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Jugendkulturzentrum Artik kann wohl in Schmitz Katze

Daniel Laufer

Von Daniel Laufer

Do, 15. Dezember 2016

Freiburg

Die Stadt Freiburg will das Jugendkulturzentrum mit einem Mietzuschuss unterstützen, die letzten Verhandlungen um das Gelände des insolventen Clubs an der Haslacher Straße laufen.

Der Einzug des Artik in Schmitz Katze ist finanziell gesichert. Vertreter des Jugendkulturzentrums einigten sich mit Jugendbürgermeisterin Gerda Stuchlik und Vertretern der Gemeinderatsfraktionen.

Aktuell bekommt das Artik von der Stadt bereits einen Betriebskostenzuschuss von rund 64 000 Euro. Damit wird unter anderem die Stelle von Geschäftsführer Konstantin Rethmann finanziert. Ein erheblicher Teil davon soll in Zukunft in die Miete fließen. Die Stadt wird das Jugendkulturzentrum darüber hinaus mit einem zusätzlichen Mietzuschuss unterstützen – es geht wohl um etwas mehr als 1500 Euro im Monat. Der genaue Betrag stehe noch nicht fest, auch nicht die Gesamthöhe der Miete. "Natürlich ist das eine Belastung für den Haushalt, aber wir wollen, dass das Artik eine gute Arbeit machen kann", so Stuchlik. Die zusätzlichen Ausgaben sollen in den Doppelhaushalt 2017/2018 aufgenommen werden.

Katze-Team kritisiert Pläne für den Artik-Einzug

In einem Brief an die Stadträte haben Ulf Syring und Michelle Gänswein, Mitarbeiter der Kulturkneipe Schmitz Katze, am Sonntag die Stadtverwaltung angegriffen und die Pläne in Frage gestellt. Vergangene Woche hatten die beiden gegenüber dem Jugendportal fudder angekündigt, den Club am Standort in Haslach weiterführen zu wollen. Im Sommer hatte Betreiber Gerrit Kossmann Privatinsolvenz angemeldet. "Seminarräume oder ein Tonstudio – für das, was das Artik ausmacht, reichen die Räume von Schmitz Katze überhaupt nicht aus", sagt Syring. Das bestätigt das Jugendkulturzentrum Artik in einer Stellungnahme. Um alle Angebote fortsetzen zu können, die es im bisherigen Standort in der Unterführung am Siegesdenkmal gab, sehe das Konzept "eine sukzessive Erweiterung auf die Haslacher Straße 25" vor. Im Mietvertrag, der dem Artik seit vergangener Woche vorliegt, geht es um die Barräume und die kleine Tanzfläche von Schmitz Katze – also um eine Fläche von ungefähr 120 Quadratmetern in der Haslacher Straße 43. Dazu könnte das Artik das angrenzende Auditorium für Veranstaltungen nutzen.

Auf dem Nachbargrundstück, der Haslacher Straße 25, soll zudem noch ein Büro angemietet werden. Ein Angebot des Vermieters liege vor, so Stuchlik. "Perspektivisch gibt es dort auch noch Potential." Wegen notwendiger Baumaßnahmen könnten weitere Räume dort aber erst nach entsprechenden Vorplanungen und Genehmigungen dazukommen – so etwas könne zwei Jahre dauern. Ein jugendkulturelles Programm werde das Artik aber auch schon in der Haslacher Straße 43 organisieren können. "Die Räume eignen sich nicht nur für Partys, sondern auch für Theater und Tanz, politische Talkrunden und Podiumsdiskussionen sowie Tagungen, Seminare und Workshops. Nicht zu vergessen sind Ausstellungen, Bandproben und Konzerte", heißt es in der Artik-Stellungnahme. Kritik äußerten Syring und Gänswein auch am Vorgehen Stuchliks. "Ich befürchte, dass die Bürgermeisterin den Gemeinderat vor vollendete Tatsachen stellt", sagt Syring. Stuchlik bezeichnet das als "größten Unsinn". Vertreter der Gemeinderatsfraktionen seien schon bei einer der ersten Besichtigungen im Sommer dabei gewesen. "Der Gemeinderat hatte der Verwaltung klar den Auftrag gegeben, einen neuen Platz für das Artik zu finden", sagt zudem Stadtrat Sergio Schmidt, der am Treffen am Montag teilnahm.

Syring und Gänswein fordern, dass die Stadt nach alternativen Räumen für das Jugendkulturzentrum sucht. "Es ist unendlich schwierig, Räumlichkeiten zu finden, wie das Artik sie benötigt. Wir haben systematisch die ganze Stadt gescannt", sagt Stuchlik. Das E-Werk etwa habe die Verwaltung als Standortoption verworfen, weil es dort zu viele unterschiedliche Nutzer gebe. "Zudem hat das Artik immer artikuliert, so schnell wie möglich Ersatzräume finden zu wollen."

Seit dem Frühjahr ist das Jugendkulturzentrum ohne feste Bleibe – in der Übergangslösung, dem ehemaligen ADAC-Gebäude am Karlsplatz, kann es keine Veranstaltungen machen. Für den Einzug in die Haslacher Straße 43 sind noch letzte Modalitäten zu klären. In den kommenden Tagen könnte der Mietvertrag unterzeichnet werden.