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05. Juli 2012

Bildungsziele und Betriebsinteressen unter einem Hut

Die Industrie- und Handelskammer hat 70 Schulen und 120 Firmen ausgezeichnet, weil sie vorbildlich zusammenarbeiten.

  1. Die Theater AG des Kepler Gymnasiums beschäftigte sich im Rahmen der Preisverleihung szenisch mit der Bildungspartnerschaft. Foto: Mario Schöneberg

MARCH. Etwa 70 Schulen aus Freiburg, den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald sowie Emmendingen und mehr als 120 Firmen und Institutionen hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) kürzlich in Buchheim für ihre aktive Mitarbeit in einer Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Wirtschaft ausgezeichnet.

"Ich habe die Vision, dass die Bildungspartnerschaften auch weiterhin mit Leben erfüllt werden, damit die Jugendlichen später problemlos auf dem Arbeitsmarkt ankommen", betonte Schulrätin Barbara Wunsch-Ramsperger. Es sei wichtig, auf diese Art Ziele des Bildungsplanes und Interessen der Wirtschaft zu verbinden. In Zeiten des demografischen Wandels werde jeder Jugendliche gebraucht, mögliche Versäumnisse gelte es gemeinsam und individuell anzugehen.

Zu den Preisträgern gehörten Haupt-, Real- und Werkrealschulen sowie Gymnasien, die im Rahmen einer Bildungspartnerschaft mit einer ebenfalls ausgezeichneten Firma, einer Institution oder einem Gewerbeverein zusammenarbeiten. Von Gemeinden über Handwerker bis hin zu weltweit tätigen Unternehmen reicht die Spanne. Sowohl den Betrieben als auch den Schulen sei klar geworden, dass es ohne eine Zusammenarbeit nicht möglich sei, ihre Ziele im Bezug auf Nachwuchsfindung und Förderung zu erreichen, betonte Schulamtsdirektor Klaus Blawert.

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Worum es in den Bildungspartnerschaften eigentlich geht, wurde in einem gespielten Interview auf der Bühne deutlich. "Berufsorientierung an Schulen gibt es schon länger, doch die Bildungspartnerschaften bieten mehr", erläuterte der Freiburger Schulpräsident Siegfried Specker. "Schüler können Erlerntes in der Praxis erproben, die Schulen bekommen mehr Kompetenzen." Specker freute sich über die hohe Beteiligung der Schulen an Bildungspartnerschaften.

Allein im hiesigen IHK-Bezirk fehlten bis zu 30 000 Fachkräfte, erläuterte Steffen Auer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein. "Das größte Problem sind dabei nicht die fehlenden Ingenieure, sondern eher Handwerker und Fachkräfte", so Auer, der die Chancen der dualen Ausbildung auch für leistungsschwächere Schüler hervorhob.

"Ich möchte die Bildungspartnerschaften als Plattform nicht mehr missen, da sich dort auch kleinere Betriebe vorstellen können", betonte Handwerkskammerpräsident Paul Baier. Er rief die Schüler auf, raus zu gehen in die Betriebe, wo sich große Chancen böten. Zudem solle man auch die Eltern bei den Bildungspartnerschaften mitnehmen, ergänzte Manfred Münch vom Arbeitgeberverband Südwestmetall.

Bildungspartnerschaften seien ein langer und arbeitsintensiver Prozess, betonte Schulamtsdirektor Blawert, doch der Einsatz lohne sich. Ein gelungenes Beispiel sei das Catering für den Abend, das ein Marcher Partyservice gemeinsam mit Werkrealschülern zubereitete, informierte Schulleiter Bernhard Wichmann. Ein Kooperationsvertrag dürfe nicht nur auf dem Papier stehen, sondern müsse mit Leben gefüllt werden. Marchs Bürgermeister Josef Hügele stellte im Rahmen der Preisverleihung seine Gemeinde vor, in der eine Bildungspartnerschaft zwischen Wirtschaftskreis und Werkrealschule besteht. Weitere Programmpunkte waren unter anderem Auftritte der Schulband "Crazy Age" der Freiburger Albert Schweizer Schule, Auftritte der Theater AG des Kepler Gymnasiums, die sich szenisch mit der Bildungspartnerschaft beschäftigten, sowie die eigentliche Urkundenübergabe.

Autor: Mario Schöneberg