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13. August 2012

Unterm Strich

Linkshänder: Verkehrte Geschichten

Linkshänder sind ungeschickt und unheilvoll / Von Andreas Frey.

Ach, die Linkshänder! Total verdrehte Typen, Abweichler, Widerständler. Müssen die immer alles anders machen? Können die nicht mal Viere gerade sein lassen? Und warum kommen die mit dieser Nummer eigentlich durch? Die Welt wäre reicher ohne Linkshänder. Sie hätte eine Richtung. Es reicht doch, wenn es oben und unten gibt. Und anstatt diesem Blödsinn ein Ende zu bereiten, feiert man sie auch noch. Heute ist Linkshändertag. Muss das sein?

Viele Linkshänder fühlen sich diskriminiert. Aber kämpfen sie wirklich mit Vorurteilen? I wo. Der Linkshänder ist gerne anders, gerne besonders originell, er liebt die Attitüde, und vor allem liebt er sich selbst. Er erzählt mit Vorliebe Geschichten über das, was er mit der linken Hand schon alles erlebt hat. Es sind Geschichten über Dosenöffner, Bastelscheren, Computermäuse. Und die Rechtshänder müssen sich diesen Schnack anhören.

Wahr ist: Linkshänder sind weder besonders kreativ, noch erfolgreich. Das ist aufgeladenes Brimborium. Sie sind ganz im Wortsinne des Lateinischen "sinister" verkehrte, ungeschickte, unheilvolle Kreaturen.

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Bestes Beispiel hierfür sind die amerikanischen Präsidenten: Reagan war Linkshänder. Und was hat er gebracht? Kalten Krieg. Bush senior ist Linkshänder. Es gab Krieg im Irak. Bill Clinton ist Linkshänder. Er sandte seine Soldaten nach Somalia. Barack Obama ist Linkshänder. Er schickt Drohnen. George Dabbelju Bush ist Rechtshänder. Er ist aber auch in jeglicher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.

Wie das mit den Linkshändern angefangen hat, und woher die Neigung kommt, ist wissenschaftlich nicht gut erforscht. Was man heute weiß: Während der Steinzeit gebrauchte der Mensch häufiger die linke Hand als die rechte. Das haben Archäologen anhand von Werkzeugen wie Speeren und Faustkeilen bewiesen. Aber was waren diese Steinzeitmenschen auch für tumbe, ungeschickte und tollpatschige Kreaturen.

Auf die Kritik der Leser an der Linkshänder-Glosse hat unser Chefredakteur in der Print-Ausgabe reagiert und sich im Namen der Zeitung entschuldigt. Hier seine Worte:

"Es muss auch skurrile Geschichten geben. Es gibt Stilformen, die bergen ein hohes Absturzrisiko. Die Ironie gehört zweifelsfrei dazu. Die erdrückende Mehrheit der Leserinnen und Leser erwartet von ihrer Zeitung seriöse Information und fundierte Meinung. Aber immer mehr wollen auch unterhalten sein, freuen sich über die skurrile Geschichte, die gut formulierte Glosse. Dafür gibt es in der Badischen Zeitung die Kolumne "Unterm Strich". Dass sich nicht alle Themen für diese Rubrik eignen, mussten wir in der Montagsausgabe erfahren. Mit der Glosse zum Linkshändertag haben wir viele auf dem falschen Fuß erwischt, die Ironie des Textes erschloss sich nicht jedem und jeder. In der Tat hätte es wahrscheinlich geholfen, wenn der Autor sich geoutet hätte: Er ist nämlich selbst Linkshänder! Am besten wäre es gewesen, wir hätten einfach ein anderes Thema gewählt. Es lag uns jedenfalls fern, Linkshänder verunglimpfen zu wollen. Bei denen, die das so empfunden haben, können wir nur um Entschuldigung bitten: Es tut uns leid."
Thomas Hauser, Chefredakteur

Autor: frey


6 Kommentare

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Rainer Brombach

Registriert seit: 11.11.2011

Kommentare: 878

13. August 2012 - 07:30 Uhr

Purer Neid!

Reagan war der beliebteste Präsident Amerikas.
Bush sen. hat uns die Wiedervereinigung gebracht.
Clinton hat als einziger westlicher Staatschef aufgehört, Schulden zu machen.
Obama hat den Friedensnobelpreis gewonnen.

Fazit: Linkshänder sind den anderen haushoch überlegen :-D

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 503

13. August 2012 - 12:30 Uhr

Da stellt sich mir doch die Frage, ob Linkshänder überhaupt recht(s)schaffende Bürger sein können!? ;-)

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Daniel Halberkann

Registriert seit: 06.07.2012

Kommentare: 132

13. August 2012 - 20:11 Uhr

Hierzu ein interessanter Artikel:
http://www.welt.de/wissenschaft/article108594453/Gewaltbereite-Kulturen-haben-mehr-Linkshaender.html
Das könnte uns zu denken geben.

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Herbert Kloben  

Herbert Kloben

Registriert seit: 12.03.2010

Kommentare: 54

16. August 2012 - 00:04 Uhr

Selten einen so sinnfreien Kommentar in der Rubrik "Unterm Strich" gelesen. Für mich nicht nachvollziehbar, dass es so ein Text überhaupt ins Blatt schafft!

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Andreas Flubacher

Registriert seit: 16.08.2012

Kommentare: 1

16. August 2012 - 07:39 Uhr

Hallo Herr Frey,

ist ihr Artikel als gut versteckte Ironie zu verstehen? Falls sie das ernst meinen wäre es eine Schande für die Zeitung.

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Oliver Huber  

Oliver Huber

Registriert seit: 26.03.2010

Kommentare: 38

16. August 2012 - 15:47 Uhr

Liebe Leser, Ihre Kritik ist angekommen. Am Ende des Beitrags finden Sie eine Stellungnahme und Entschuldigung unserer Chefredaktion.

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