Cellokonzerte

KLASSIK: Erzählte Musik

Georg Rudiger

Von Georg Rudiger

Di, 12. Februar 2019

Klassik

Gastland der Frankfurter Buchmesse, beliebtes Reiseziel: Jetzt muss noch die Musik Georgiens in Deutschland entdeckt werden. Mit dem zweiten Cellokonzert von Sulkhan Tsintsadze stellt Maximilian Hornung ein dunkel gefärbtes Werk vor, das sein erster Cellolehrer, der Georgier Eldar Issakadze, 1966 uraufführte. In den fünf Episoden wird Hornung zum Erzähler, wenn wie zu Beginn sein runder Ton in der Höhe expressiver wird oder er im Andante molto das Vibrato differenziert. Den wilden Tanz im Presto gestaltet der Augsburger Cellist mit Beweglichkeit, Musikalität und Biss. Hier finden sich Reste der für Tsintsadze typischen Folkloreeinflüsse, die sonst in dem elegischen, motivisch dichten Werk keine Rolle spielen. Das im gleichen Jahr geschriebene zweite Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch machen Hornung und das Deutsche Symphonieorchester Berlin unter Andris Poga ebenfalls zu einem vielschichtigen Bekenntniswerk, auch wenn hier die grotesken Passagen noch kräftigere Farben bräuchten.

Maximilian Hornung: Cellokonzerte (myrios classics).