Insekt

In Haslach und Rieselfeld wurden neue Populationen der Tigermücke entdeckt

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Fr, 14. September 2018 um 10:56 Uhr

Freiburg

Im bisherigen Hotspot Hettlinger gibt es immer weniger Tigermücken. Dafür wurden nun in Haslach und im Rieselfeld vermehrt Larven und Mücken gesichtet. Woher diese kommen, ist bisher unklar.

Mindestens 100 Larven und mehrere herumfliegende Tigermücken sind in der Haslacher Gartenstadt entdeckt worden. Das berichtet Ina Ferstl von der Projektleitung der Tigermückenbekämpfung in Freiburg. Vergangene Woche hatte sich ein aufmerksamer Anwohner gemeldet. "Er wurde gestochen und konnte eine Mücke fangen", sagt Ferstl. Das Exemplar war tatsächlich eine Asiatische Tigermücke und beim Besuch der Biologin in dem Garten wurden weitere Eier und geschlüpfte Tiere entdeckt.

In Regentonnen und Gießkannen wurde Ferstl fündig. Sie säuberte die Brutstätten und verteilte Tabletten mit dem biologischen Wirkstoff BTI, um Larven abzutöten. Während eine ihrer Kolleginnen in den vergangenen Tagen in der Nachbarschaft Info-Flyer verteilte, meldeten einige Anwohner Stiche. Auf zwei weiteren Grundstücken wurden dabei ebenfalls Tigermücken gesichtet. "Wir müssen das jetzt eingrenzen, damit das Ausmaß nicht noch größer wird", sagt Ferstl. Dabei gehe es nicht um Panikmache, sondern um eine Sensibilisierung.

In der Kleingartenanlage Hettlinger wurde sie erfolgreich bekämpft

Denn vereinzelt wurden die Plagegeister zuletzt auch in Herdern und Zähringen nachgewiesen. In Rieselfeld wurden mit einer Notmaßnahme Fallen aufgestellt, weil dort eine neue Population aufgetreten ist. Wie auch in Haslach ist dort bisher nicht klar, woher die Tiere kommen. In der Kleingartenanlage Hettlinger hinter dem Messegelände ist die Tigermücke seit einigen Jahren bereits heimisch, da sie über die daneben liegende Verladestation der "Rollenden Landstraße" aus Italien eingeschleppt wurde und in den Gärten ideale Brutstätten vorfand.

Die Stadtverwaltung stellte nach dem Auslaufen von Bundesmitteln für die Bekämpfung der Stechmücke 2017 zögerlich und nach Kritik von Fachleuten der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage letztlich 100 000 Euro zur Verfügung, um die Ausbreitung auf das Stadtgebiet zu stoppen.

Während die Maßnahmen im Hettlinger laut Ferstl erfolgreich gewesen und die Population fast ausgerottet sei, treten jetzt unabhängig davon häufiger und zunächst unerkannt Mücken auf. Der heiße und trockene Sommer sei für die Mücken perfekt gewesen.
Mehr Infos und Kontakt im Fall eines Funds: http://www.freiburg.tigermuecke.info