Ohne Furcht vor der Zote

Dieter Osswald

Von Dieter Osswald

So, 14. Januar 2018

Kino

Der Sonntag Wenig Handlung, aber ein flottes Timing und ein sehr gut aufgelegtes Schauspieler-Duo: der Film Hot Dog.

Wenn zwei der bekanntesten männlichen Stars des deutschen Kinos gemeinsam auftreten, ist der Kassenerfolg vorprogrammiert. Matthias Schweighöfer und Til Schweiger mögen sich bekanntlich. Und wenn die Chemie so stimmt wie bei diesem Duo, kann bei einem Buddy-Movie wie "Hot Dog" nicht viel schiefgehen.

Theo (Schweighöfer) ist Sohn eines hochrangigen Polizisten, der es nicht ganz in Papas Fußstapfen schafft. Als schüchterner Softie-Schussel hat er es in der "GSG 10" nur zum Schreibtisch-Job gebracht. Luke Steiner (Schweiger) gilt derweil als Chuck Norris der Truppe. Als beim Einsatz im Museum unersetzliche Leihgaben des Vatikan zerbersten, werden die Elite-Cops als Wachsoldaten im Schloss Bellevue strafversetzt. Die ruhige Kugel beim Bundespräsidenten endet jäh, als dort die hübsche Tochter des auf Besuch weilenden moldawischen Präsidenten entführt wird. Auf eigene Faust macht sich das ungleiche Duo mit unkonventionellen Methoden an die Verfolgung der Kidnapper. Die Spur führt von der angesagten Techno-Disco in der Großstadt über einen dubiosen Rinderzucht-Betrieb in der Provinz bis zum schwer bewaffneten Flughafen gleich hinter der Grenze.

Neben der Hatz auf fiese Mafiosi und korrupte Polizei-Funktionäre muss Luke sich um seine pubertäre Tochter Ella (Lilli Schweiger) kümmern, derweil Theo das heftige Flirten seiner verknallten Kollegin zu schaffen macht. Beim großen Showdown braucht Rambo dringend seinen Kumpel – jetzt bloß nicht das Codewort "Hot Dog" vernuscheln.

Die Handlung dieses Comedy-Klamauks passt auf den berühmten Bierdeckel. Berührungsängste vor Zoten und tiefergelegten Pointen gibt es kaum, sei es mit einem derben Kondom-Gag frei nach "Verrückt nach Mary" oder jenem Drogenversteck im Kuhmagen, das Schweighöfer in Tierarzt-Manier rektal erkunden muss.

Einen eindeutigen Punktabzug gibt es für die penetrante Schleichwerbung für zuckerhaltige Brause sowie eine Fastfood-Braterei, die es sogar in den Trailer schaffte. Auf der Haben-Seite überzeugen flottes Timing, recht gelungene Running Gags sowie allerlei lässige Dialoge. "Warum ist es hier so dunkel?" – "Weil wir in Brandenburg sind", muss sich das Weichei vom Macho belehren lassen. Als Kontra greift Schweighöfer zum beliebtesten Schweiger-Bashing: "Sie nuscheln immer so." Das ungleiche Star-Duo hat sichtlich Spaß an solch schrulligen Scharmützeln und läuft bisweilen zur Form der "Ein seltsames Paar"-Tradition mit Walter Matthau und Jack Lemmon auf. Dieter Osswald
Hot Dog, Bundesstart am Donnerstag