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31. Mai 2017

Im Hexenwald ist der Teufel los

Mountainbikesportler finden jetzt in Kirchzarten wieder ideale Trainingsbedingungen / Lauter fröhliche Gesichter bei Einweihung.

  1. Bürgermeister Andreas Hall (Dritter von rechts) freut sich mit den SVK-Verantwortlichen und den Kirchenvertretern über die Fertigstellung des Trailparks. Foto: Markus Donner

  2. Foto: Markus Donner

  3. Foto: Markus Donner

  4. Foto: Markus Donner

  5. Auch die Höllenzunft mischte bei der Einweihung des Hexenwald-Trailparks mit. Die Radsportler selbst – ob Groß oder Klein – demonstrierten auf dem Gelände ihr fahrerisches Können. Foto: Markus Donner

  6. Foto: Markus Donner

  7. Foto: Markus Donner

KIRCHZARTEN. In ihrer Ruhe empfindlich gestört fühlten sich Hexen und Teufel, die sich am frühen Montagabend mit Reisigbesen und Stöcken gegen die Überzahl der Mountainbiker zur Wehr setzten, als diese den Wald buchstäblich unter die Räder nahmen. Dass die Attacken nicht wirklich ernst gemeint waren, stellte sich alsbald heraus – und so schnell, wie sie gekommen waren, zogen sich die Höllengeister wieder in ihre Schlupflöcher zurück. Ein witziger Einfall jedenfalls, mit dem die Radsportabteilung des SV Kirchzarten (SVK) die lang ersehnte Eröffnung des "Hexenwald Trailparks" feierte.

Längst ist in Kirchzarten der Dorffriede wieder eingezogen. Vergessen die aufreibenden Auseinandersetzungen im Vorfeld des Bürgerentscheids, der damals die Planungen des SVK für ein neues Mountainbike-Trainingsgelände rund um den Giersberg zum Stillstand brachte. Was folgte waren ein runder Tisch, ein Bebauungsplanverfahren und die Suche nach einer Lösung, die sowohl Radsportler als auch Naturfreunde versöhnte. Mit der Stadt Freiburg wurde ein Flächentausch vereinbart, um im Gebiet Hexenwald, abgerückt vom Giersberg, eine neue Trainingsanlage zu konzipieren, die sich sehen lassen kann und auch höchsten sportlichen Anforderungen genügt. Mit der Gemeinde wurden Verhaltensregeln vereinbart und in einer Waldsatzung wurde geklärt, wie sich Sportler und Wanderer künftig nicht mehr ins Gehege kommen. Und von dem, was jetzt geschaffen worden ist, profitieren alle – der einstige Konflikt hat sich aufgelöst.

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Eitel Sonnenschein also bei der jetzt vollzogenen Trailpark-Einweihung, die sich Ehrenbürger Franz Kromer ausbedungen hatte, nachdem der Gemeinderat für die neue Sportstätte in Sichtweite zum Sportstadion immerhin rund 170 000 Euro locker machte. Dass das Geld gut angelegt ist, davon konnten sich Interessierte noch vor dem feierlichen Teil bei einer Begehung des Hexenwäldeles mit dem Projektleiter der SVK-Radsportabteilung, Uli Schwär, ein eigenes Bild machen. Der zeigte sich sichtlich stolz, dass es ihm und seinen Mitstreitern trotz anfänglicher Skepsis gelungen sei, zwei Downhill- und eine Uphill-Strecke naturverträglich auszuweisen, die den Anforderungen der Sportler gerecht wird. Rund 500 Tonnen Schotter mussten vom Feldberg herangeschafft werden. Und auch die 180 Kinder und Jugendlichen der Bikeschule des SVK finden nun wieder ideale Trainingsbedingungen. Alle können zufrieden sein. Besonders schätzt Uli Schwär die Eigenleistungen, die von den Vereinsmitgliedern erbracht worden sind. Rund 500 Stunden sind dafür aufgewendet worden.

Gelände für das Basistraining und den Leistungssport

So war es auch ein großes Bedürfnis von Bürgermeister Andreas Hall bei dem Einweihungsfest allen zu danken, die sich für das Projekt eingesetzt haben. Nun verfüge die Radsportabteilung wieder über ein Gelände, sowohl für das Basistraining als auch den Leistungssport. Gute Gründe auch für den Olympiastützpunkt Freiburg, seine Sportler in den Hexenwald zu schicken. Kirchzarten werde wieder zu einem Toptrainingszentrum für die Mountainbiker werden, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Er dankte allen, die sich für die Realisierung eingesetzt haben und dem SVK mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Namentlich erwähnte er auch Professor Ralf Roth von der Sporthochschule Köln für die fachliche Begleitung und die Firma Skyder aus Albstadt, die die Trails konzipiert und ausgeführt habe. "Der Einsatz hat sich gelohnt", stellte Hall fest und würdigte dabei die vom SVK erbrachten Eigenleistungen. "Was man selbst mit hohem Einsatz geschaffen hat, behält seinen Wert und wird umso pfleglicher behandelt."

Dem konnte SVK-Vorsitzender Andreas Kohler nur beipflichten, der besonders Projektleiter Uli Schwär lobte und "alle alten Hasen" in den Dank einbezog. Der katholische Pfarrer Werner Müllherr und sein evangelischer Kollege Friedrich Geyer baten um Gottes Segen. Was sich vor fünf Jahren in Kirchzarten noch als wahrer Hexenkessel gezeigt habe, werde nun hoffentlich ein "Friedenswald", stellte Mühlherr den Gebeten voran.

Autor: Markus Donner