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20. Januar 2012 20:40 Uhr

Pleite

Schlecker-Insolvenz: Die Fehler der Vergangenheit

Die nach Mitarbeitern und Quadratmetern größte Drogeriemarktkette Deutschlands und Europas muss Insolvenz anmelden. Der Fall Schlecker zeigt: Größe ist nicht gleichbedeutend mit Stärke. Ein Kommentar.

  1. Schlecker muss Insolvenz anmelden. Foto: dpa

Die geplatzte Finanzierung – die zugleich zeigt, wie vorsichtig Banken zurzeit sind – ist nur der Anlass. Die Gründe liegen tiefer. Wie so oft, wenn ein Konzept lange trägt und ein Patriarch das Ruder in der Hand hält, steuerten die Eigentümer zu spät um, als der Erfolg ausblieb. Und Firmengründer Anton Schlecker war mit seinen Läden an jeder Ecke und in jedem noch so kleinen Ort viele Jahre erfolgreich.

Allerdings basierte sein Geschäftsmodell auf billiger Ware in billigen Läden mit billigen Arbeitskräften, die zudem oft schlecht behandelt wurden. Das änderte sich zwar mit den Jahren. Das schlechte Image hatte Schlecker aber weg, während die Konkurrenten DM, Rossmann oder auch Müller punkteten – mit hellen Geschäftsräumen, ausgefeilten Sortimenten und ohne Ärger mit der Gewerkschaft Verdi. Die zweite Generation Schlecker änderte vieles, da war es aber zu spät.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu vorherzusagen, dass Schlecker drastisch verkleinert wird, sowohl was die Zahl der Filialen als auch der Mitarbeiter angeht. Beides lässt sich in der Insolvenz viel leichter und kostengünstiger bewerkstelligen. Ob ein derart geschrumpftes Unternehmen eine Chance im umkämpften Drogeriemarkt haben wird, entscheiden am Ende die Kunden.

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Autor: Jörg Buteweg