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22. Juli 2009
Bundesbank
Rente mit 69: Purer Unsinn
Nervöse Debatten über irgendwelche Szenarien für die Zukunft sind völlig unnötig.
Von Karl Valentin wissen wir, dass Prognosen schwierig sind – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Nun ist die Bundesbank natürlich nicht verpflichtet, sich den klugen Spott des Münchner Komikers zu eigen zu machen. Aber ein wenig mehr Demut stünde ihr schon gut zu Gesicht. Dass die Bank allen Ernstes im Juli 2009 darlegt, dass in 51 Jahren die "Rente mit 69" geboten sei, ist jedenfalls purer Unsinn. Es steht nämlich längst fest, wie sehr sich der Altersaufbau der Deutschen ändert. Und deshalb haben seit der Amtszeit von Helmut Kohl (lang, lang ist’s her) alle Bundesregierungen Änderungen vorgenommen – sei es die Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67, sei es der Stopp der Frühverrentung, sei es die Förderung einer Eigenvorsorge fürs Alter. So unpopulär dies auch war und so hartnäckig die Linkspartei nach wie vor dagegen Position bezieht, so klar ist auch, dass die deutsche Politik damit weitaus schneller und gründlicher auf den demografischen Wandel reagiert hat als die Regierungen in Paris, Rom oder Washington. Nervöse Debatten über irgendwelche Szenarien des Jahres 2060 sind somit unnötig. Wer weiß denn schon, wie viele Bürger dann in Arbeit sind und wie produktiv sie Güter und Dienstleistungen erwirtschaften? Die ganze Ökonomen-Zunft weiß ja heute nicht einmal, wie sich im kommenden Jahr die Wirtschaftslage entwickelt. Allein diese Tatsache belegt, was der Vorschlag der Bundesbank ist: anmaßend und unnötig.
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Autor: Bernhard Walker
