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21. August 2014

Kommentar

Sturmschäden in Lörrach - ein Fingerzeig auf den Klimawandel

150 bis 200 Bäume müssen in Lörrach gefällt werden - Folgen des Sturmes vom 6. Juli. Und, wie BZ-Redakteurin Sabine Ehrentreich betont: Folgen des Klimawandels.

An Bäumen hängen nicht nur Blätter und Früchte, sondern auch Emotionen. Sie stehen für Natur und Ruhe, für Beständigkeit in überschneller Zeit, sie reinigen die Luft und die Seele. Schon das Fällen eines einzigen Exemplars ruft mitunter Protest hervor – und nun muss die Stadt nach aktueller Schätzung in der Fällsaison 150 bis 200 Bäume aus dem Stadtbild nehmen. Man darf schon davon ausgehen, dass sie das nicht ohne Not veranlasst: Auf den Fachbereich Stadtgrün, der ohnehin gut ausgelastet ist, kommt eine Menge Arbeit zu, außerdem sind die Kosten unter anderem für die Neupflanzungen hoch. Auch den Unmut von Bürgern, auf den man schon gefasst ist, zieht man sich nicht gerne zu. Doch die Stadt hat, wie jeder private Eigentümer, eine Verkehrssicherungspflicht. Fällt ein Baum beim nächsten starken Wind, weil er trotz innerer oder äußerer Verletzungen stehen blieb, ist der Aufschrei laut. So werden demnächst viele Bäume weichen – und vielfach anderen Arten Platz machen, die den sich ändernden Umweltbedingungen besser gewachsen sind. Wo sie denn sei, die Klimaerwärmung, wird so mancher fragen angesichts der kühlen Augusttage. Und doch passt vieles auch in diesem Jahr zu den Langfristprognosen. Der warme Winter, die Trockenperiode im Frühsommer, die Häufung bei Unwettern und Starkregen – so oder ähnlich wird es nicht immer, aber immer öfter sein. Das bleibt nicht ohne Folgen. Dass künftig in Lörrach eine italienische Erle wächst, wo zuvor eine Kastanie stand, ist da wahrscheinlich noch nicht die gravierendste.

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Autor: Sabine Ehrentreich