einen einzigen Grund der gerechtfertigt wäre. -
Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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04. August 2012 - 10:57 Uhr
Wie auch schon im Artikel geschrieben: Spaß?
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Daniel Jörders
Registriert seit: 17.06.2010
Kommentare: 134
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04. August 2012 - 12:23 Uhr
--"Man nenne mir auch nur einen einzigen Grund der gerechtfertigt wäre."
Wozu? Sie sind doch offensichtlich gar nicht bereit, Ihre Meinung zu überdenken. Ignoranz ist in der Evolution ebenfalls nicht vorgesehen.
Oder möchten Sie nur ein wenig spielen und trollen? ;-)) -
Martin Gruber
Registriert seit: 28.07.2011
Kommentare: 366
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04. August 2012 - 12:59 Uhr
Herr Pavel, was Sie fordern, ist eine absurde Umkehr der Beweislast, und ignorant sind Sie noch dazu...
Dass es Homosexualität de facto im Tier- und Menschenreich GIBT, reicht Ihnen nicht als Beweis dafür, dass es in der Evolution "vorgesehen" ist.
Nein, statt dessen fabulieren Sie von "Rechtfertigungen" und "Entschuldigungen" und verdeutlichen dadurch, dass es Ihnen eigentlich darum geht, homosexuelle Handlungen moralisch zu verurteilen. Moral ist aber keine Kategorie der Evolution. Sie vermischen da Dinge, die überhaupt nicht zusammen gehören.
Was sagen Sie übrigens zu fleischfressenden Pflanzen? - die machen nämlich nur etwa 1000 von 500000 Pflanzenarten aus - also ebenso eine winzige Minderheit wie Homo-Tiere zu Hetero-Tieren. IST DAS ETWA NICHT WIDER DIE NATUR, DASS PFLANZEN TIERE FRESSEN? -
Bert Pavel
Registriert seit: 19.07.2012
Kommentare: 328
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05. August 2012 - 13:29 Uhr
Warum hat Gott, die Natur, oder die Evolution fast sämtliche Arten,
also auch den Mensch mit verschiedenen Geschlechtsteilen ausgestattet?
Ist das nicht Beweis genug?? -
Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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05. August 2012 - 13:57 Uhr
Tja, Herr Pavel, dummerweise hat die Natur auch noch gleich für einen Haufen mehr sexuelle Rezeptoren, am Körper verteilt, gesorgt und somit die Vielfalt der Spielarten enorm erhöht. Und das scheinen sogar auch Tiere gemerkt zu haben.
By the way: Ist nicht von mir, aber: 'Das größte Sexualorgan ist der Kopf!' -
Martin Gruber
Registriert seit: 28.07.2011
Kommentare: 366
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05. August 2012 - 14:32 Uhr
Herr Pavel, Sie können sich noch nicht einmal darauf einigen, ob Sie nun mit evolutionärem Wirken oder mit Gottes Willen argumentieren wollen - das ist komplett inkohärent.
Sagen Sie doch einfach ganz offen und ehrlich "Ich finde Schwule ekelhaft" (steht Ihnen im Rahmen der Meinungsfreiheit zu), aber sparen Sie sich Ihre verqueren Versuche, diese emotionale Aversion rational zu begründen... -
Caroline Weber
Registriert seit: 18.07.2011
Kommentare: 120
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05. August 2012 - 15:17 Uhr
Was wir „Moral“ nennen, ist im Prinzip nichts anderes als selbstbestimmte Regeln der verschiedensten Kulturkreise, die sehr mannigfaltig sein können und es auch sind. Ein objektives „richtig“ oder „falsch“ gibt es dabei nicht. Die Evolution kennt aber keine Moral.
Und was Homosexualität angeht, so gibt es diese bei fast allen Tieren. Dann zu behaupten, die Evolution hätte diese nicht „vorgesehen“, ist entweder sehr ignorant oder der jeweiligen persönlichen ideologischen Überzeugung geschuldet – was ja auch eine Form von Ignoranz darstellt und obendrein auch noch diskriminierend und menschenverachtend ist.
Wenn Herr Pavel sich dahingehend äußern würde, dass er auf Grund seiner persönlichen moralischen Einstellung Homosexualität ablehnt, wäre das zumindest ehrlich und würde den meisten einen gewissen Respekt abverlangen. Aber mit einer völlig unausgegorenen Argumentation irgendwo zwischen Gott und Evolution, machen sie sich, Herr Pavel, nur lächerlich – sowohl bei bei der einen wie auch der anderen Fraktion.
Was an dem veröffentlichten Leserbrief aber richtig ist, ist die Überschrift. Ja, in unserer Gesellschaft ist in Fragen der Moral einiges in Schieflage geraten, was aber ganz bestimmt nichts mit den unterschiedlichen Formen von Sexualität zu tun hat. -
Gelöschter Nutzer #793088
Registriert seit: 16.11.2009
Kommentare: 562
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05. August 2012 - 16:07 Uhr
Man kann mit Herr Meichsners Kommentar das gleiche tun wie das was er mit dem Artikel von Frau Ossenberg getan hat:
Sich eine einzelne Aussage heraus greifen, verdehen und gegen ihn kehren.
Z.b:
"Ich möchte diese Aussage in ihrer Pauschalität gern kritisch hinterfragen. [...] Was ist mit Menschen, deren sexuelles Verlangen Kindern gilt"
Ich dachte, dass solche Beispiele nicht notwendig auszuklammern wären da es im allgemeinem Konsens ist (entspricht unserer Moral).
Wenn jemand allerdings bei einer solchen Feststellung wie bei Frau Ossenberg ("Einen Menschen nicht danach zu beurteilen, mit wem er schläft") deren Artikel lediglich Homosexualität thematisiert, gleich an Pädophilie denkt, könnte sich die Frage aufdrängen wie es um mögliche Neigungen dieses Menschen selbst bestellt sein könnte.
Denn ich behaupte mal das kein normal denkender Mensch -im Kontext des von Frau Ossenberg verfassten Artikels- überhaupt auf solch einen Vergleich käme.
Wie schon geschrieben, ich habe gerade nur das getan, was der Verfasser dieses Leserbriefs mit dem Artikel der entsprechenden Autorin gemacht hat. Mir eine Aussage heraus gegriffen und dem Verfasser Worte in "den Mund gelegt". -
Bert Pavel
Registriert seit: 19.07.2012
Kommentare: 328
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05. August 2012 - 19:56 Uhr
Frau Weber und alle anderen die meine Ausführungen, als ignorant,
oder sonst wie kritisieren sei gesagt, dass ich mit keiner Silbe eine
intolerante Aussage machte, denn ich habe im Bekanntenkreis selbst homosexuelle Freunde. Meine Aussagen sind rein auf die Natur bezogen
und stellt klar, dass homosexuallität in der gesamten
Evolutionsgeschichte eine Minderheit betrifft! Der immer wiederkehrende Hinweis, dass es in der Tierwelt auch homosexuelle Arten gibt ist wohl
wahr, aber diese Tiere gelten als Opfertiere, nicht in Herden sowie Rudeln geduldet. Sie werden gejagt und gefressen! -
Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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05. August 2012 - 20:10 Uhr
Herr Pavel: "denn ich habe im Bekanntenkreis selbst homosexuelle Freunde. Meine Aussagen sind rein auf die Natur bezogen"
Soweit ganz chick! Und es ist auch nicht die Mehrhheit, die BDSM betreibt. Und auch nicht die Mehrheit, die fremdgeht. Und auch nicht die Mehrheit, die sonstwas treibt, was ihnen Spaß macht. (Ehe wieder die üblichen Haudrauf Kommentare kommen: Ich rede hier von legalem, einvernehmlichen Spaß)
Verstehe ich also soweit.
Aber was soll dann die Aussage "aber diese Tiere gelten als Opfertiere, nicht in Herden sowie Rudeln geduldet. Sie werden gejagt und gefressen!"? Muß ich mir Sorgen um Ihre Freunde machen? -
Martin Gruber
Registriert seit: 28.07.2011
Kommentare: 366
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05. August 2012 - 20:40 Uhr
Herr Pavel, nun rudern Sie zurück und wollen nichts gesagt haben ... aber vorhin war Ihrerseits eindeutig von "Entschuldigung" und "Rechtfertigung" die Rede - das sind moralisch besetzte Begriffe. Was Ihre von der Evolution/Gott/Natur nicht vorgesehenen "homosexuellen Freunde" (???) wohl darüber denken?



