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13. Oktober 2017

Investition in flächendeckende Internetverbindungen

Die Gemeinden Kirchzarten und St. Peter schließen sich dem Zweckverband "Breitband Breisgau-Hochschwarzwald" an.

KIRCHZARTEN/ST. PETER. Der Gemeinderat in Kirchzarten hat jüngst einstimmig beschlossen, dem Zweckverband "Breitband Breisgau-Hochschwarzwald" beizutreten. Bereits vor drei Jahren hatte Kirchzarten dem Betreibermodell zugestimmt. Leerrohre seien im Ort schon teilweise verlegt, sagte Bürgermeister Andreas Hall. Die Kommune werde die Infrastruktur an den Betreiber verpachten und mit den Pachtgebühren im Optimalfall die Baukosten wieder einspielen. Bestehende Netze privater Betreiber blieben von den Plänen unberührt und könnten parallel weiterhin bestehen, so Hall.

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass Kirchzarten flächendeckend in eine schnelle Internetverbindung investieren müsse, da diese für die Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde im ländlichen Raum maßgeblich sei. Sowohl Gewerbetreibende als auch Privatleute bräuchten schnelles Internet, da sich die Geschwindigkeit der Datenübertragung in der Vergangenheit alle zwei Jahre verdoppelt habe.

Peter Meybrunn (SPD) sagte stellvertretend für seine Ratskollegen: "Es ist wichtig, dass die Netzinfrastruktur in öffentlicher Hand bleibt, da es sich beim schnellen Internet um ein Grundbedürfnis wie Strom und Wasser handle." Wann Kirchzarten flächendeckend ans schnelle Netz angeschlossen sein wird, konnte Andreas Hall nicht beantworten: "Es ist ein Prozess, der sich über viele Jahre hinziehen wird. Und so wird es einige Ortsteile geben, die schneller angeschlossen sein werden und andere Randbezirke, bei denen es länger dauern wird."

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Auch St. Peter beteiligt sich am Beitreibermodell des Landkreises und tritt dem Zweckverband bei. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Thomas Rohrer fragte, ob es eine Garantie gebe, dass der Außenbereich zeitgleich mit dem Ortskern angebunden werde. Bürgermeister Rudolf Schuler sagte, dass der Gemeinderat über das Vorgehen entscheide. Es sei keineswegs sicher, dass man innerorts anfangen müsse. Im Außenbereich könne eine Investition womöglich nötiger sein.

Kosten für Hausanschluss: 600 bis 800 Euro

"Die Telekom grätscht momentan überall rein." Das sehe man etwa am Roten Weg neben dem Baugebiet Josefswiese, wo sie Kabelverzweiger einbaue. "50 bis 100 Megabit werden wir wohl bald im Ort über die Telekom haben". St. Peter soll laut Schuler von zwei Seiten mit dem Backbone-Netz angefahren werden: über Glottertal und Eschbach, mit einer Abzweigung in den Sägendobel. "Wir haben uns als 35. Gemeinde an der Innerortsplanung beteiligt, die gefördert wird", sagte Schuler, die Reihenfolge der Umsetzung liege in der Hand des Gemeinderats. Theresia Respondek fragte nach den Kosten für Hausanschlüsse. Das Glasfasernetz des Kreises soll bis an die Grundstücksgrenzen gelegt werden. Je nach Lage eines Hofes sei der Weg bis ans Haus lang. "Vielleicht könnten sich vier oder fünf zusammentun, die Kanäle ziehen und nachher wieder schließen", sagte Schuler.

Der Anschluss koste laut Landratsamt 600 bis 800 Euro, weite Entfernungen könnten ihn verteuern. "Das dürfte auch eine Frage des Anbieters sein. Wir werden die Bürger informieren, was es kosten wird, dann können sie entscheiden, ob sie anschließen." Offen sei, ob sich die Investition nach 30 Jahren amortisiert habe, so Schuler. "Das wird sicher nochmal eine große Herausforderung für uns. Aber es ist sicher der richtige Schritt."

Autor: Sebastian Krüger und Alexandra Wehrle