Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Juli 2014

Kühlen Kopf behalten

Junge Kammerphilharmonie in der Musikhochschule.

Kurz wirkt es, als ob das schwüle Wetter des Samstags seinen Tribut fordern sollte: Diffus ist der erste Einsatz des Orchesters zu Camille Saint-Saëns "Danse macabre" im Konzertsaal der Musikhochschule Freiburg. Doch wem nun Übles schwant, dem sei gesagt: Dabei blieb es beileibe nicht.

Die Junge Kammerphilharmonie Freiburg unter Leitung von Andreas Winnen ließ sich von derlei Stolpersteinen nicht verunsichern: Trotz des heißen Tages behält das Ensemble einen kühlen Kopf und legt nach den anfänglichen Problemchen eine astreine Interpretation der sinfonischen Dichtung des Franzosen dar. Da gibt es vollmundige Tutti-Stellen, dann leitet das Ensemble immer wieder feinfühlig über. Und auch die Leistung der ersten Violinistin Andrea Allmendinger, die mit mal scharfem, dann wieder warmem Timbre das Ensemble glänzend führt, ist bemerkenswert.

Mit dem ersten Satz des darauf folgenden Hornkonzerts Nr.1 von Richard Strauss wird die Kammerphilharmonie nie ganz warm – so gehen etwa die zwischen einige Solopassagen eingestreuten Figuren des Orchesters ein wenig unter. Der zweite und dritte Satz jedoch zeugen wieder vom immer spürbaren Willen, einfühlsam zu musizieren: Das Andante überzeugt durch den klaren und eindringlichen Hornklang des Solisten Sebastian Schnindler. Das abschließende Rondo ist so, wie man sich den ersten Satz gewünscht hätte: Straff organisiert und immer mit dem nötigen Fluss.

Werbung


Ist der Ausdruck zu Beginn des Kopfsatzes von Brahms’ dritter Sinfonie noch etwas zu brav, so ändert sich das spätestens mit der Reprise des Themas, die das Ensemble mit energischer Intensität ausgestaltet. Intensiv bleibt auch der zweite Satz, in der wogenden Struktur hält die Kammerphilharmonie alles im Fluss. Das berühmte Poco allegretto durch warmen und dynamisch fein ausbalancierten Klang, die Tuttipassagen im Finalsatz strotzen nur so vor Dynamik.

Die Junge Kammerphilharmonie zeigt an diesem Abend eine beachtliche Leistung – Chapeau für das ganze Ensemble, das einen kühlen Kopf behielt. So gab es unzählige berührende Momente.

Autor: Fabian Ober