KRITIK IN KÜRZE

Fabian Ober

Von Fabian Ober

Di, 28. Februar 2017

Klassik

Freiburg: Ein Sandwich mit der Kammerphilharmonie

Ein eher ungewöhnliches italienisch-slawisches Musik-Sandwich servierte die Junge Kammerphilharmonie Freiburg unter ihrem Leiter Andreas Winnen im Konzertsaal der Musikhochschule. Italien repräsentiert durch den Franzosen Hector Berlioz und den Deutschen Felix Mendelssohn Bartholdy? Die Werkauswahl dieses Semesterkonzerts macht’s möglich. Die beiden "Brotscheiben" des musikalischen Snacks: zum einen die bunten Szenen des "Römischen Karnevals" von Berlioz in straffen Tempi und mit vielen südländischem Temperament; das Ensemble meistert das alles gut, auch wenn mehr Mut zum kontrastreichen Ausdruck nicht schaden würde. Und zum anderen: Mendelssohns vierte Symphonie, die beliebte "Italienische", in der dem Ensemble eine Klangmischung aus quirlig-aufgeregter Lebenslust (etwa in der lebendigen Rohheit des Saltarello-Tanzes) und bittersüßem Streicherklang mit einer Prise Wehklage (das Andante: eine Eins mit Sternchen!) gelingt. Die deliziöse Füllung in der Mitte des Sandwichs: ein waschechter Slawe, Antonin Dvoráks einziges Violinkonzert a-Moll. Solist Janos Ecseghy bewältigt die überbordenden virtuosen Schwierigkeiten größtenteils sehr gut – und schafft es, mit dem Orchester als majestätisch-zurückhaltendem Sparringspartner, nicht nur den klagenden Ton, sondern auch Tänzelndes und Lyrisches in verschiedenen Schattierungen darzustellen. Der Furiant im Finalsatz: Zupackend artikuliert, so vital muss das klingen. Mit einer Mikroeinheit mehr intonatorischem Feintuning im Ensemble wäre sogar noch mehr möglich – dranbleiben!